Fischer ruft in Jerusalem zu Friedensanstrengungen auf
publiziert: Dienstag, 8. Apr 2003 / 16:29 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 9. Apr 2003 / 01:00 Uhr

Jerusalem - Der deutsche Aussenminister Joschka Fischer hat Israelis und Palästinenser zu verstärkten Anstrengungen für Frieden im Nahen Osten aufgerufen. Fischer warb zudem für Unterstützung für Palästinenser-Premier Mohammed Abbas.

Joschka Fischer.
Joschka Fischer.
Es ist wichtig, dass sein Kabinett nominiert wird und dass er arbeiten kann, sagte Fischer nach einem Treffen mit Israels Staatspräsident Mosche Katzav in Jerusalem.

Auch Katzav sei der Auffassung, dass Abbas vor allem in der schwierigen Anfangsphase unterstützt werden müsse, hiess es von Teilnehmern des Treffens. Abbas gilt als Vertreter eines moderaten Kurses gegenüber Israel. Derzeit bemüht er sich um die Aufstellung eines Kabinetts.

So könnte sich die Regierungsbildung verzögern. Eine Palästinenser-Regierung unter Abbas gilt jedoch als Vorraussetzung für neue Friedensbemühungen. Fischer will Abbas und Arafat am Mittwoch zum Abschluss seiner dreitägigen Nahost-Reise treffen.

Beim Treffen mit Katzav drängte Fischer Israel zur Annahme des sogenannten Nahost-Fahrplanes. Dieser war von den USA, der UNO, der EU und Russland ausgearbeitet worden. Der Fahrplan sieht vor, dass bis 2005 ein unabhängiger palästinensischer Staat geschaffen werden soll.

Überschattet wurde der Besuch von der kurzfristigen Gesprächsabsage des stellvertretenden Ministerpräsidenten Josef Tommy Lapid. Der Chef der Shinui-Partei hatte Fischer in seinem Amtssitz im arabischen Ostteil Jerusalems treffen wollen. Weil Ostjerusalem völkerrechtlich nicht zu Israel gehört, sondern besetztes Gebiet ist, lehnte Deutschland dort einen Besuch ab.

(bert/sda)

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