Viren könnten Auslöser sein
Forscher sind dem plötzlichen Kindstod auf der Spur
publiziert: Donnerstag, 27. Sep 2001 / 10:50 Uhr

Bonn - Für einige Fälle des bisher unerklärlichen plötzlichen Kindstodes könnten nach Untersuchungen von deutschen Forschern Viren verantwortlich sein. In jeder fünften Leiche eines an plötzlichem Kindstod verstorbenen Kindes, liessen sich Viren nachweisen.

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Die entdeckten Viren könnten eine Herzmuskelentzündung auslösen, teilte die Universität Bonn am Mittwoch mit. Die Wissenschafter um Reinhard Dettmeyer hatten Herzgewebeproben von 60 unerwartet gestorbenen Säuglingen überprüft.

Die virale Herzmuskelentzündung sei mikroskopisch erst zwei bis drei Tage nach der Infektion nachzuweisen, berichtete die Universität. Da die Babys aber offenbar schon kurz nach der Infektion sterben, habe man bislang nichts Entsprechendes bemerkt.

Die Forscher fanden im Herzgewebe das Erbgut von Coxsackie-Viren und vom Parvovirus B19. Zumindest aus der Coxsackie-Gruppe sei bekannt, dass sie Herzmuskelentzündung hervorrufe.

Mögliche Entwicklung eines Impfstoffes

Verbesserte Methoden sollen jetzt Aufschluss über weitere Arten der Viren geben. Wenn alle Entzündungen durch die gleiche Virenart ausgelöst werden, könnte man Kinder möglicherweise sogar gegen den plötzlichen Kindstod impfen, teilten die Wissenschafter mit.

Nach Auskunft von Dettmeyer würden zwar nahezu alle Kinder in den ersten Lebensjahren mit derartigen Viren in Kontakt kommen. Es sei jedoch unbekannt, warum einige Symptome zeigen und andere nicht. Das habe möglicherweise genetische Gründe.

Der plötzliche Kindstod oder Sudden Infant Death Syndrom (SIDS) ist in den westlichen Ländern die häufigste Todesursache von Kleinkindern im ersten Lebensjahr. Jährlich sterben in Deutschland rund 600 Babies am plötzlichen Kindstod, in der Schweiz sind es zwischen 80 bis 100 Säuglinge.

(bb/sda)

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