Flugunfall: «Pilot wollte nach links drehen»
publiziert: Mittwoch, 25. Jul 2007 / 17:07 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 25. Jul 2007 / 19:04 Uhr

Basel/Zürich - Ob der Experimentalflieger Hans Georg Schmid vergangenen Montag tatsächlich über das relativ dicht besiedelte Quartier beim Basler Bachgrabenareal fliegen wollte, dürfte nach jetzigem Kenntnisstand eher unwahrscheinlich sein.

Das Unglück dürfte mit der geringen Flughöhe zusammenhängen, so ein Experte.
Das Unglück dürfte mit der geringen Flughöhe zusammenhängen, so ein Experte.
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«Er flog nach Süden und wollte links Richtung Rhein abdrehen und dann dem Rhein entlang nach Norden zur Lindbergh-Route gelangen», glaubt Christian Gerber von der Bundesstelle für Flugunfall-Untersuchung (BFU), welche die Unfallursachen abklärt.

Gemäss Augenzeugen hatte das Flugzeug bereits am Start Mühe, Höhe zu gewinnen. «In einer solchen Situation fliegt ein Pilot grad aus, da ein Kurvenfliegen ein Höhenverlust bedeutet. Man denkt dann nicht ans Navigieren und auch nicht an einen Siedlungsraum, sondern man versucht lediglich, die Notsituation zu beheben und Höhe zu gewinnen», so Gerber. Man müsse jedoch die Funkaufzeichungen abwarten, betont er.

Freizeitflieger wählen Route

Tatsache ist, dass die Freizeitflieger in der Schweiz ihre Route praktisch vollumfänglich selber wählen können. Das BAZL erteilt lediglich die Flugbewilligung für eine Maschine. «Die Routenwahl liegt in der Verantwortung des Piloten und es handelte sich bei Schmid um einen erfahrenen Piloten», betont Daniel Göring vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL).

Für den Start erhielt der ehemalige Swissair-Pilot und Rekordflieger am EuroAirport eine Starterlaubnis. Über die spätere Route konnte Schmid selber entscheiden, bestätigt auch eine Sprecherin des Euro-Airport Basel-Mülhausen.

Mindestflughöhe über besiedeltem Gebiet

In der Schweiz gilt eine Mindestflughöhe von 300 Meter über besiedeltem Gebiet und 150 Meter über nichtbesiedeltem Gebiet, was den internationalen Normen entspricht. Dies gilt jedoch nicht bei Starts und Landungen.

Pilotinnen und Piloten müssen sich bei der zuständigen Flugsicherungsstelle, in der Schweiz bei der Skyguide, anmelden, wenn sie kontrollierte Lufträume benutzen wollen, also beispielsweise Flughafenzonen.

«Zu tief für Notlandefeld»

Hätten Schäden und Verletzungen vermieden werden können oder hätte sich der Pilot sogar retten können, wenn er über unbesiedeltem Gebiet geflogen wäre? In Anbetracht, dass Schmid für seinen Lindbergh-Gedenkflug nach Wisconsin in den USA einen speziell grossen und schweren Tank mit Flugbenzin mitführte, muss diese Frage zu denken geben.

Unter normalen Umständen hätte ein Flieger über einem grösseren Ballungsraum mit 300 Meter genug Höhe, um zum nächsten Notlandefeld zu gelangen, erklärt Daniel Bosshard, Fluglehrer und Chef der Flugschule Motorfluggruppe Zürich (MFZ). Das Unglück in Basel dürfte deshalb mit der geringen Flughöhe zusammen hängen. Privatpiloten würden gewöhnlich Flüge über Städte vermeiden und unkontrollierte Gebiete abseits grosser Flughäfen bevorzugen, so Bosshard weiter.

(Harald Tappeiner/news.ch)

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