Langer Marsch
Flüchtlinge suchen neuen Weg nach Mazedonien
publiziert: Montag, 14. Mrz 2016 / 15:28 Uhr

Chamilo - Aus dem provisorischen Flüchtlingslager im griechischen Idomeni sind am Montag etwa tausend Menschen aufgebrochen, um eine alternative Route ins Nachbarland Mazedonien zu finden. Sie wollen versuchen, zu Fuss die Grenze illegal zu überschreiten.

7 Meldungen im Zusammenhang
Wie Reporter aus der Grenzregion berichtete, bewegten sich die Flüchtlinge mit all ihren Habseligkeiten in Richtung des nahegelegenen Grenzdorfes Chamilo, rund zwei Kilometer südwestlich von Idomeni.

Nach einem acht Kilometer langen Marsch durchquerten einige hundert von ihnen einen reissenden Fluss auf griechischer Seite, dessen anderes Ufer noch etwa 500 Meter von der mazedonischen Grenze entfernt ist. An dieser Stelle unweit Chamilo gebe es dem Anschein nach keinen Grenzzaun mehr, der die Menschen auf ihrem Weg in Richtung Deutschland aufhalte.

Die Flüchtlinge stammen demnach vorwiegend aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. Bei der Querung des Flusses halfen junge Männer schwächeren Flüchtlingen, damit diese nicht von der Strömung mitgerissen wurden.

Aussichtsloses Unterfangen

Später zogen griechische Bereitschaftspolizisten auf und teilten den Menschen mit, dass ihr Vorhaben sinnlos sei: Auf mazedonischer Seite würden die Flüchtlinge bereits erwartet und von den dortigen Behörden wieder zurück über die Grenze nach Griechenland gebracht.

Die Bereitschaftspolizisten versuchten zwar, die Gruppe aufzuhalten, liessen sie dann aber passieren, ohne Gewalt anzuwenden.Mazedonische Polizeikräfte waren zunächst nicht zu sehen.

Das Flüchtlingslager in Idomeni ist völlig überfüllt, die mindestens 12'000 Menschen dort leben unter unzumutbaren Zuständen. In den vergangenen Tagen setzte Dauerregen den Flüchtlingen zusätzlich zu.

Mazedonien liegt auf der sogenannten Balkanroute, über die bereits zahlreiche Flüchtlinge in Aufnahmeländer wie Deutschland gelangten. Vor zweieinhalb Wochen führten Mazedonien und weitere Länder der Balkanroute aber eine Tagesobergrenze für die Einreise von Flüchtlingen ein. Mittlerweile ist die Balkanroute de facto vollständig geschlossen.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
1
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Rom/Wien - Italien und Österreich ... mehr lesen
Athen - Der griechische Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos hat das Vorgehen der mazedonischen Polizei gegen Flüchtlinge scharf kritisiert. Die Vorfälle am griechisch-mazedonischen ... mehr lesen
Finnland wolle neue illegale Flüchtlingsrouten verhindern, teilte der finnische Präsident Sauli Niinisto mit.
Helsinki - Wegen des gewachsenen Flüchtlingszustroms haben sich Finnland und Russland vorübergehend auf Einreisebeschränkungen verständigt. Für ein halbes Jahr dürften lediglich ... mehr lesen 1
Weitere Artikel im Zusammenhang
Schutz...
finden die "Flüchtlinge" dort, wo sie jetzt sind, auch. Ein Anrecht auf das Land mit den besten Sozialleistungen gibt es nach wie vor nicht. Daher wird das Wort "Schutzsuchender" oder auch "Flüchtling" immer bewusst verharmlosend gebraucht. Schutz suchen die keinen mehr, den haben sie schon in etlichen Ländern vor Mazedonien gehabt. Es geht nur um die Optimierung der persönlichen Situation auf Kosten der Bevölkerung des Ziellandes, die das finanzieren, ermöglichen und tolerieren soll. "Asyloptimierer" (O-Ton J. Mikl-Leitner, Innenministerin Österreich) trifft es daher wesentlich besser als "Schutzsuchender" oder "Flüchtling".
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Fluchtroute auf der Seestrecke zwischen Nordafrika ...
Erschreckende Zahlven von der UNO  Berlin - Bei Bootsunglücken im zentralen Mittelmeer sind in der zurückliegenden Woche nach UNO-Angaben wahrscheinlich mindestens 880 Flüchtlinge umgekommen - und damit weit mehr als ohnehin schon befürchtet. mehr lesen 
Amnesty International berichtet  Kabul - Die Zahl der Binnenflüchtlinge hat sich wegen des Kriegs in Afghanistan in nur drei Jahren mehr als verdoppelt - auf heute 1,2 Millionen Menschen. 2013 hatten die Vereinten ... mehr lesen
Afghanische Binnenflüchtlinge vegetierten unter «abscheulichen Bedingungen gerade so am Rande des Überlebens dahin». (Symbolbild)
Bereits 100 Objekte erfasst  Wil SG - Digitale Stadtpläne sollen künftig Menschen mit einer Behinderung die Orientierung erleichtern. ... mehr lesen  
Bei der Erstellung des Zugänglichkeitsplans in Wil werden auch Betroffene miteinbezogen.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 4°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Basel 6°C 22°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wechselnd bewölkt
St. Gallen 8°C 18°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 4°C 19°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wechselnd bewölkt
Luzern 7°C 19°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Genf 5°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig bewölkt, etwas Regen
Lugano 10°C 21°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig bewölkt, etwas Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten