Formel 1: Präsentation des Sauber C23
publiziert: Montag, 12. Jan 2004 / 20:12 Uhr / aktualisiert: Montag, 12. Jan 2004 / 20:29 Uhr

Das Sauber-Team hat das neue Auto für die Formel-1-Saison 2004 'in der Fremde' präsentiert. Der C23 wurde im Beisein von 800 geladenen Gästen im Hangar-7 am Flughafen Salzburg enthüllt.

"Richtig" los gehts für das Sauber-Team und seine Fahrer Giancarlo Fisichella und Felipe Massa mit dem neuen Auto unmittelbar nach der Präsentation; das Roll-out des C23 und erste Testfahrten folgen bereits am Mittwoch in Valencia.

Salzburg? Hangar-7? Der Standort für die Vorstellung des neuen Sauber-Boliden scheint aussergewöhnlich, auf den zweiten Blick ist er indessen ein logischer. Die Mozart-Stadt ist die Heimat des Energy-Drink-Herstellers und Sauber-Sponsors Red Bull, der im vergangenen August eröffnete, gläserne Hangar ist in Besitz von Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz.

Die "Auslagerung" nach Salzburg konnte zudem mit einem Jubiläum verbunden werden: Die beiden Partner haben mittlerweile das 10. Jahr ihrer Zusammenarbeit in Angriff genommen -- in der schnelllebigen Formel 1 eine ungemein lange Zeit.

Kompakter und leichter

Der C23 ist eine Weiterentwicklung des C22. Im Vergleich zu seinem Vorgänger kommt der aktuelle Wagen aber kompakter, leichter und mit einer gesteigerten Komponentensteifigkeit daher. Der Technische Direktor Willy Rampf betrachtet das aktuelle Modell als "optimale Basis für die Weiterenticklung im Verlaufe der Saison".

Ein grosses Plus hat Sauber gegenüber den vergangenen Jahr mit dem im Dezember eingeweihten, 70 Millionen Franken teuren Windkanal. "Die ersten neuen aerodynamischen Komponenten, die in der eigenen Anlage getestet wurden, dürfen wir im April in Imola im Grand Prix von San Marino erwarten", hofft Rampf.

Zum verminderten Gewicht trägt der völlig neue Motor bei, der weniger Kilos auf die Waage bringt als das in der vergangenen Saison eingesetzte Aggregat. Erstmals erhält Sauber aus Maranello den gleichen Motortyp, den auch Ferrari einsetzen wird.

Zu verdanken hat dies das Team dem neuen Reglement, das in der kommenden Saison pro Grand-Prix-Wochenende nur noch einen einzigen Motor pro Auto erlaubt. Erstmals setzt Sauber in der am 7. März in Melbourne beginnenden WM auch von Ferrari gelieferte Getriebe ein.

Das Gewicht eines Formel-1-Autos (mit Fahrer, aber leerem Tank) darf 600 kg nicht übersteigen. Die "verlorenen Kilos" des C23 bringen es mit sich, dass Fisichella und Massa mit Zusatzgewichten ausrücken können. "Wir können so einiges an Ballast zupacken. Das ergibt nicht nur einen tiefen Schwerpunkt, sondern erlaubt auch eine hohe Flexibilität bei der Gewichtsverteilung, was für die künftige Reifenentwicklung von zentraler Bedeutung ist, erklärte Rampf.

Eine gewichtige Rolle bei der Konstruktion des neuen Autos spielte der Heckbereich. Weil reglementsgemäss der Heckflügel nur noch aus zwei statt wie bisher aus drei Elementen bestehen darf, wird der maximale Abtrieb des gesamten Autos spürbar verkleinert.

"Diese Reduktion wird dazu führen, dass die Fahrer auf den meisten Strecken mit maximalem Abtrieb zu fahren haben", erläutert der Technische Direktor Willy Rampf. "Der ganze Heckflügel-Bereich wird deshalb auch bei der Weiterentwicklung im Laufe des Jahres eine wichtige Rolle spielen."

Vom neuen Passus im Reglement, wonach im freien Training am Freitag vor jedem Grand Prix mit Ausnahme der ersten vier Teams des letztjährigen Konstrukteuren-Klassements jeder Rennstall einen dritten Fahrer einsetzen darf, wird Sauber vorerst nicht Gebrauch machen. "Das kostet wieder zusätzlich Geld. Ganz ausschliessen will ich dies aber trotzdem nicht", präzisierte Peter Sauber.

Mit Fisichella vermochte Teamchef Peter Sauber endlich jenen Fahrer zu verpflichten, der schon seit einigen Jahren zuoberst auf seiner Wunschliste stand. Massa sieht der Patron als technisch gereift. "Schnell war er schon in seiner ersten Saison bei uns. Das Jahr als Testfahrer bei Ferrari hat ihm gut getan. Er ist ruhiger und abgeklärter als vor zwei Jahren." Fisichella hat sich in der neuen Umgebung bestens eingelebt und fühlt sich bereits gut ins "professionell arbeitende Team" integriert.

"Müssen auf dem Boden bleiben"

"Gleichwohl müssen wir auf dem Boden bleiben. Für uns kann das Ziel nur sein, da und dort einige Punkte zu sammeln." Fisichella spricht damit an, was Sauber in der kommenden Saison wohl zu erwarten hat: Der Kampf um die Plätze hinter den "grossen vier" (Ferrari, BMW-Williams, McLaren-Mercedes, Renault) wird noch härter werden.

"Es wäre übertrieben zu sagen, dass wir in der neuen Saison BAR überholen und Toyota ein weiteres Mal hinter uns lassen würden", gibt sich auch Peter Sauber keinen Illusionen hin. "Auf einen Platz in der Konstrukteuren-Wertung will ich mich ohnehin nicht festlegen."

(von David Bernold, Salzburg/Si)

 
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