Unterstützung für das Grenzwachtkorps
Flüchtlinge: 5000 Soldaten müssen später in den WK
publiziert: Freitag, 26. Feb 2016 / 14:58 Uhr
Bei Bedarf werden auch Infanterie-Durchdiener und WK-Bataillone aufgeboten.
Bei Bedarf werden auch Infanterie-Durchdiener und WK-Bataillone aufgeboten.

Bern - Weil der Bund damit rechnet, dass ab Frühjahr wieder mehr Flüchtling die Schweiz erreichen, bringt die Armee sich in Stellung, um das Grenzwachtkorps zu unterstützen. Sie hat deswegen den WK von 5000 Soldaten - allen voran von Militärpolizisten - verschoben.

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Das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) bestätigte am Freitag einen Bericht der Zeitung «Blick». Für fünf Bataillone wurde im Januar der Wiederholungskurs (WK) verschoben.

Ein Bataillon leiste seinen Dienst während der Sommerferien, zwei Monate später als geplant, nannte das VBS auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda ein Beispiel. Bei einem anderem wurde der WK nur um zwei Wochen verschoben. Bei zwei weiteren Bataillonen erliess die Armee Bereitschaftsauflagen. Dabei ist aber das Datum, an dem die Soldaten zum WK einrücken müssen, gleich geblieben.

2000 Soldaten in zwei Tagen

«Die Armee will damit sicherstellen, dass sie über das ganze Jahr hinweg über eine in etwa gleich bleibende Anzahl im Dienst stehender Truppen verfügt und damit auch kurzfristig für subsidiäre Einsätze zu Gunsten der zivilen Behörden eingesetzt werden kann», schrieb die VBS-Medienstelle.

Sollte das für die Grenze zuständige Grenzwachkorps wegen eines starken Andrangs von Flüchtlingen überfordert sein, könnte die Armee innerhalb von 48 Stunden bis zu rund 2000 Soldaten aufbieten, hatte Armeechef André Blattmann dem «Blick» erklärt.

Als erstes müssten Militärpolizisten die Grenzwächter unterstützen. Reicht dies nicht, werden Infanterie-Durchdiener aufgeboten und dann die WK-Bataillone mit den Bereitschaftsauflagen.

Mobilisierung braucht Parlaments-Ja

Blattmann hatte an der Medienkonferenz zur Armeereform am Donnerstag angedeutet, dass unter Umständen auch die Mobilisierung zusätzlicher Verbände ins Auge gefasst werden könnte. Am Freitag präzisierte das VBS, ein solcher Schritt brauche Zeit, da eine weitere Mobilisierung «von Bundesrat und Parlament angeordnet und beschlossen» werden müsse.

Blattmann hatte im «Blick» auch verschiedene Einsatzmöglichkeiten für die Armeeangehörigen skizziert, zum Beispiel, dass die Soldaten Flüchtlinge in Empfang nehmen und in Auffanglager bringen könnten oder Einsätze an der Grenze.

«Die Armee hat noch keinen Auftrag», schrieb das VBS am Freitag dazu. Die Frage der Aufgaben werde «gegenwärtig zwischen den beteiligten Departementen und Instanzen - Finanzdepartement mit Grenzwachkorps, Departement Sommaruga mit dem SEM und VBS mit der Armee diskutiert».

(bert/sda)

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