«Harte Arbeit näherbringen»
Filmpiraten sollen belehrt statt verklagt werden
publiziert: Freitag, 12. Sep 2014 / 14:58 Uhr
Ins Kino gehen - heute nicht mehr selbstverständlich.
Ins Kino gehen - heute nicht mehr selbstverständlich.

Washington - Die bislang so klagefreudige Motion Picture Association of America (MPAA) will im Kampf gegen Filmpiraterie offenbar neue Wege gehen,

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Dies deuteten Kommentare im Rahmen einer Veranstaltung des Creative Rights Caucus des US-Kongresses an.

«Harte Arbeit näherbringen»

«Die Welt verändert sich mit Warp-Geschwindigkeit. Da werden wir uns nicht durch Gesetzgebung oder Klagen herausarbeiten», unterstreicht MPAA-CEO Chriss Dodd gegenüber The Wrap. Stattdessen spricht er davon, Piraten lieber die harte Arbeit hinter Filmen näherzubringen - und vom vollen Ausschöpfen moderner Vertriebswege.

Die MPAA war lange Antipiraterie-Hardliner und hat von Usenet-Seitenbetreibern über Rentner, deren Enkel Filme heruntergeladen haben, bis zu Megaupload-Gründer Kim «Dotcom» Schmitz alles verklagt. Zudem steht sie im Ruf, umstrittene Gesetze wie den Digital Millennium Copyright Act auszureizen.

Doch nun spricht Dodd davon, dem schnellen Wandel der modernen Welt innovativ zu begegnen, indem man «Menschen über die harte Arbeit von Menschen belehrt». Zudem betont er, dass jeder dazu beitragen, dass Inhalte respektiert werden können - und spricht damit die Filmindustrie selbst an.

Breiter Vertrieb funktioniert

«Statt mit dem Finger zu zeigen und 14-Jährige festzunehmen, lautet die Lösung, unsere Produkte in möglichst vielen Formaten und Vertriebsschienen wie möglich zugänglich zu machen, zu einem Preis, den sie sich leisten können», betont der MPAA-Chef.

Darauf, sich beim Kongress für noch härtere Antipiraterie-Gesetze einzusetzen, wolle man in Zukunft verzichten. Ob das wirklich stimmt, bleibt zwar abzuwarten. Ein Versuch, mit besseren Vertriebsmodellen statt Klagen zu arbeiten, könnte sich aber lohnen. Denn einer aktuellen Studie nach sind gerade Filmpiraten eigentlich sehr kaufwillig.

Einkommen und Jobs in Gefahr

Wie das Belehren von Filmpiraten aussehen könnte, zeigt indes eine Infografik des Creative Rights Caucus. Sie stellt in der Öffentlichkeit wenig sichtbare Mitwirkende wie Spezialeffekttechniker in den Vordergrund und spricht davon, dass Filmpiraterie jährlich 5,5 Mrd. Dollar (5,14 Mrd. Franken) und 141'000 Jobs kostet.

«Online-Diebstahl schadet vielleicht nicht den Stars, kostet mich aber die Aussicht auf ein gutes Einkommen», legt die Grafik einem Beleuchter in den Mund. Ob solch ein Mittel wirklich geeignet ist, Sympathien für grosse Studios und Verwertungsgesellschaften zu wecken, scheint fraglich.

(awe/pte)

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