Schweiz - EU
Folgen der Zuwanderungsinitiative sorgen für rote Köpfe
publiziert: Dienstag, 4. Mrz 2014 / 21:28 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 4. Mrz 2014 / 22:10 Uhr
Die Annahme der Initiative hat viele Diskussionen ausgelöst.
Die Annahme der Initiative hat viele Diskussionen ausgelöst.

Bern - Die Sorgenfalten nach dem Ja zur Zuwanderungsinitiative nehmen weiter zu: Knapp einen Monat nach dem Volksentscheid sehen Wissenschaftler die Attraktivität der Schweiz gefährdet. Die Filmbranche klagt über die drohenden Ausfälle bei Förderungsgeldern. Im Bundeshaus fordern viele eine dringliche Debatte.

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Die Bundeshausfraktionen der SVP, SP, CVP-EVP und Grünen wollen noch in der laufenden Frühjahrssession über die Auswirkungen der Zuwanderungsinitiative diskutieren. Die Fraktionen reichten verschiedene dringliche Fragen zur Umsetzung des von Volk und Ständen angenommenen Verfassungsartikels ein.

Es sei «undenkbar», auf eine dringliche Debatte zu verzichten, schrieb die CVP-EVP-Fraktion. «Ein Monat nach der Abstimmung sollte der Bundesrat im Rahmen einer aktuellen Debatte im Parlament gewisse Antworten geben können.» Der Bundesrat kündigte eine Auslegeordnung bisher frühestens im Juni an.

Das Ratsbüro wird am Donnerstag über die eingereichten dringlichen Interpellationen entscheiden. Diese würde am 19. März - am Mittwoch der dritten Sessionswoche - stattfinden. Das Programm der Session sieht für dieses Datum bereits eine «aktuelle Debatte» vor.

«Europapolitisches Vakuum»

Bereits am Dienstagvormittag führte der Nationalrat eine erste Diskussion zu möglichen Folgen der Initiative für Politik und Wirtschaft. Sorgen um die gesellschaftliche und wirtschaftliche Zukunft der Schweiz prägten die über dreistündige Debatte.

Anlass dafür waren die Berichte des Bundesrates zur Aussenpolitik und zur Aussenwirtschaftspolitik. «Bis sich ein Lösungsweg abzeichnet, stehen wir europapolitisch vor einem Vakuum», sagte beispielsweise Tiana Angelina Moser (GLP/ZH). Walter Müller (FDP/SG) stellte fest, dass die Europapolitik innenpolitisch nicht mehr getragen werde.

Viele Votanten sprachen die unsicher gewordene wirtschaftliche Zukunft an. Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann warnte davor, die wirtschaftliche Unsicherheit «zum Rezept heraufzustilisieren».

Keine Patentlösung in Sicht

Auf der Suche nach einer Lösung für das Austauschprogramm Erasmus zeichnet sich derweil keine Zauberlösung ab. Hunderte von Verträgen mit europäischen Partner-Universitäten müssen neu verhandelt werden. Der Rektor der Universität Zürich warnte am Dienstag vor dem Imageschaden, der dem Hochschulstandort Schweiz droht.

Am Montag hatten sich die Mobilitätsbeauftragten der Schweizer Hochschulen mit Vertretern des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) in Bern getroffen, um über die Zukunft des Erasmus-Programms zu beraten.

Die gute Nachricht sei, dass die Hochschulen alle am gleichen Strang zögen, sagte Antoinette Charon Wauters, die Mobilitätsverantwortliche der Universität Lausanne, am Dienstag der Nachrichtenagentur sda. Die schlechte Nachricht sei, dass niemand genau wisse, wie es weitergehe.

Ersatzmassnahmen gefordert

Ebenfalls betroffen vom Ja zur Zuwanderungsinitative, sucht der Dachverband der Schweizerischen Film- und Audiovisionsbranche Cinésuisse sein Glück in der Offensive. Weil die Schweiz zumindest dieses Jahr nicht am Filmförderprogramm der EU teilnehmen kann, solle der Bund den dafür vorgesehenen Kredit für Ersatzmassnahmen für die nationale Filmbranche verwenden, fordert die Filmbranche.

Verringertes Wachstum

Das Wirtschaftsforschungsinstitut Bakbasel befürchtet negative Folgen über alle Wirtschaftszweige hinweg. Es schraubte nach dem Ja zur Zuwanderungsinitiative seine Konjunkturprognose nach unten. Die von der Initiative ausgehende Unsicherheit werde das Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) bis 2015 um 0,3 Prozent verringern. Allerdings hänge vieles vom Umsetzungsprozess ab, teilte Bakbasel mit.

Auch die UBS sichtet Probleme: So könnten Spannungen mit der EU den europäischen Marktzugang einschränken. Stark betroffen wären Kantone, die einen bedeutenden Teil ihrer Wirtschaftsleistung in den EU-Raum exportieren, halten die Ökonomen der Grossbank fest.

(fest/sda)

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Morgenstund...
..
Eine Aneinanderreihung von Richtigstellungen zur Aneinanderreihung falscher Aussagen:

Zitat:
"Sie sind auch nicht liberal, Sie sind reaktionär. Sie bringen niemandem Freiheit, sondern Ihrer Obsession davon. "

1. Richtig. Ich bin nicht "lieberaal". Das war auch keine meiner Aussagen. Vor gerade 2 Beiträgen wurde ich aus dem Thurgau noch als "neoliberal" betitelt.. (ausgerechnet! grins). Habe ich denn gerade die gefühlte 50.ste Beurteilung erhalten? Reaktionär... natürlich; als Staatsbürger einer Volksdemokratie kann das je nach Situation geradezu meine Pflicht sein. In der Volksdemokratie wird der Bürger u.U. zur Opposition - sonst bräuchten wir keine Urnengänge. Reaktionär im Sinne von "fortschrittsfeindlich" ist eine Anmassung jener, die diesen Begriff gebrauchen. Denn diese unterstellen, dass jeder Schritt, den die etablierte Macht nach vorn tritt, ein Fortschritt sei. Das ist aber eine Auslegungsfrage.
Wenn die Schweizer weichgekochten meinen, Fortschritt sei, jede Dummheit anderer Länder zu kopieren, dann muss man sich dem entgegen stellen. Das hat nichts mit Fortschrittsfeindlichkeit zu tun, sondern eher mit der Überlegenheit, dass man nicht jeden Unsinn als Fortschritt betrachtet.

Eine liberale Gesellschaft kann ohnehin nur dann wirklich liberal im positiven Sinne sein, wenn die Bürger dieser Gesellschaft souveräne Entscheide treffen können. Das ist hier und heuer nur beschränkt möglich, da das Streben dieser Bürger sich ausschliesslich auf einen Zuwachs an Bequemlichkeit und finanzieller Beweglichkeit beschränkt. Die dadurch entstandene Fixierung der Lebensmaxime auf bezifferbare Werte erlaubt es den hyperreichen Grossunternehmern, mit wenigen nichtssagenden Parolen die Bürger zu manipulieren. Es genügt, Worte wie "Wirtschaftswachstum" vorzuschieben und in der Rückenmarks-Güterabwägung des gemeinen Bürgers erfolgt die Gewichtung auf das zu erhoffende Plus an Lebensqualität, selbst wenn die Aussichten darauf ziemlich utopisch sind.
So eine Gesellschaft wird "liberal" nur noch als wirtschaftsliberal auslegen und es besagten Kreisen mit dieser Konditionierung ein leichtes machen, ihnen ständig Freiheiten abzujagen, für die sie nachher auch noch mehr arbeiten dürfen.

2. Selbstverständlich "bringe" ich niemandem Freiheit. Das ist auch nicht möglich. Nur die USA kann dies (sie bringt auch Demokratie...lach) und neuerdings auch die EU. Ich kann mich an keinen Friedensbringer der Geschichte erinnern, der nicht ein Fiasko veranstaltet hätte. So ist es auch bei Euren geliebten "Demokratien" der Fall. Diese Demokratien sind keine - in Wirklichkeit ziehen einige wenige die Fäden, steuern mit den Medien Eure Gedanken, produzieren künstliche Scheinrealitäten, vergewaltigen die Welt, stürzen funktionierende Staaten ins nackte Chaos und verkaufen Leuten wie Ihnen das ganze als "Krieg gegen den Terror", "Demokratieförderung" oder gar "Friedensförderung".

Zitat:
"Sehen Sie, Souveränität aufzugeben ist ein Akt des Willens und der Vernunft. Wenn die Schweiz der EU beitritt, sollte das eine freie und gut durchdachte, autonome Entscheidung sein. Dann können wir in Europa mitreden, dann haben wir wirkliche Stärke gewonnen! "

Ein Kassandra-Satz! Ich habe die EU-Befürworter schon lange im Verdacht, diesen Satz über den Spiegel geschrieben zu haben, damit sie ihn jeden Morgen wieder lesen müssen. Auf andere Weise bringt man ein vernünftiges Gehirn ja kaum dazu, die Wahrheit ins Gegenteil verkehren zu lassen.

Natürlich: Wir sind so frei, so autonom, dass wir auch unseren Untergang autonom und frei beschliessen können!
Wie hiess er doch noch, dieser deutsche Satz aus 2 identischen Satzteilen mit unterschiedlicher Bedeutung, als Antwort auf die Frage, was das Dümmste ist, was ein Mensch mit seiner Freiheit anfangen könnte: "sich die Freiheit zu nehmen, sich die Freiheit zu nehmen".

Zitat:
"Ihr Glück ist nicht das Glück der anderen, Ihre Selbstbestimmung ist die Unfreiheit des Anderen,"

Jede Existenz bedeutet ein Stück weniger Freiheit für alle anderen.
Ausgehend von dieser Betrachtung, könnte man diesen Satz einen Philosophen an der Assessmentprüfung eine seitenlange Abhandlung darüber schreiben lassen.

Es ist in Wahrheit die Fremdbestimmung, die Unfreiheit schafft. Und so einer Fremdbestimmung wollen Sie sich freiwillig unterwerfen? lach...

Die EU ist so sinnvoll, wie eine faule Kartoffel in der Rösti. Seit anno domini ist Europa in der Hand der Männer Roms. Was haben sie gebracht? Völker zerstört, unterjocht, ausgerottet, versklavt, ihnen das Christentum aufgezwungen, Reiche gegründet (mit Binnenmärkten in einer ziemlich globalisierten Welt, was den Handel anbelangte).
Wir sind mit dem westfälischen Frieden endgültig aus diesem Joch ausgetreten. Wenn die Schweizer nun in einer Zeit, in der es ihnen wesentlich BESSER geht, als 1648, unbedingt wieder HINEIN wollen und dafür auch noch gerne herrlich zahlen sollen, dass man ihr Land überschwemmt und ihnen fremde Gesetze aufs Auge drückt, dann bitte schön.
Ich finde, 2000 Jahre Germanenherrschaft in Westeuropa sind genug. Der Westen ist am Ende. Die USA ist zu einem Polizei- und Terrorstaat geworden, der völkerrechtswidrig handelt, foltert, Länder überfällt, gewählte Oberhäupter standrechtlich hinrichten lässt und die EU ....ist nichts anderes als ihr Vasall. Wenn Sie und der restliche MobyDick und Käptn Ahab - Verein wenigstens DIES einsehen würden, dann hätte dieses Land eine wesentlich bessere Zukunftsaussicht, als die Wahl, sich einer EU anschliessen zu müssen. Bei Ihnen gibt es ja keine Alternative zum EU-Beitritt. Wie kann man denn so einen Vorgang allen Ernstes noch als "souveränen Entscheid" bezeichnen? Ein contradictio in adiecto.
Ach wie rührselig
Das Schäfchen will den Leuten zum Glück verhelfen! Wie rührend und wie neu, und dazu brauchen wir natürlich den Beglücker Putin als Gottvater, Pate und Hirte, und schon sind alle glücklich, was?
Liebes Schäfchen, was Sie hier geschrieben haben, die grösste Heuchelei , die Sie je abgesondert haben. Sie sind auch nicht liberal, Sie sind reaktionär. Sie bringen niemandem Freiheit, sondern Ihrer Obsession davon. Ihre Freiheit ist immer von aussen bedroht oder von der vermeintlichen Dummheit der Schäfchen, daher ja ihr Pseudonym keinschaf. Freiheit, mein liebes Schäfchen ist aber eine innere Stärke. Freisein kann sogar ein Gefangener! Frei sein könnte die Schweiz auch in der EU, wo ihre Interessen - zum Beispiel in China und Indien - bestens vertreten wären, viel besser als durch unsere Eigenbrötlerei, die uns einschränkt. Zur Freiheit gehört auch, dort zu arbeiten, wo es mir beliebt, Sie jedoch beschränken auch diese Freiheit mit Ihrem Einsatz für diese wirklich dumme Abschottungsinitiative. Ihre Freiheit, liebes Schäfchen ist keine Freiheit, sondern eine vorgeschobene Fiktion Ihrer inneren Ängste.
Haben Sie denn wirklich nie kapiert, dass Sie einer Zeit anhängen, die nie mehr kommen wird? Haben Sie nie den Gang der Geschichte erfasst, die einfach ihren Weg geht und durch nichts, auch nicht durch Ihre intensivsten Liebeserklärungen aufzuhalten ist?
Sehen Sie, Souveränität aufzugeben ist ein Akt des Willens und der Vernunft. Wenn die Schweiz der EU beitritt, sollte das eine freie und gut durchdachte, autonome Entscheidung sein. Dann können wir in Europa mitreden, dann haben wir wirkliche Stärke gewonnen! (Viele Ignoranten reden, von Fehlkonstruktion, von Diktatur sogar, was lediglich belegt, dass die Eiferer gar nicht wissen, was eine Diktatur überhaupt ist.) Niemand bestreitet, dass die EU vollkommen sei, aber viele wünschen ihr, aus welchen Gründen auch immer, dass sie nicht funktionieren wird. Seit nunmehr 40 Jahren verfolge ich das, die EU aber entwickelt sich immer weiter. Vorübergehende Mängel einer sich im Entstehen befindlichen Union wäre richtig beobachtet. Die USA sind auch nicht ohne Probleme von heute auf morgen entstanden.
Die Weltwirtschaft ist derartig verflochten, mein gutes Schäfchen, dass einzelne kleiner Länder am Ende die Verlierer sein werden. Denken Sie doch einmal nach, wie sollte die Schweiz wohl ihre Patente verteidigen? Sie hat ja bereits mit Indien Erfahrungen damit sammeln können. So gäbe es noch tausende Beispiele. Die AMIS patentieren alles, selbst Dinge, die ihnen gar nicht gehören, alleine, weil sie mächtig sind.
Kleine Länder werden die Globalisierung nicht überleben, und daran scheitert Ihr rechten Dickschädel, es will euch einfach nicht in den Kopf, dass ihr die Richtung nur verzögert und dass uns das eine Menge Geld und, was in der heutigen Zeit noch viel bedeutender ist, Zeit kostet. Wir brauchen die EU, ohne diesen Machtblock und diese Wirtschaftsgrösse gehen wir unter, glauben sie’s!
Also, sie enttäuschtes Guttierchen, zeigen Sie Stärke und genehmigen Sie der Realität Einzug in Ihre Welt!
Jeder neue Schritt in die Realität braucht ungeheuren Mut und Selbstvertrauen, bringen Sie die auf und stehen Sie nicht ständig im Abseits oder sich nicht länger selbst im Wege. Besser wäre natürlich ganz nüchtern den Kopf und die Vernunft zu benutzen! Aber hören Sie auf zu heucheln, das kommt gar nicht an.
„An meiner Form hat sich nichts verändert. Ich verhelfe den Leuten nur gerne zu Ihrem Glück, deshalb die Vorlage und den Spiritus, die Motivation zur Selbstbestimmung.“
Ihr Glück ist nicht das Glück der anderen, Ihre Selbstbestimmung ist die Unfreiheit des Anderen, wenn Sie wenigsten zu diesem Schluss kommen könnten, wäre Ihnen schon ein wenig geholfen.
Gut geschrieben...
....mein Kompliment in Sachen Stil und Aufbau.
Aber leider falsch in der Analyse.

An meiner Form hat sich nichts verändert. Ich verhelfe den Leuten nur gerne zu Ihrem Glück, deshalb die Vorlage und den Spiritus, die Motivation zur Selbstbestimmung.
Aber zwingen..... nein. Das unterscheidet mich. Ich kann ein Vorhaben verbissen und durch alle Böden hindurch verteidigen, wenn Ich damit jemanden stellvertreten kann. Dafür stecke ich alles ein und schüttel alles ab.
Aber ich zwinge niemanden zu seinem Glück:-)
Darum habe ich ja meinen Irrtum eingestanden, der darin bestand, diesem Land zu viel Selbstverantwortung zuzutrauen. Mit der Abstimmung hat der Souverän seinen Anspruch darauf zwar knapp geltend gemacht, aber es reicht nicht, einen Anspruch zu stellen - man muss auch bereit sein, den Weg einzuschlagen und durchzuhalten. Daran zweifle ich solange, bis der Souverän überraschenderweise ein ganz neues Parlament bestellt.

Was ich tue, tu ich mit Leidenschaft, aber ohne Selbstzweck und ohne Eigennutz. Das ist die simple Wahrheit, auch wenn sie homo sapiens nur selten gegeben und deshalb als arrogante Selbstüberschätzung aufgefasst werden mag.
So wenn ich nun im Land nicht mehr gebraucht bin, kann ich mich ja tatsächlich um fremde Affairen kümmern.
Vielleicht komme ich nochmals darauf zurück, sollte die Wahlüberraschung zustande kommen. Vielleicht braust in den folgenden Wochen etwas Willenskraft in die Leiber meiner Landsleute; wer weiss; eine Art feinstofflicher Berieselung;-) Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Was ist nun los?
Unser Schäfchen streckt die Waffen. Haben Schäfchen denn so etwas überhaupt?
Was ein Gejammer, um eine Sache, die von vorneherein schon nichts Wert war. Durch diese Querulantenabschottungsinitiative hat sich doch gar nichts Dramatisches geändert, was zu einem derartigen Lamento estremo berechtigen würde. Sie war doch lediglich ein bisschen Balsam auf die Seele eines abgewirtschafteten Secondo aus Deutschland.
Also liebes Schäfchen, jetzt reiss dich mal zusammen und mach nicht so ein Theater, die ganze Schweizer Geschichte, auch noch falsch dargestellt, für so ein Nichts, um nicht zu sagen eine Totgeburt. Der Initiant selbst hat doch bereits seine eigene initiative unterlaufen, als er jedem Antrag auf Arbeitskräfte zu entsprechen gelobte. Es war lediglich ein Fake!
Du redest doch der Wirtschaft immer nach dem Mund, du bist doch für die freie und ungehemmte neoliberale Wirtschaft eingestanden. Jetzt passt dieser Wirtschaft ein Volksentscheid nicht und die schlägt lediglich zurück, wie es jedermann erwartet hatte, lediglich das Schäfchen hat sich da ein bisschen verrechnet. Wegen so einer läppischen kleinen Mehrheit einer Abstimmung und einer Nebensache im Weltenlauf bietet das Schäfchen die ganze eidgenössische Geschichte auf.
Aber ich habe auch ein wenig Verständnis für das brave Lämmchen, denn was ist nicht alles schon geschehen, was bei ihm für gehörigen Frust, wenn nicht sogar zu Selbstaufgabe sorgt: Noch kein Schlussbericht aus Fukushima eingetroffen, das Bankgeheimnis, an dem sich das Ausland die Zähne ausbeissen sollte, weicht einem freien, automatischen Datenaustausch, die Atomkraftwerke werden abgerissen, alle Schäfchenfetische verschwinden ohne grosses Aufsehen von der Bildfläche und es bekommt den Zeitgeist gar nicht mit.
Ach du armes Schäfchen ich leide mit dir.
Was ich aber begrüsse, ist dein Bekenntnis zur EU! Die Welt rückt immer näher zusammen, da kann gar niemand mehr für sich alleine vor sich hinwursteln, es war also nur eine Frage der Zeit, bis sich auch unsere Schäfchen zur besseren Erkenntnis durchgerungen hat: Zu oft, ja fast immer danebenzuliegen, das formt oder deformiert sogar den Hartnäckigsten.
Zuzug
"sehen Wissenschaftler die Attraktivität der Schweiz gefährdet"
Nur keine Panik!
Die Attraktivität der CH hält auch weiterhin ungebrochen an, Einwanderungsinitiative hin oder her.
http://www.20min.ch/schweiz/news/story/24382945
Ein offenes Wort
Das Gejammer hat wenigstens etwas Gutes:

Es wird nun offensichtlich, wer die heimlichen Nutzniesser dieser Knebelverträge sind und waren.

Ich muss unterdessen konstatieren, sowohl mit der Werbung für die Masseneinwanderungsinitiative, als auch mit meinem persönlichen Votum dafür einen grossen Fehler gemacht zu haben.

Der Sinn des Votums und der Sinn der ganzen Vorlage, die nun Verfassungsartikel geworden ist, liegt und lag darin, dieses Land, für das unsere Vorfahren durch die Hölle gegangen sind und es uns in einem hervorragenden Zustand hinterlassen haben, mit allen nur erdenklichen Privilegien ausgerüstet, einmalig auf dieser Kugel, unter gröberem Verzicht durch 2 hässliche Weltkriege hindurch gerettet, auch der nächsten Generation in einem Zustand übergeben zu können, auf den wir alle hätten stolz sein können.

Nun ist, nicht ohne Mühen, das Resultat zustande gekommen, das ermöglicht HÄTTE, dieses Land weiterhin mit dem Maximum an Freiheiten und Mitspracherecht für seine Bürger in die äusserst schwierige Zukunft zu bringen. Ein Grund zur Freude - im ersten Moment.

Diese Freude ist entschwunden, ich bin mittlerweile enttäuscht. Es scheint in diesem Land gar keinen Sinn mehr zu machen, für die Eigenständigkeit etwas zu opfern. Die Egokultur ist schon dermassen fortgeschritten, dass Studenten in Zürich ihre persönliche berufliche Karriere für wichtiger halten als die Aussenpolitik (gute Nacht mit solchen Akademikern), dito der Jammerlappen von Rektor. Es wird an allen Ecken auf Vorrat gejammert und auch irgendein Filmverein will noch eine Extrawurst. Selbstverständlich auch die Städte und das Welschland. Ebenso selbstredend melden die Wirtschaftsverbände Sonderwürste an. Kurz gesagt, es scheint, dass die SDA den Auftrag erhalten hat, überall im Land Jammerlappen zu sammeln, die irgendwelche Nachteile befürchten.

Dort, wo keine Nachteile zu finden sind, lässt sich ganz bestimmt eine äusserst düstere Prognose erstellen, denn es kann ja gar nicht sein, dass die Welt nicht untergeht, wenn sich der Souverän erlaubt, eine andere Sicht der Dinge zu haben.

Die Wut und die Enttäuschung meinerseits über diesen Defätismus im Land sind gross, sehr gross in meinem Bauch!!

Noch schlimmer aber ist das Bundeshaus. Was aus diesem Haus für Signale kommen, darüber wird sich das nahe Ausland ins Fäustchen lachen. All die Deutschen, die sich über unsere Demokratie lustig gemacht haben, werden sich jetzt auf die Schultern klopfen - Sie haben Recht bekommen.

In diesem Bundeshaus ist weder die Exekutive noch die Legislative auch nur annähernd fähig, dieses Land souverän in die Zukunft zu führen, obwohl dies mit diesem Volksverdikt geradezu ein Kinderspiel wäre. Aber die einfachste Sache gerät zur Quadratur des Kreises (o-ton aus dem Bundeshaus), wenn der nötige Wille nicht vorhanden ist.
Mit diesem nicht vorhandenen Willen war zwar zu rechnen, aber nicht in diesem Ausmass. Es ist zutiefst erschreckend, was für eigenartige Leute in diesem Haus sitzen. Es gibt dort offenbar keinen einzigen - SVP inklusive - der gewillt wäre, Konsequenzen zu tragen und einen Schritt Richtung Umsetzung zu machen. Lieber jammert man herum und verunmöglicht damit die Umsetzung im vornherein.
Das ist sehr enttäuschend, ja niederschmetternd.

Unter diesen Umständen sehe ich mich gezwungen, die Waffen zu strecken. Ich werde mich aus dem Netz zurückziehen und versuchen, den im Moment UNENDLICH grossen Groll auf diese verabscheuenswürdige Meute zu verdauen.

Wir sollten der EU beitreten, denn mit diesem Parlament, dieser Regierung und auch mit diesem Volk werden wir keine Chance haben, als souveräner Staat in die Zukunft zu gehen. Es fehlt einerseits am Willen und andererseits am minimalsten Verstand. Unter diesen Umständen wäre es geradezu töricht, weiter zu machen.

Ich muss meinen Irrtum in Form der Hoffnung auf einen Erhalt der Souveränität eingestehen und strecke die Waffen.

Viel Glück, Bürgerinnen und Bürger! Ihr könnt es denke ich brauchen.
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