Fluglotsenmörder kritisiert Justiz
publiziert: Freitag, 28. Okt 2005 / 20:37 Uhr

Moskau - Der Russe, der wegen der Tötung eines Fluglotsen der Schweizer Flugsicherung Skyguide am Mittwoch in Zürich verurteilt wurde, hat schwere Vorwürfe gegen die schweizerische Justiz erhoben.

Das Justizsystem des Landes verstehe nicht, was Gerechtigkeit eigentlich sei.
Das Justizsystem des Landes verstehe nicht, was Gerechtigkeit eigentlich sei.
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Das Justizsystem des Landes verstehe nicht, was Gerechtigkeit eigentlich sei, zitierte die Zeitung «Iswestia» am Freitag den wegem vorsätzlicher Tötung zu acht Jahren Gefängnis verurteilten 49-Jährigen.

«Schon als die Ermittlungen noch liefen, habe ich gemerkt, dass die 71 Menschen, die wegen Skyguide gestorben sind, für die schweizerische Justiz gar nicht existieren.»

Keine persönliche Entschuldigung

Fair wäre es gewesen, den Chef von Skyguide zu verurteilen, fügte der Russe hinzu. Er habe von den Verantwortlichen nicht einmal eine persönliche Entschuldigung für den Verlust seiner Familie bei dem Unglück erhalten.

Der Mann aus der russischen Kaukasusrepublik Nord-Ossetien hatte bei dem Zusammenprall einer DHL-Frachtmaschine und eines russischen Passagierflugzeugs seine Frau und zwei Kinder verloren. Er machte den Fluglotsen für das Unglück verantwortlich und tötete ihn.

Die Flugzeuge waren am 1. Juli 2002 im baden-württembergischen Überlingen abgestürzt, dessen Luftraum vom Flughafen in Zürich überwacht wird. Der Verurteilte gestand die Tötung, bestritt aber, vorsätzlich gehandelt zu haben.

(bert/sda)

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