Feuergefechte zwischen Milizen und britischen Soldaten
publiziert: Samstag, 8. Mai 2004 / 10:24 Uhr

Basra - Bei Demonstrationen von Anhängern des radikalen Schiitenführers Muktada el Sadr ist es der südirakischen Stadt Basra zu Zusammenstössen mit dem britischen Militär gekommen. Dies teilte das britische Verteidigungsministerium mit.

Auf britische Soldaten soll es ein Kopfgeld geben.
Auf britische Soldaten soll es ein Kopfgeld geben.
Nach einem Bericht der BBC lieferten sich Kämpfer der Mehdi-Armee Sadrs Feuergefechte mit britischen Soldaten. Es habe auch Versuche gegeben, das Gouverneursgebäude in der Hafenstadt zu stürmen. Auch das Hauptquartier der Koalitionstruppen in Basra soll angegriffen worden sein.

Mit Sturmgewehren und Panzerfäusten bewaffnete Angehörige von Sadres Mehdi-Miliz errichteten Kontrollstellen, wie die Agentur Reuters berichtete. In mehreren Stadtvierteln waren Schüsse zu hören. Angaben über Opfer lagen zunächst nicht vor.

Am Vortag hatte ein führender Anhänger el Sadrs beim Freitagsgebet in Basra zur Entführung britischer Soldaten aufgerufen. Dafür wurde eine Belohnung von umgerechnet bis zu 350 Euro ausgesetzt. Für die Tötung eines britischen Soldaten sollte es angeblich einen Kopfpreis von 150 Euro geben.

In der Stadt Amara weiter nördlich stürmten britische Soldaten nach Berichten von Augenzeugen ein Büro von Sadrs Organisation. Dabei sei es zu heftigen Schusswechseln mit Angehöriges der Mehdi-Miliz gekommen. Mindestens drei Iraker seien dabei getötet worden. Nach britischen Militärangaben wurden zwei Soldaten leicht verwundet.

In den vergangenen Tagen haben sich US-Truppen bereits Kämpfe in den mehrheitlich von Schiiten bewohnten Städten Nadschaf, Kerbela, Diwanija und Kufa geliefert. Dabei kamen dutzende Kämpfer der Mehdi-Armee ums Leben.

Sadr hatte Anfang April einen Aufstand gegen die US-geführten Besatzungstruppen in Irak begonnen. Die USA wollen seine Miliz vor der geplanten Machtübergabe in Irak an eine Übergangsregierung am 30. Juni ausschalten und haben erklärt, sie wollten ihn selbst tot oder lebendig fassen. Der Schiitenführer hält sich nach letzten Informationen in Nadschaf auf.

(rr/sda)

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