Formel 1: Michael Schumacher - ein Sieger an allen Fronten
publiziert: Sonntag, 4. Mai 2003 / 16:28 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 4. Mai 2003 / 19:37 Uhr

Der Weltmeister Michael Schumacher siegte überlegen und schloss in der WM-Wertung bis auf vier Punkte zu Leader Kimi Räikkönen auf. Der Finne schied schon am Start aus.

Michael Schumacher hat im Grand Prix von Spanien für eine fantastische Premiere des neuen Ferrari gesorgt.

Für das Sauber-Team haben sich die minimen Hoffnungen nach dem Qualifikationstraining und den Startplätzen 10 für Heinz-Harald Frentzen und 14 für Nick Heidfeld nicht erfüllt. Heidfeld wurde Zehnter, Frentzen musste nach einem Aufhängungsbruch kurz nach "Halbzeit" des Rennens an 8. Stelle liegend aufgeben -- und vergab damit einen durchaus möglichen Punkt.

Heidfeld nahm zwischenzeitlich Rang 9 ein, nachdem er dank des letzten, gelungenen Boxenstopps an Jenson Button vorbeiziehen konnte. Eine reelle Chance auf WM-Punkte hatte er im Gegensatz zu Frentzen indes nie -- selbst wenn er in der Schlussphase nicht mit einer Drive-Through-Strafe belegt worden wäre.

Gemäss Rennleitung soll Heidfeld die blauen Flaggen ignoriert haben, mit denen ein Fahrer aufgefordert wird, für eine Überrundung Platz zu machen -- ein etwas gar kleinlicher Entscheid.

Hinter Webber und Firman

"Für uns war es ein Wochenende zum Vergessen", sagte Peter Sauber treffend. "Den Punkt, den Heinz-Harald (Frentzen) hätte holen können, hätten wir dringend gebraucht." Der Blick auf die Rangliste liess die Sorgen des Patrons nicht kleiner werden, zumal sich Heidfeld noch hinter Mark Webber (7.) im Jaguar und Ralph Firman (8.) einzureihen hatte. Webber holte wie Cristiano da Matta (Toyota/6.) die ersten Saisonpunkte fürs Team. Dank Firman hat Jordan in der Konstrukteurenwertung den Vorsprung auf Sauber auf drei Punkte erhöht.

Dass nun (zumindest) temporär auch Toyota, Jordan und Jaguar am Sauber-Team vorbeigezogen sind, liegt primär an der mangelhaften Aerodynamik der C22. Im Hinblick auf das nächste Rennen, den Grand Prix von Österreich, wird sich an der unbefriedigenden Situation nichts ändern. Sauber wird wohl in dieser Woche in Le Castellet (Fr) weitere Testfahrten absolvieren. Dabei wird allerdings die Vorbereitung für den Grossen Preis von Monaco im Mittelpunkt stehen.

Ohne neues Auto kein Sieg

Michael Schumacher zeigte mit seinem zweiten Saisonsieg (und dem 66. insgesamt) auf Anhieb das immense Potenzial des neuen Wagens auf -- und bewies, dass Ferrari mit der Einschätzung des F2003-GA ("Das beste Auto, das wir je gebaut haben") nicht zuviel versprochen hatte.

Auch der Weltmeister war des Lobes voll: "Ohne das neue Auto hätten wir hier wohl nicht gewonnen." Schumacher lag wohl mit Ausnahme der Runden nach seinen Boxenstopps immer in Führung und wies konstant über fünf Sekunden Vorsprung auf, von einem leicht errungenen Sieg wollte er indes nichts wissen. "Es war nicht so einfach, wie es aussah", sagte der Deutsche, der sich nach Räikkönens erstem "Nuller" in diesem Jahr und dem in der Gesamtwertung auf vier Punkte zusammengeschrumpften Rückstand doppelt freuen konnte.

Alonso: Fast 47 Jahre danach

Zweiter Mann des Tages neben Schumacher, der seinen fünften Triumph in Montmeló (nach 1995, 1996, 2001, 2002) realisierte, war Fernando Alonso -- nicht nur aus Sicht der einheimischen Zuschauer. Der 21-jährige Spanier stiess im Renault dank einem perfekten ersten Boxenstopp auf Kosten von Rubens Barrichello im zweiten Ferrari auf Platz 2 vor und verteidigte seine Position souverän. Alonso ist neben Ralf Schumacher mittlerweile der einzige Fahrer, der in allen fünf bisherigen Grands Prix der Saison gepunktet hat. Zudem egalisierte er die Bestleistung eines Spaniers in der Formel 1. So weit vorne war zuvor nur Alfonso de Portago klassiert gewesen, und zwar im Juli 1956 (!) im GP von Grossbritannien.

Kimi Räikkönen kam nur wenige Meter weit. Der Finne, der sich nach dem Patzer im Qualifying in der Startaufstellung zuhinterst hatte einreihen müssen, prallte im McLaren-Mercedes beim Start ins Heck des Jaguars mit Antonio Pizzonia, der mit defekter Startautomatik stehen geblieben war. Die Bergung der beiden beschädigten Autos machte für drei Runden den Einsatz des Safety-Cars nötig.

Ebenfalls in der Startrunde war das Rennen für Alonsos Teamkollege Jarno Trulli zu Ende. Der aus der vierten Position losgefahrene Italiener schied nach einem Rencontre mit David Coulthard im anderen McLaren aus. Den Schotten selber erwischte es nach einem knappen Drittel der Distanz, nachdem er auch noch mit Jenson Button im BAR ins Gehege gekommen war.

Montmeló. Grand Prix von Spanien (65 Runden à 4,730 km = 307,324 km): 1. Michael Schumacher (De), Ferrari, 1:33:46,933 (196,619 km/h). 2. Fernando Alonso (Sp), Renault, 5,716 Sekunden zurück. 3. Rubens Barrichello (Br), Ferrari, 18,001. 4. Juan Montoya (Kol), Williams-BMW, 1:02,022. 5. eine Runde zurück: Ralf Schumacher (De), Williams-BMW. 6. Cristiano da Matta (Br), Toyota. 7. Mark Webber (Au), Jaguar-Cosworth. 8. zwei Runden: Ralph Firman (Gb), Jordan-Ford. 9. Jenson Button (Gb), BAR-Honda. 10. Nick Heidfeld (De), Sauber-Petronas. 11. Justin Wilson (Gb), Minardi-Cosworth. 12. drei Runden zurück: Jos Verstappen (Ho), Minardi-Cosworth. -- 20 Fahrer gestartet, 12 klassiert und am Ziel. -- Schnellste Runde: Barrichello (52.) in 1:20,143 (212,470 km/h).

WM-Stand (5/16).
Fahrer: 1. Räikkönen 32. 2. Michael Schumacher 28. 3. Alonso 25. 4. Barrichello 20. 5. Coulthard 19. 6. Ralf Schumacher 17. 7. Montoya 15. 8. Fisichella 10. 9. Trulli 9. 10. Frentzen 7. 11. Villeneuve 3. 12. Da Matta 3. 13. Button 3. 14. Webber 2. 15. Heidfeld 1.
Teams: 1. McLaren-Mercedes 51. 2. Ferrari 48. 3. Renault 34. 4. BMW-Williams 32. 5. Jordan-Ford 11. 6. Sauber-Petronas 8. 7. BAR-Honda 6. 8. Toyota 3. 9. Jaguar-Cosworth 2.

Ausfälle. Pizzonia (nicht gestartet): Startautomatik. Räikkönen (Start): Unfall. Trulli (1. Runde): Kollision. Villeneuve (13. Runde/7. Platz): Motor. Coulthard (18./10.): Kollision. Frentzen (39./12.): Radaufhängung. Panis (42./7.): Getriebe. Fisichella (44./11.): Motor.

Startaufstellung: 1 Michael Schumacher 1:17,762 (218,975 km). 2 Barrichello 0,258 Sekunden zurück. 3 Alonso 0,471. 4 Trulli 0,853. 5 Button 0,942. 6 Panis 1,049. 7 Ralf Schumacher 1,244. 8 Coulthard 1,366. 9 Montoya 1,615. 10 Frentzen 1,665. 11 Villeneuve 1,801. 12 Webber 1,853. 13 Da Matta 1,861. 14 Heidfeld 1,884. 15 Firman 2,453. 16 Pizzonia 2,546. 17 Fisichella 3,214. 18 Wilson 4,342. 19 Verstappen 4,475. -- Ohne Zeit: Räikkönen.

Heinz-Harald Frentzen (De/Sauber) schied wie die McLaren-Fahrer Kimi Räikkönen und David Coulthard aus.

(David Bernold/Si)

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