Im Alter von 75 Jahren
Folterer von Rousseff gestorben
publiziert: Samstag, 7. Mai 2016 / 16:25 Uhr
Dilma Rousseff sagte 2005, dass Machado einer ihrer Peiniger sei. (Archivbild)
Dilma Rousseff sagte 2005, dass Machado einer ihrer Peiniger sei. (Archivbild)

São Paulo - Einer der Soldaten, die während der Militärdiktatur in Brasilien die heutige Präsidentin Dilma Rousseff gefoltert haben, ist tot. Wie brasilianische Medien am Freitag berichteten, starb Homero César Machado am Donnerstag im Alter von 75 Jahren an Krebs.

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Sein Leichnam wurden demnach bereits in São Paulo eingeäschert.

Rousseff hatte in ihrer Jugend in linken Guerillagruppen gegen die Militärdiktatur (1964 bis 1985) gekämpft. Wegen ihrer politischen Aktivitäten sass sie knapp drei Jahre im Gefängnis, wo sie auch gefoltert wurde. Im Jahr 2005 hatte Rousseff in einem Interview gesagt, dass Machado einer ihrer Peiniger gewesen sei.

Auch die brasilianische Wahrheitskommission, die von Rousseff kurz nach ihrem Amtsantritt 2011 zur Aufklärung der Verbrechen während der Militärdiktatur eingesetzt worden war, hatte Machado und drei weitere Soldaten der Folter an Rousseff beschuldigt. Machado und vier andere Soldaten werden zudem für die Tötung des Aktivisten Virgílio Gomes da Silva im Jahr 1969 verantwortlich gemacht.

Mehr als 400 Tote

Während der Militärdiktatur in Brasilien wurden nach Angaben der Wahrheitskommission insgesamt mehr als 400 Menschen aus politischen Gründen getötet. Das sind deutlich weniger Opfer als etwa während der Diktaturen in Argentinien mit 30'000 Toten und Chile mit mehr als 3200 Toten. Wegen eines Amnestiegesetzes von 1979 wurden die Täter in Brasilien aber nie zur Rechenschaft gezogen.

Rousseff droht derzeit der Verlust ihres Amtes. In der kommenden Woche entscheidet der Senat, ob sie ihr Amt an Vizepräsident Michel Temer abgeben muss, solange ein Amtsenthebungsverfahren gegen sie läuft.

Der Staatschefin wird Korruption zur Last gelegt. Sie soll zudem Haushaltszahlen geschönt haben, um vor der Präsidentschaftswahl 2014 ihre Chancen zu verbessern. Sie selbst sieht sich als Opfer einer «Verschwörung» und wirft ihren Gegnern einen «Putsch» vor.

(arc/sda)

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