Formel 0 - Formel Chaos - Goodbye Formula One
publiziert: Montag, 20. Jun 2005 / 15:06 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 21. Jun 2005 / 15:55 Uhr

Die Reaktionen auf den Grand Prix der USA in Indianapolis fielen in vielen europäischen und amerikanischen Zeitungen heftig aus.

Michelin hatte fehlerhafte Reifen nach Indianapolis geliefert.
Michelin hatte fehlerhafte Reifen nach Indianapolis geliefert.
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Etliche Kommentatoren prophezeien schwer wiegende Folgen des skandalösen Rennens mit nur sechs Fahrern. Die Formel 1 sei in den USA gestorben und überdies sei mit einer Welle von Prozessen zu rechnen, hiess es da und dort. Als Hauptschuldige werden der Reifenhersteller Michelin und die FIA angeschwärzt.

Italien

"La Gazzetta dello Sport": Formel 0. Der Flop von Indianapolis. Reifen-Chaos und nur sechs Autos auf der Strecke. Was kann Ferrari dafür? Nichts! Ferrari hat seine Pflicht getan und triumphiert, während 120 000 Zuschauer das Autodrom verlassen haben in dem Gefühl, man habe einen schlechten Scherz mit ihnen gemacht. Alles wegen des unglaublichen Versagens von Michelin. Das Duell der beiden Reifenkolosse hat zu inakzeptablen Risiken und einer paradoxen Situation geführt.

"La Repubblica": Schumi gewinnt die Formel Chaos. Die Sicherheit geht vor, aber wie viele Fehler und Schuldige gab es? Schlimmer hätte es nicht enden können, dieses Chaos, das Michelin veranstaltet hat. Michelin brachte keine geeigneten Reifen nach Indianapolis. So verlieren wir die Formel 1. In den USA hat sie ohnehin keine Zukunft mehr.

"Corriere della Sera": Die Formel 1 hat einen Riesenflop gelandet. Diese Blamage muss Konsequenzen haben. Den Reifen kommt viel zu grosse Bedeutung zu. Jetzt ist es Zeit, das Steuer herum zu reissen."

"Il Secolo XIX": Ein Geister-Grand-Prix. Schumacher siegt ohne Gegner. In den USA geht die Formel 1 in die Brüche.

"Libertà": Die Formel 1 hat ihre Glaubwürdigkeit verloren.

"Il Messaggero": Ein Albtraum.

USA

"Indianapolis Star": Goodbye Formel 1! Auf Nimmerwiedersehen Bernie Ecclestone. Au revoir Michelin. Ciao Ferrari. Wovon wir am Sonntag Zeuge wurden, war nicht nur eine riesige Schande für den Sport und alle Beteiligten. Es sollte auch das Ende des US-Grand-Prix in Indianapolis bedeuten.

Frankreich

"L´Équipe": Formel Null. Die Verantwortlichen haben sich nicht gescheut, in einer Frage der Sicherheit -- die doch alle Kompromisse verdient -- keine Einigung zu finden. Wie soll die Saison nach dieser Maskerade weitergehen?

"L´Est Républicain": Es hätte sicherlich eine Möglichkeit gegeben, das Gesicht zu wahren. Doch in diesem Milieu, das durch Geschäftemacherei verdorben ist, ist man unfähig, sich zu einigen.

"Libération": Indianapolis im Leerlauf.

"Le Figaro": Es ist sicher, dass diese Affäre für Michelin schwerwiegende Folgen haben wird.

"La République du Centre": Dieses absurde Schauspiel verdankt die Formel 1 ihren ultra-starrsinnigen Organisatoren. Sie sind durch den Krieg der Ausstatter und Zulieferer überfordert, sorgen sich in erster Linie um ihr Geschäft und um die Fernseh- Übertragungsrechte in 150 Ländern. Deshalb haben sie diese Parodie eines Rennens zugelassen, das Vorsorge-Prinzip mit Füssen getreten und sich über den Sportgeist hinweg gesetzt.

Grossbritannien

"Daily Mirror": Ruhe in Frieden, Formel 1. Das war der Tag, an dem sie in Amerika gestorben ist.

"The Guardian": Die letzten Überreste von Glaubwürdigkeit gehen in einem Hagel aus Bierbüchsen und Buhrufen verloren.

"Daily Telegraph": Tag der Schande für die Formel 1. Dies sieht nach dem Ende für Grand-Prix-Rennen in Amerika aus.

"The Times": Die Formel 1 implodiert.

Spanien

"El País": Indianapolis, Schauplatz von legendären Rennen, erlebte die Aufführung einer komischen Oper.

"Marca": Formel 0. Michael Schumacher gewinnt die Pantomime eines Rennens.

"As": Der Fehler lag bei Michelin, das noch keine überzeugenden Erklärungen für sein Versagen gegeben hat. Das dicke Ende steht noch bevor. Nun folgen Sanktionen, Anklagen und Prozesse.

Finnland

"Ilta-Sanomat": Das Publikum in den USA wird die Farce nicht verzeihen, die von der FIA inszeniert wurde. Inianapolis wird in die Geschichte eingehen als das Rennen, bei dem die Formel 1 sich selbst direkt gegen die Wand gefahren hat.

"Iltalehti": Michelin tat moralisch das Richtige, als es die Gefahr für die Fahrer öffentlich eingestand. Aber nichts wird den Imageschaden für die Formel 1 in den USA jemals wieder gut machen können.

(fest/Si)

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