Fluglotsen-Mörder nach Russland?
publiziert: Donnerstag, 27. Okt 2005 / 13:33 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 27. Okt 2005 / 14:10 Uhr

Zürich - Ein Gesuch Russlands für die Auslieferung des wegen Tötung des Skyguide-Fluglotsen Russen ist noch nicht eingegangen.

Das Zürcher Obergericht verurteilte den Angeklagten wegen vorsätzlicher Tötung zu acht Jahren Zuchthaus.
Das Zürcher Obergericht verurteilte den Angeklagten wegen vorsätzlicher Tötung zu acht Jahren Zuchthaus.
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Dies sagte Folco Galli vom Bundesamt für Justiz (BJ). Basis dafür wäre das europäische Überstellungs-Übereinkommen, das Russland vergangenen April zwar unterzeichnet, aber noch nicht ratifiziert habe. Idealerweise sollte Russland dieses Abkommen ratifizieren, um ein Gesuch stellen zu können.

Sollte Russland das Gesuch vor dessen Ratifizierung stellen, könnte eine Überstellung des Verurteilten gemäss Galli dennoch geprüft werden - dann gestützt auf das Rechtshilfegesetz.

Täter möchte Strafe in Russland absitzen

Geprüft würde ein Gesuch vom BJ und dem Kanton, der für den Strafvollzug des Verurteilten zuständig ist. Mit der Überstellung ins Heimatland müssten Russland und der Verurteilte sowie die Schweiz und der zuständige Kanton einverstanden sein. Der 49-jährige Mann aus der russischen Teilrepublik Nord-Ossetien möchte gemäss seinem Anwalt die Strafe in der Heimat absitzen.

Das Zürcher Obergericht verurteilte den Mann am Mittwoch wegen vorsätzlicher Tötung zu acht Jahren Zuchthaus. Sowohl der Staatsanwalt als auch der Verteidiger fassen einen Weiterzug des Urteils ins Auge.

Eine Überstellung setzt gemäss Galli aber voraus, dass das Urteil rechtskräftig und vollstreckbar ist. Bedingung sei zudem, dass der Verurteilte, der sich seit Monaten im vorgezogenen Strafvollzug befindet, noch ein halbes Jahr seiner Strafe zu verbüssen habe.

(ht/sda)

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