Fiasko für Fernost
publiziert: Sonntag, 25. Jun 2006 / 16:10 Uhr

Vier Jahre nach den Erfolgen bei ihrer Heim-WM sind Südkorea und Japan bei der WM in Deutschland frühzeitig gescheitert.

Zicos Zeit in Asien ist wohl vorbei.
Zicos Zeit in Asien ist wohl vorbei.
Auch Iran und Saudi-Arabien flogen in der Vorrunde raus. Fernost jammert über das Fussball-Fiasko.

Besonders Südkorea konnte fernab der Heimat nicht an die Leistung von 2002 anknüpfen, als das Team unter der Regie von Guus Hiddink sensationell Vierter geworden war.

Mit Hiddinks holländischem Landsmann Dick Advocaat als Coach kam Südkorea gegen die Schweiz in Hannover (0:2) nicht dazu, seine Laufstärke auszuspielen. Das WM-Aus löste in der Heimat, in der die Erwartungen vor dem Turnier gross gewesen waren, tiefen Frust aus.

«Vernichtende Niederlage»

«Trauriges Morgengrauen», titelte die Zeitung «Dong-A Ilbo». Das Spiel gegen die Schweiz wurde um 04.00 Uhr morgens koreanischer Zeit angepfiffen.

«Chosun Ilbo» schimpfte: «Der asiatische Fussball versagte.»

Ähnlich enttäuscht waren bereits die japanischen Medien nach dem Schietern gewesen: «Nikkan Sports» sprach von einer «vernichtenden Niederlage», «Yomiuri Shimbun» von einer «totalen Niederlage für Japan».

Zicos Mission ist beendet

Nippons brasilianischer Coach Zico dagegen war trotz des frühen Scheiterns nicht sonderlich enttäuscht, obwohl Japan vor vier Jahren noch die Achtelfinal erreichte: «Wir können jedem Team auf Augenhöhe begegnen», sagte der 53-Jährige nach der Niederlage im letzten Vorrunden-Spiel gegen Brasilien (1:4).

«Dass wir die K.o.-Runde nicht erreicht haben, macht die Arbeit von vier Jahren nicht kaputt.»

Zicos Mission in Japan aber ist beendet, der «weisse Pele» hört als Nationalcoach auf. Sene abschliessenden Analyse: «Japans Fussball braucht noch mehr Professionalität, seine begabten Protagonisten brauchen mehr Wettbewerb und internationale Herausforderungen. Und sie müssen athletischer werden und physisch zulegen».

Osim für Zico

Zicos Nachfolger steht praktisch bereit. Der ehemalige jugoslawische Nationaltrainer Ivica Osim (65) wird wahrscheinlich den Asienmeister künftig trainieren.

«Wir haben bereits vor Beginn der Weltmeisterschaft verhandelt. Die Chance liegt bei 70 bis 80 Prozent», erklärte Saburo Kawabuchi, der Präsident des japanischen Verbandes JFA.

Eine Entscheidung soll laut Kawabuchi Ende diesen Monats oder spätestens Anfang Juli fallen. Osim hatte Jugoslawien zur WM-Endrunde 1990 in Italien geführt und arbeitete vier Jahre beim japanische J-League-Klub JEF United Chiba.

Wenige Spieler in den Top-Ligen

In Südkorea stehen die Zeichen ebenfalls auf Trainerwechsel, obwohl Advocaat seine Zukunft noch offen lässt: «Ich bin zu enttäuscht, um darüber zu sprechen. Ich werde darüber in Ruhe nachdenken. Wenn unsere Nationalmannschaft besser werden soll, muss auch die koreanische Liga besser werden.»

Die meisten Südkoreaner spielen in der Heimat, nur wenige, wie Mittelfeldstar Park Ji-Sung (Manchester United), haben den Sprung in europäische Top-Ligen geschafft.

Tiefe Depression herrscht im Iran, das vor der WM als «bestes iranisches Team aller Zeiten» gefeiert worden war.

Der iranische Fussball steht vor einem kompletten Neuanfang: Verbands-Präsident Mohammad Dadkan wurde von der Regierung in Teheran entlassen, Trainer Branko Ivankovic kam seiner Entlassung mit dem Rücktritt zuvor.

(rr/Si)

 
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