Nördliche NEAT-Zufahrt ab 2022 bereit
Finanzierung für NEAT-Zufahrt durch deutsches Rheintal steht
publiziert: Freitag, 24. Aug 2012 / 23:27 Uhr

Bern - Die NEAT-Zubringerstrecke durch das deutsche Rheintal kann ausgebaut werden. Das Bundesverkehrsministerium und die Deutsche Bahn haben am Freitag eine Finanzierungsvereinbarung über den Bau des nördlichsten Abschnittes der Rheintalbahn geschlossen.

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Der Streckenabschnitt beginnt südlich von Karlsruhe und ist 16 Kilometer lang. Für den Neubau, der auch den Rastatter Tunnel umfasst, werden insgesamt rund 693 Millionen Euro (832 Mio. Franken) investiert.

Eigentlich hätte der Streckenabschnitt schon vor Jahren, parallel mit dem Bau einer Bundesstrasse, ausgebaut werden sollen. Wegen fehlender Mittel war der Bau der Schienenstrecke jedoch immer wieder aufgeschoben worden.

In Betrieb ab 2022

Gemäss der Mitteilung kann die neue Trasse nach heutigem Stand der Planung im Jahr 2022 in Betrieb genommen werden - sechs Jahre nach der geplanten Inbetriebnahme des neuen Gotthard-Basistunnels. Für die Zufahrt zur NEAT würden die nötigen Kapazitäten aus heutiger Sicht rechtzeitig bereit stehen, teilte das Bundesamt für Verkehr (BAV) am Freitag mit.

Für das BAV ist die Mitteilung aus Deutschland «erfreulich». Die gefundene Finanzierungslösung sei ein klares Zeichen, dass Deutschland das Problem erkannt habe und bereit sei zu investieren.

Die Rheintalbahn ist eine der meistbefahrenen Schienenstrecken Deutschlands. Sie ist die Hauptachse für Güterverkehr zwischen den grossen Containerhäfen im Norden sowie der Schweiz und Italien im Süden. Zum Ausbau hatte sich Deutschland 1996 in einem Staatsvertrag mit der Schweiz verpflichtet.

Die nun geschlossene Vereinbarung umfasst im Wesentlichen den Bau einer etwa 10 Kilometer langen Eisenbahnstrecke ab Bashaide südlich von Karlsruhe. Daran schliesst der gut 4 Kilometer lange Tunnel unter der Stadt Rastatt und dem Fluss Murg an.

Laut Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer können mit der Beseitigung dieses Flaschenhalses neue Kapazitäten geschaffen und die Fahrzeiten im Personenverkehr verkürzt werden.

Widerstand gegen Ausbau

Die Neubaustrecke mündet schliesslich in die Schnellfahrstrecke zwischen Rastatt Süd und Offenburg, die seit 2004 in Betrieb ist. In Offenburg allerdings wurde die Planung für den Ausbau der Rheinatalbahn wegen Widerstands der Bevölkerung und der lokalen Behörden letztes Jahr eingestellt.

Inzwischen habe man sich auf einen angepassten Trassenverlauf einigen können und neue Planungsarbeiten aufgenommen, sagte eine Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums auf Anfrage. Wann die Arbeiten aufgenommen werden, ist nach ihren Angaben noch ungewiss, da die neue Planung auch neue Einsprachemöglichkeiten eröffnet.

(asu/sda)

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