Bambi-Drama
Forscher lassen 18 Rehkitze töten
publiziert: Dienstag, 3. Sep 2013 / 16:09 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 3. Sep 2013 / 16:36 Uhr
Das Einfangen oder Betäuben der Rehkitze wäre mit Risiken verbunden.
Das Einfangen oder Betäuben der Rehkitze wäre mit Risiken verbunden.

Bern - Im Kanton Bern haben 18 Rehkitze erlegt werden müssen. Die Tiere waren für eine Studie der Universität Zürich mit Halsbandsendern ausgestattet worden. Diese weiteten sich aber nicht wie vorgesehen aus, um sich an die wachsende Halsgrösse der Tiere anzupassen.

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Wegen der defekten Halsbänder drohte den Rehkitzen in der Region Simmen- und Kandertal ein qualvoller Tod. Die Verantwortlichen der Studie wollten die Tiere nicht länger leiden lassen und beschlossen, die Rehe von Wildhütern erschiessen zu lassen, wie es in einer Mitteilung der Universität Zürich heisst.

Man habe zuerst darüber nachgedacht, die Tiere einzufangen oder zu betäuben, um die Halsbänder auszutauschen, sagte der Sprecher der Universität, Beat Müller, auf Anfrage. Das Einfangen sei aber mit Risiken verbunden. Die Tiere würden dabei gestresst und könnten sich verletzen. Zudem würde es zu lange dauern, bis die Tiere eingefangen seien.

«Auch bei einer Narkose sind die Risiken gross», sagte Müller weiter. Rehe würden Betäubungen schlecht vertragen und es gebe oft Komplikationen, die zum Tod des Tieres führen könnten.

Abgesehen davon müsste man sich mit einem Betäubungsgewehr den Tieren bis auf 20 Meter nähern können. Das sei schwierig, sagte Müller. Nach Gesprächen mit den Fachleuten sei deshalb der Entscheid gefallen, die betroffenen Tiere per Notabschuss zu erlösen.

Dehnbare Halsbandsender

Die Studie, die vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) finanziert wird, untersucht seit 2011 die Auswirkungen von Luchsen auf die Rehpopulation. Die Erkenntnisse sollen dazu beitragen, nachhaltige Strategien im Umgang mit Grossraubtieren in der Schweiz zu entwickeln.

Um das Verhalten der Rehe in Anwesenheit von Luchsen zu studieren, wurden 2011 und 2012 insgesamt 99 Rehe mit Halsbandsendern versehen. Im Frühsommer 2013 wurden weitere 46 Rehkitze mit den dehnbaren Halsbandsendern ausgestattet.

Die Bänder sind aus Stoff und besitzen zwei Abnäher, deren Fäden sich mit der Zeit auflösen. Auf diese Weise öffnen sich die Bänder in zwei Stufen auf grössere Weiten.

Untersuchung eingeleitet

Aus ungeklärten Gründen erweiterten sich einige Halsbänder aber nicht wie vorgesehen. Das Problem war Mitte August erkannt worden. Die Universität Zürich, das BAFU und das Jagdinspektorat mit der Wildhut des Kantons Bern hätten daraufhin sofort reagiert, heisst es in der Mitteilung.

Insgesamt trugen 30 Tiere solche defekte Halsbänder, allerdings hatten sich diese bei sechs Rehkitzen doch geöffnet. 18 Tiere hätten bereits erlöst werden können, schreibt die Universität Zürich. Die übrigen sechs Rehkitze werden nun beobachtet. Sollte sich der Defekt an ihrem Halsband bestätigen, werden auch sie erlegt.

Die Universität Zürich und das BAFU bedauerten den Notabschuss ausserordentlich, wie es in der Mitteilung heisst. Warum die Halsbänder versagten, werde zurzeit abgeklärt.

Der Rehbestand in der Region Simmen- und Kandertal sei genügend gross und durch den Notabschuss nicht gefährdet. Die Projektverantwortlichen klären nun ab, ob das Projekt unverändert weitergeführt wird.

(bg/sda)

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