Foltermethoden: Rumsfeld intern kritisiert
publiziert: Freitag, 21. Mai 2004 / 09:16 Uhr / aktualisiert: Freitag, 4. Jun 2004 / 17:29 Uhr

Washington - US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld gerät wegen den Verhörmethoden der Armee weiter unter Druck. Nach Pentagon-Angaben hatten Armee-Juristen bereits Ende 2002 von Rumsfeld gebilligte Verhörmethoden kritisiert.

Rumsfeld soll schon 2002 Foltermethoden gebilligt haben.
Rumsfeld soll schon 2002 Foltermethoden gebilligt haben.
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Die Rechtsexperten hätten Einwände geäussert gegen bestimmte Verhörmethoden, da diese gegen die Genfer Konventionen verstiessen, sagte ein Armeejurist im Generalsrang bei einem Pressegespräch.

Deshalb hätten die Juristen der US-Armee Ende 2002 behördenintern Einspruch gegen Verhörmethoden erhoben, die Rumsfeld für die Befragung von Terrorverdächtigen im Gefangenenlager Guantánamo genehmigt hatte.

Militärdoktrin widersprechend

In Einzelfällen seien bei aus Afghanistan stammenden Gefangenen in Guantánamo Techniken angewendet worden, die nicht in der US-Militärdoktrin enthalten seien, sagte der General.

Rumsfeld habe im Dezember 2002 eine Liste mit derartigen Verhörmethoden gebilligt. Diese seien bei Verdächtigen angewendet worden, denen Mitwisserschaft über künftige El-Kaida-Anschläge unterstellt wurde. Auf die speziellen Verhörmethoden sei nicht systematisch, sondern nur in Einzelfällen zurückgegriffen worden, sagte Pentagon-Sprecher Larry DiRita.

Liste entschärft

Um welche Art von Befragungsmethoden es sich dabei handelte, wollten die Pentagonvertreter nicht sagen. Im Januar 2003 habe Rumsfeld auf Druck von Armeejuristen eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die die Rechtmässigkeit der Anweisungen prüfen sollte. Daraufhin sei die Liste mit den Verhörmethoden entschärft worden.

Es gab einige Techniken, die nur in der Anfangsphase angewendet wurden und die dann aufhörten, sagte der General. Er verwies darauf, dass es sich bei den in Guantánamo auf Kuba internierten mutmasslichen El-Kaida- oder Taliban-Kämpfern nach US-Verständnis nicht um Kriegsgefangene im Sinne der Genfer Konventionen handelt.

(bsk/sda)

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