Formel 1: Ferrari-Triumph mit Ansage
publiziert: Sonntag, 7. Mrz 2004 / 10:20 Uhr

Melbourne - Die Formel-1-Saison hat mit einer Ferrari-Demonstration begonnen. Michael Schumacher und Rubens Barrichello fuhren im Grand Prix von Australien einen ungefährdeten Doppelerfolg ein. Giancarlo Fisichella wurde Zehnter, Felipe Massa im anderen Sauber schied aus.

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Der beeindruckende Ferrari-Erfolg war einer mit Ansage. Michael Schumacher hatte schon in allen freien Trainings den Ton angegeben und war auch im Qualifying nicht zu schlagen gewesen.

Barrichello hatte die erste Startreihe für Ferrari komplettiert. An dieser Reihenfolge änderte sich im Rennen vom Start bis ins Ziel nichts, so dass der Saisonauftakt im Albert Park eine Veranstaltung der langweiligeren Sorte war.

Neue Zehnzylinder

Schumacher und Barrichello hatten sich schon nach wenigen Runden die Konkurrenz mit grossem Abstand vom Leib gehalten; schnell war klar, dass nur technischer Defekt oder schwerwiegende Fahrfehler das "rote Duo" am totalen Triumph würde hindern können.

Die neuen Zehnzylinder aus Maranello liefen indes klaglos und beendeten das Pensum, das sich für jeden einzelnen Motor erstmals übers gesamte Wochenende erstreckte, ebenso ohne Probleme wie die beiden Fahrer. Er habe nach den letzten Testfahrten in Imola gewusst, dass sie um den Sieg würden mitfahren können, sagte der zufriedene Schumacher anschliessend.

"Dass wir aber gleich so überlegen wären, hätte ich nicht erwartet." Das "perfekte Rennen", wie er es nannte, brachte dem Titelverteidiger den 71. Grand-Prix-Sieg ein, den vierten nach seiner Triplette von 2000 bis 2002 in Melbourne. Das letzte Double hatten Schumacher und Barrichello beim Finale der vorletzten Saison in Suzuka geschafft.

Hinter Fernando Alonso, der als Dritter trotz über einer halben Minute Rückstand auf Schumacher das Potenzial des neuen Renault aufzeigte, belegten Ralf Schumacher und Juan Montoya die Plätze 4 und 5. Die beiden hielten damit den Schaden für BMW-Williams wohl in Grenzen. Den (eigenen) Ansprüchen wurden die sie aber in keiner Weise gerecht.

Enttäuschung zum Jubiläum

Die grösste Enttäuschung war jedoch der Auftritt von Montoyas zukünftigem Arbeitgeber McLaren-Mercedes - ausgerechnet im 150. Grand Prix in der seit 1995 währenden Zusammenarbeit. Der 8. Rang von David Coulthard ist ein schwacher Trost für ein Team, das die Saison mit dem Ziel in Angriff genommen hat, Ferrari im Titelkampf herauszufordern. Räikkönen schied nach einem Motorschaden und einem Dreher in der 10. Runde aus - unmittelbar nachdem er von Massa überholt worden war.

Coulthard zeigte immerhin auf, dass die von der Sauber-Crew gewählte Zwei-Stopp-Strategie durchaus ein Vorteil hätte sein können. Der Schotte hielt wie die aus den hintersten Postionen losgefahrenen Olivier Panis, Christian Klien und Giorgio Pantano nur zweimal inne. Weil das Reglement nun 100 statt wie bisher 80 Stundenkilometer in der Boxenstrasse zulässt, hatten sich die restlichen Fahrer entschlossen, dreimal Reifen zu wechseln und nachzutanken.

Weitaus mehr hatte auch Toyota erwartet. Cristiano da Matta und Panis landeten nach Fahrten in der Anonymität mit zwei Runden Rückstand abschlagen auf den Plätzen 12 und 13. Die Japaner dürften noch viel Arbeit vor sich haben, um endlich dem riesigen Jahresetat von (geschätzten) 400 Millionen Franken gerecht zu werden.

Melbourne. Grand Prix von Australien (58 Runden à 5,303 km = 307,574 km):
1. Michael Schumacher (De), Ferrari, 1:24:15,757 (219,010 km/h). 2. Rubens Barrichello (Br), Ferrari, 13,605 Sekunden zurück. 3. Fernando Alonso (Sp), Renault, 34,673. 4. Ralf Schumacher (De), Williams-BMW, 1:00,423. 5. Juan Montoya (Kol), Williams-BMW, 1:08,536. 6. Jenson Button (Gb), BAR-Honda, 1:10,598. 7. eine Runde zurück: Jarno Trulli (It), Renault. 8. David Coulthard (Gb), McLaren-Mercedes. 9. Takuma Sato (Jap), BAR-Honda. 10. Giancarlo Fisichella (It), Sauber-Petronas. 11. zwei Runden zurück: Christian Klien (Ö), Jaguar-Cosworth. 12. Cristiano da Matta (Br), Toyota. 13. Olivier Panis (Fr), Toyota. 14. drei Runden zurück: Giorgio Pantano (It), Jordan-Ford. -- 20 Fahrer gestartet, 14 klassiert und am Ziel. -- Schnellste Runde: Michael Schumacher (29.) in 1:24,125 (226,933 km/h).

Ausfälle. Räikkönen (10. Runde/11. Platz): Motor/Dreher. Baumgartner (14./19.): Elektronik. Webber (30./10.): Schaltung. Bruni (44./17.): Motor. Heidfeld (44./16.): Kupplung. Massa (45./10.): Motor.

WM-Stand (1/18). Fahrer: 1. Michael Schumacher 10. 2. Barrichello 8. 3. Alonso 6. 4. Ralf Schumacher 5. 5. Montoya 4. 6. Button 3. 7. Trulli 2. 8. Coulthard 1. -- Teams: 1. Ferrari 18. 2. BMW-Williams 9. 3. Renault 8. 4. BAR-Honda 3. 5. McLaren-Mercedes 1. 6. Sauber-Petronas 0. 7. Jaguar-Cosworth 0. 8. Toyota 0. 9. Jordan-Ford 0. 10. Minardi-Cosworth 0.

Startaufstellung: 1 Michael Schumacher 1:24,408 (226,172 km/h). 2 Barrichello 0,074 Sekunden zurück. 3 Montoya 0,590. 4 Button 0,590. 5 Alonso 1,291. 6 Webber 1,397. 7 Sato 1,443. 8 Ralf Schumacher 1,517. 9 Trulli 1,882. 10 Räikkönen 1,889. 11 Massa 2,657. 12 Coulthard 2,886. 13 Da Matta 3,415. 14 Fisichella 3,437. 15 Heidfeld 3,770. 16 Pantano 5,732. 17 Baumgartner 6,273. Ohne Zeit: 18 Panis. 19 Klien. 20 Bruni.

Nächstes Rennen: Grand Prix von Malaysia in Sepang am 21. März.

(von David Bernold/Si)

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