Flugzeugcrash über dem Bodensee: 71 Tote!
publiziert: Dienstag, 2. Jul 2002 / 06:18 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 2. Jul 2002 / 13:25 Uhr

In der letzten Nacht wurde ein Albtraum Wirklichkeit. Ein russisches Passagierflugzeug und eine deutsche Frachtmaschine sind um 23.40 Uhr über dem Bodensee in 12'000 Metern Höhe kollidiert. 71 Menschen, darunter viele Kinder, starben. Ursache der Katastrophe ist wahrscheinlich ein Missverstädnis zwischen einem Fluglotsen in Zürich-Kloten und einem der Piloten.

7 Meldungen im Zusammenhang
Nach Polizeiangaben waren an Bord der Tupolew Tu 154 der Bashkirian Airlines 69 Menschen. Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben der Deutschen Botschaft in Moskau um 49 Erwachsene, 8 Kinder und 12 Besatzungsmitglieder. An Bord der Frachtmaschine vom Typ Boeing 757 des Paketdienstleisters DHL sollen sich nur der Pilot und der Co-Pilot befunden haben.

Rund sechs Stunden nach dem Unglück waren erst zwölf Leichen geborgen. Jedoch haben die Behörden wenig Hoffnung, Überlebende zu finden. Am Boden seien in dem recht dünn besiedelten Gebiet glücklicherweise keine Opfer zu beklagen.

Skyguide bliebt ungehört

Die Ursache der Katastrophe in rund 12'000 Metern Höhe könnte nach ersten Erkenntnissen auf einen Pilotenfehler zurückgehen. Der baden-württembergische Verkehrsminister Ulrich Müller erklärte am Morgen, nach Angaben der Flugsicherung in Zürich hätten die Fluglotsen die Tupolew aufgefordert, tiefer zu fliegen, da sie auf gleicher Höhe mit der Frachtmaschine gewesen sei.

Trotz mehrfacher Aufforderung habe der Pilot aber nicht reagiert. Die DHL-Boeing habe auszuweichen versucht, dabei sei es zum Zusammenstoss gekommen. Für den Flugraum über der Absturzstelle ist nicht die deutsche Flugsicherung zuständig, sondern die Schweizer Skyguide. Die Frachtmaschine habe keine gefährlichen Güter an Bord gehabt, sagte Müller. Der Flugschreiber der Tupolew sei gefunden worden.

Weit verstreute Trümmer

Brennende Wrackteile sind nach Angaben des Innenministeriums in Stuttgart in einem Umkreis von etwa 30 Kilometern auf die Erde gestürzt und haben grossen Schaden angerichtet. Die grössten Zerstörungen seien entlang eines sechs Kilometer langen Streifens festgestellt worden. An der Suche nach den Opfern beteiligten sich mehrere hundert Einsatzkräfte. Die Kantonspolizei Thurgau hatte ihren deutschen Kollegen Hilfe angeboten. Nach Angaben eines Sprechers befinden sich die Kantonspolizisten in Bereitschaft.

Auch in der Ostschweiz sichtbar

Zahlreiche Menschen in Süddeutschland aber auch in der Ostschweiz konnten in der relativ klaren Nacht den Zusammenstoss und einen Feuerball beobachten. Zunächst hatte es über die Zahl der Opfer Verwirrung gegeben. Die Behörden hatten von bis zu 150 Toten gesprochen. An Bord der Maschine auf dem Flug von Moskau nach Barcelona mit Zwischenstopp in München seien acht Kinder gewesen, hiess es. Die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtete hingegen, dass sich nach Angaben der russischen Luftfahrtbehörde 50 Kinder und Jugendliche sowie sieben Erwachsene an Bord der Maschine befanden.

(ba/sda)

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