Forscher wollen Treibhauseffekt eindämmen
publiziert: Dienstag, 27. Sep 2005 / 07:23 Uhr

Montreal - Die Lagerung von Kohlendioxid (CO2) in grossen Tiefen unter der Erde oder im Meer kann nach Ansicht von Wissenschaftlern den Treibhauseffekt erheblich verringern. Umweltschützer sind skeptisch.

Die Experten gehen von Lagerstätten in einer Tiefe von 800 Metern aus.
Die Experten gehen von Lagerstätten in einer Tiefe von 800 Metern aus.
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Zwischen 20 und 40 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen bis zum Jahr 2050 könnten mit diesem Verfahren am Aufstieg in die Atmosphäre gehindert werden, heisst es in einem Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), eines länderübergreifenden Experten-Gremiums der UNO zum Klimawandel.

Die Lagerung von CO2 sei «eine Option in einer Reihe von Massnahmen zur Verringerung» des Ausstosses eines der Haupt-Treibhausgase, erklärte das IPCC.

Bis 2200 Milliarden Tonnen

Zwischen 220 und 2200 Milliarden Tonnen Kohlendioxid könnten bis 2100 unter ökonomischen Gesichtspunkten in der Erde oder im Meer gelagert werden, schreiben die Wissenschaftler. Das seien 15 bis 55 Prozent des weltweiten CO2-Ausstosses.

Das komprimierte Gas würde bei dem Verfahren tief in den Untergrund gepumt, in natürliche verbrauchte Kohlenwasserstoff-Reservoirs im Meer sowie in mineralischen Felskammern an Land und in den Ozeanen.

Die Experten gehen von Lagerstätten in einer Tiefe von 800 Metern unter dem Erd- oder Ozeanboden aus.

Lagerung im Meer

Eine zweite Variante wäre die Lagerung in mindestens tausend Metern Tiefe im Meer oder in rund 3000 Metern über dem Meeresboden. Drei Pilotprojekte in der Nordsee, in Kanada und Algerien seien erfolgreich.

Umweltschützer äusserten sich kritisch. Greenpeace und WWF erklärten, dass eine CO2-Lagerung nicht ausreiche, um den Klimawandel zu bekämpfen. Ausserdem berge ein solches Verfahren neue Risiken für die Umwelt.

Hinzu kämen immense Kosten. Die UNO-Experten rechnen mit 15 bis 75 Dollar pro Tonne bei der Ausfilterung an den Anlagen der Produzenten und der Gas-Kompression.

Für den Transport veranschlagen sie weitere ein bis acht Dollar je 250 Kilometer. Die Kosten für die Verbringung unter die Erde belaufen sich zudem je nach Methode auf 50 Dollar-Cent bis 100 Dollar je Tonne.

Der Chef des UNO-Umweltprogramms (UNEP), Klaus Töpfer, bezeichnete den Bericht als «notwendig», da es «unvernünftig» sei, nicht über alle möglichen Lösungen nachzudenken. Die angemessenste Lösung des Klimaproblems liege jedoch in einer effizienteren Energienutzung und der Nutzung sauberer Energiequellen.

(bsk/sda)

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