Filesharing-Dienst Rapidshare strebt Imagewechsel an
publiziert: Freitag, 13. Jul 2012 / 13:43 Uhr
Nehmen die Nutzer der Plattform den Image-Wandel zum seriösen Online-Speicher ab?
Nehmen die Nutzer der Plattform den Image-Wandel zum seriösen Online-Speicher ab?

Rapidshare haftet der Ruch des Verbotenen an. Der Online-Speicherdienst diente lange als eine Drehscheibe für illegale Kopien von Musik und Kinofilmen sowie Computerspielen und Software - in der Medienbranche ist er auch heute als Selbstbedienungsladen für Raubkopierer verschrien.

Wir sind eine schweizer «Full Service Webagentur» mit den Kernkompetenzen, eCommerce, Webdesign und Online Marketing
6 Meldungen im Zusammenhang
Doch das Unternehmen tut mittlerweile mehr gegen die illegale Verbreitung von Blockbustern und Chart-Hits. Der Bundesgerichtshof (BGH) verhandelt heute über die Frage, ob Rapidshare genug tut.

Rapidshare ist ein so genannter Filehoster: Nutzer können unkompliziert Dateien auf den Servern des Unternehmens ablegen und diese per Link anderen zur Verfügung stellen. Der Anbieter ist somit Online-Speicher und Verteilstation zugleich. Dieses Vorgehen ist per se nicht verboten. So können Nutzer etwa selbst aufgenommene Urlaubsvideos an ihre Freunde und Bekannte verschicken - aber eben auch illegal kopierte Filme oder Songs verbreiten.

Rapidshare sucht aktiv nach verdächtigen Inhalten

Als «Kopiermaschine» bezeichnet der US-Verband der Musikindustrie RIAA (Recording Industry Association of America) deswegen solche Portale. Rapidshare steht für die Organisation in einer Reihe mit Megaupload - jenem Dienst, den die US-Bundespolizei FBI im Januar mit einer spektakulären Aktion vom Netz genommen hatte. Auch das aktuelle Verfahren vor dem Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe dreht sich um illegale Kopien: Die Richter müssen urteilen, ob die Plattform genug dagegen tut, dass geschützte Werke öffentlich zugänglich gemacht werden.

Rapidshare beteuert, gegen illegale Kopien vorzugehen - «wir haben nicht erst vor ein paar Monaten angefangen», betont Geschäftsführerin Alexandra Zwingli. Das Unternehmen setzt auf zwei Mittel: Es schmeisst notorische Raubkopierer raus und sucht von sich aus nach verdächtigen Inhalten.

Dafür hat Rapidshare eine «Anti-Abuse-Abteilung» eingerichtet, die gegen Rechtsverstösse vorgehen soll. 17 der insgesamt 60 Mitarbeiter suchen nach Nutzern, die immer wieder Filme, Lieder oder Spiele illegal verbreiten. «Die Maschinen helfen, Verdachtsfälle aufzudecken. Die Entscheidung wird dann von einem Mitarbeiter überprüft», erklärt der Rechtsanwalt Daniel Raimer, der das Unternehmen vertritt. Das seien «relativ viele» - wie viele, legt der Anbieter aber nicht offen.

Rapidshare richtet «Anti-Abuse-Abteilung» ein

Zudem stöbern die Missbrauchswächter in einschlägigen Foren nach Links, die zu Dateien auf der Plattform führen. Teils läuft das automatisch mit einer Suche; auch hier wird es ohne menschliche Intelligenz schwierig: «Die Maschinen sind nicht sehr schlau darin, illegale Inhalte zu erkennen», sagt Raimer.

Das ist mühsam. Eine Vorab-Filterung der Inhalte kommt für das in der Schweiz ansässige Unternehmen trotzdem nicht infrage. «Rapidshare will ein Speicherort für jedermann sein», sagt Zwingli. Nutzer dürften dort beispielsweise Musik ablegen und von überall aus anhören - das sei durch das Recht auf Privatkopien gedeckt, solange man nicht Dritten Zugang zu den Dateien gebe. «Eine Filtertechnologie würde das verhindern.»

Auch heute noch sind illegale Inhalte bei Rapidshare zu finden, das zeigt ein Blick in die einschlägigen Portale. «Eine lückenlose Sicherheit können wir nicht gewährleisten», sagt Zwingli. «Aber wir sind bemüht, das unsere zu tun, um das Problem in den Begriff zu bekommen.» Vom Verfahren vor dem BGH erhofft sich das Unternehmen Rechtssicherheit. «Die Streitigkeiten sind mittlerweile fünf Jahre alt - wir wollen das geklärt haben», sagt Raimer. «Wir denken, dass wir deutlich mehr gegen Urheberrechtsverletzungen machen als alle Wettbewerber.»

Rapiddrive: Neue Datei-Verwaltung über Windows-PC

Dem Bundesverband Musikindustrie reicht das allerdings nicht. «Zwar hat sich das Unternehmen im Kontext der Megaupload-Schliessung offenbar dahingehend positioniert, künftig stärker gegen Urheberrechtsverletzungen vorgehen zu wollen, von den konkreten Anstrengungen ist aber bislang nur wenig bei uns angekommen», erklärt der Geschäftsführer Florian Drücke. Die Grundproblematik bleibe bestehen: Dateien könnten «potenziell unbegrenzt verbreitet werden».

Das Rapidshare-Geschäft soll jedenfalls auch ohne illegale Kopien laufen. Dafür ahmt das Unternehmen andere Online-Speicher wie Dropbox nach: So gibt es seit kurzem ein Programm namens Rapiddrive für eine komfortablere Datei-Verwaltung über Windows-PCs, seit Anfang des Jahres die Freigabe einzelner Ordner. Rapidshare-Nutzer können prinzipiell kostenlos Dateien hochladen, zahlen müssen sie für mehr Komfort: mehr Speicher, mehr Tempo, unbegrenzte Speicherdauer.

Die Konkurrenz ist allerdings gross. Punkten will das Unternehmen mit Geschwindigkeit und Datenschutz. «Der ein oder andere Nutzer will wissen, dass seine Daten vertraulich behandelt werden», sagt Raimer. «Da ist Rapidshare als Dienstleister in der Schweiz gut aufgestellt.» Die Frage ist: Nehmen die Nutzer der Plattform den Image-Wandel zum seriösen Online-Speicher ab?

(Paulina Gesikowski/teltarif.ch)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Baar ZG - Schlechte Neuigkeiten für die Angestellten des Filehosters Rapidshare: Das Unternehmen entlässt an seinem ... mehr lesen
Das Unternehmen kündigt in seinem Hauptsitz gleich 45 seiner 60 Mitarbeiter. (Archivbild)
uTorrent will Künstler, deren Musik oder Filme kostenlos heruntergeladen werden, finanziell entschädigen.
San Francisco/Lüneburg - Durch ein neues Experiment könnte zwischen ... mehr lesen
Der Urheber-Rechtsstreit der deutschen Ver­wertungsgesellschaft GEMA mit dem Filehoster Rapidshare geht in die nächste Runde und wird voraussichtlich vor dem deutschen Bundesgerichtshof entschieden. mehr lesen 
Ein US-Bezirksgericht im südlichen Kalifornien hat eine einstweilige Verfügung gegen den, in der Schweiz ansässigen, Filehoster ... mehr lesen
RapidShare schliesst Raubkopien in seinen AGBs aus, wird aber in der Praxis dennoch für illegale Zwecke genutzt. (Symbolbild)
One-Click-Hoster wie Rapidshare.com werden zunehmend für Malware-Angriffe missbraucht.
Bochum - Der Dateihosting-Dienst ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Kopenhagen - Ein Gericht in Dänemark hat den dortigen Internetprovider Tele 2 dazu verurteilt, den Zugang zur BitTorrent-Plattform ... mehr lesen
Man könne über die Webseite an urheberrechtlich geschütztes Material herankommen, aber das ginge auch über Google und andere Seiten.
Premium Website Ranking
GLOBONET GmbH
Toggenburgerstrasse 26
9500 Wil SG
Wir sind eine schweizer «Full Service Webagentur» mit den Kernkompetenzen, eCommerce, Webdesign und Online Marketing
Whatsapp scheint immer noch beliebt zu sein. (Symbolbild)
Whatsapp scheint immer noch beliebt zu sein. ...
Marke geknackt  Mountain View - Weltweit nutzen 500 Millionen Menschen regelmässig den Kurznachrichtendienst WhatsApp. 
Facebook erhält grünes Licht für Kauf von WhatsApp Washington - Die US-Regulierer haben den milliardenschweren Kauf von WhatsApp durch Facebook ...
Facebook ist dem Ziel schon ein Schritt näher gekommen. (symbolbild)
Mehrheit der Schweizer vertraut weiter WhatsApp Trotz zweifelhafter Datensicherheit und umstrittener Übernahme durch ...
Telefonieren mit WhatsApp bald möglich Barcelona - Nutzer von WhatsApp sollen bald auch Anrufe über die App machen können. ...
Der Zusammenbruch eines grossen Cloud-Anbieters könnte einen ähnlichen Schock auslösen wie die Lehman-Pleite.
Internetgefahren  Zürich - Der Versicherungskonzern Zurich warnt vor einer «Cyber-Sub-Crime-Krise»: Die zunehmende ...  
Domain Namen registrieren
Domain Name Registration
Zur Domain Registration erhalten Sie: Weiterleitung auf bestehende Website, E-Mail Weiterleitung, Online Administration, freundlichen Support per Telefon oder E-Mail ...
Domainsuche starten:


Web to Print, Brand Management, Remote Publishing Systeme. Content Management Systeme. Weblösungen.
Übrigens: Hier könnte auch Ihr Unternehmen gefunden werden.
Erfassen Sie zuerst Ihr kostenloses Firmenporträt! Mit dem Firmenporträt präsentieren Sie Ihr Unternehmen und Ihre wichtigsten Dienstleistungen schnell und einfach auf dem wichtigsten KMU-Marktplatz der Schweiz.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MI DO FR SA SO MO
Zürich 8°C 14°C leicht bewölkt leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Basel 6°C 14°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
St.Gallen 8°C 16°C leicht bewölkt leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Bern 8°C 19°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 8°C 19°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Genf 8°C 20°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 10°C 22°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten