Forscher will mit Urin zum Mars fliegen
publiziert: Montag, 3. Okt 2011 / 16:23 Uhr
Die neuen Forschungen werden wohl erstmal auf unserem Paneten angewandt und nicht beim Flug zum Mars.
Die neuen Forschungen werden wohl erstmal auf unserem Paneten angewandt und nicht beim Flug zum Mars.

Nijmegen - Das Bakterium «Brocadia anammoxidans» hat durchaus das Zeug, Ausscheidungen in Astronauten in Treibstoff für Raketen zu verwandeln.

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Das behaupten Forscher der Radbout Universität Nijmegen in der Zeitschrift «Nature». Sie haben den Proteinkomplex erstmals präzise beschrieben, der in der als «Anammox» bezeichneten Reaktion den Raketentreibstoff Hydrazin produziert. «Erstmals wissen wir nun, dass Hydrazin tatsächlich ein Zwischenprodukt ist - und wie dies geschieht» - so Studienleiter Mike Jetten im Interview.

Neue Hoffnung für Wunderbakterium

Schon seit den 90er-Jahren weiss man, dass das Bakterium im Zuge der «Anaerobe Ammoniak-Oxidation» (Anammox) das im Urin enthaltene Ammoniak auffrisst. Dabei spuckt es Hydrazin aus, das ein wichtiger Treibstoff der Raumfahrt ist. Die anfängliche Aufregung legte sich, als sich herausstellte, dass die erzeugbaren Hydrazin-Mengen nur gering sind. Auch die NASA, die mit Astronauten-Urin zum Mars fliegen wollte, verlor ihr Interesse.

Jetten erforschte nun die genaue Kristallstruktur des Proteinkomplexes, der dem Anammox-Bakterium seine aussergewöhnliche Fähigkeit verleiht. «Nachdem wir das Konzept des Organismus erarbeitet hatten, mussten wir die Proteine identifizieren. Der Nachweis, dass Hydrazin als Zwischenprodukt gebildet wird, war ein mühsames Trial-And-Error-Verfahren. Doch er ist gelungen», so der Forscher.

Astronauten trinken zu wenig

Den Traum vom Marsflug mit Urinantrieb hat Jetten noch immer nicht aufgegeben. «Natürlich müssen noch viele Einzelheiten gelöst werden. Ein Problem ist, dass Astronauten einer Marsmission wohl kaum genügend Urin produzieren werden. Ohne derartige nachhaltige Lösungen ist das Vorhaben jedoch kaum zu realisieren - und bis zum Marsflug vergehen ja noch einige Jahre», so der Mikrobiologe. Dank der neuen Erkenntnisse sei zumindest eine Verbesserung des Hydrazin-Produktionsprozess in Reichweite.

Kommerziell wird Anammox bisher in der Wasserpurifikation verwendet. Es etabliert sich immer mehr als Alternative zu klassischer Kläranlage, die ebenso Stickstoff entfernt, dabei jedoch ohne Sauerstoff und somit auch ohne Luftpumpen auskommt, was den Vorgang wesentlich billiger macht. Günstig ist auch, dass kein CO2 verbraucht und Methan erzeugt wird. Die weltweit ersten grosstechnischen Anammox-Anwendungen stehen in Hattingen, Gelsenkirchen und Rotterdam.

 

 

(fest/pte)

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