Aufruf zu sofortigem Handeln
Forscher wollen bedrohte Tierarten retten
publiziert: Dienstag, 11. Sep 2012 / 11:43 Uhr
Das Sumatra-Nashorn gehört zu den bedrohten Tierarten.
Das Sumatra-Nashorn gehört zu den bedrohten Tierarten.

London - Die hundert am stärksten vom Aussterben bedrohten Arten der Erde haben Forscher jetzt erstmals auf einer Liste zusammengefasst. Auf ihr stehen so bekannte Tiere wie das Java- und das Sumatra-Nashorn, aber auch Pflanzen, von denen nur noch eine Handvoll Exemplare existiert.

Seriöser Einsatz für das Wohl der Tiere
6 Meldungen im Zusammenhang
SHOPPINGShopping
NashornNashorn
Dazu gehören etwa die chinesische Baishan-Tanne oder ein nur in Grossbritannien vorkommender Baumpilz. Von vielen dieser Arten ist nicht einmal bekannt, wie viele Exemplare noch existieren, wie die Forscher der International Union for the Conservation of Nature (IUCN) in ihrem jetzt veröffentlichten Bericht erklären.

«Alle hier gelisteten Arten sind einzigartig und unersetzlich, wenn sie verschwinden, kann kein Geld der Welt sie zurückholen», erklärt Co-Autorin Ellen Butcher von der Zoological Society of London (ZSL). Die IUCN gibt auch jährlich die Rote Liste gefährdeter Arten heraus.

Existenzrecht für alle Arten

Noch bestehe die Chance, die bedrohten Arten zu retten - wenn man sofort handle, betonen die Forscher. Erfolgsgeschichten wie das Przewalski-Pferd oder der Buckelwal zeigten, dass gezielte Massnahmen Arten vor dem fast schon sicheren Aussterben retten können. Das aber erfordere ein Umdenken. Die Gesellschaft müsse begreifen, dass auch vermeintlich nutzlose Arten ein Existenzrecht besässen.

«Die Spendergemeinschaft und der Artenschutz tendieren immer mehr zu einer 'Was kann die Natur für uns tun'-Haltung», sagt Jonathan Baillie, Direktor für Artenschutz bei der ZSL. Arten und Lebensräume würden immer stärker danach bewertet, welchen Nutzen sie für den Menschen hätten. Das mache es immer schwerer, die am stärksten bedrohten und oft vermeintlich nutzlosen Arten zu schützen.

Vom Zwergfaultier bis zum Riffbarsch

Zusammengestellt wurde die Liste der 100 am meisten bedrohten Pflanzen, Tiere und Pilzarten von mehr als 8000 Wissenschaftlern der IUCN. Auf ihr stehen Arten aus 48 Ländern. Zu den Säugetieren in der Liste gehören das Zwergfaultier Bradypus pygmaeus, das nur noch auf einer kleinen Insel vor der Küste von Panama vorkommt, der in China lebende Hainan-Gibbon (Nomascus hainanus), von dem nur noch weniger als 20 Exemplare existieren, oder die als asiatisches Einhorn bekannte Saola-Antilope (Pseudoryx nghetinhensis).

Neben vielen Fröschen und Kröten finden sich auch Reptilien, Fische und Vögel auf der Liste, wie die Indische Riesentrappe (Ardeotis nigriceps).

Zerstörte Lebensräume und Klimawandel

Nahezu alle auf der Liste stehenden Arten seien durch den Menschen in Gefahr geraten, berichten die Forscher. Meist wurde ihr Lebensraum zerstört, indem beispielsweise der Wald gerodet, ein Fluss aufgestaut oder Feuchtgebiete trockengelegt wurden.

Einige Arten werden jedoch auch bereits als Opfer des Klimawandels gelistet, wie der Galapagos-Riffbarsch, von dem nicht bekannt ist, ob es überhaupt noch lebende Exemplare gibt. Auch für die nur auf einer Insel der Seychellen vorkommende Schneckenart Moominia willii geben die Wissenschaftler als Hauptbedrohung den Klimawandel und die Verdrängung durch invasive Arten an.

«Diese 100 Arten sprechen für sich: Sie sind schön, faszinierend, einzigartig und ungewöhnlich», kommentiert John G. Robinson von der Science Wildlife Conservation Society die jetzt veröffentlichte Liste. Jede dieser Arten sei Ausdruck der Vielfalt der Natur und repräsentiere eine evolutionäre Lösung für ganz spezielle Umweltbedingungen. «Wir schulden es uns selbst und ihnen, auf diesem Planeten Raum für sie alle zu finden», sagt Robinson.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Gland/Paris - Fast jede fünfte Reptilienart weltweit ist vom Aussterben bedroht. Dies ist das Ergebnis einer grossangelegten ... mehr lesen
Schildkröten im Supermarkt. (Symbolbild)
Der Ägyptische Dornschwanz ist vom Aussterben bedroht.
Hyderabad - Mehr als 400 Tier- und Pflanzenarten sind neu in die Rote ... mehr lesen
Kapstadt - Angesichts der rapide ansteigenden Zahl von getöteten Nashörnern schlagen Tierschützer in Südafrika Alarm: ... mehr lesen
Nashorn-Pulver gilt in der chinesischen Medizin als Heilmittel. (Symbolbild)
IUCN-Generaldirektorin Julia Marton-Lefèvre zeigte sich trotzdem hoffenungsvoll.
Seoul/Cheju - Zum Abschluss der Weltnaturschutzkonferenz in Südkorea haben die Veranstalter vor dem rapiden ... mehr lesen
Rio de Janeiro - Trotz aller Schutzbemühungen nimmt die Zahl der bedrohten Arten zu. Von den knapp 64'000 untersuchten Tier- und ... mehr lesen
25 Prozent der Pflanzen sind vom Aussterben bedroht. (Symbolbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang

Nashorn

Produkte rund um das Thema
DVD - Tiere
NASHORN, ZEBRA & CO. 1 - DVD - Tiere
Genre/Thema: Tiere; TV-Serie; Dokusoap; Tier- & Zoogeschichten - Nasho ...
17.-
DVD - Tiere
ELEFANT, TIGER & CO. - TEIL 29 [2 DVDS] - DVD - Tiere
Genre/Thema: Tiere; Tier- & Zoogeschichten; Doku-Soap; TV-Serie - Elef ...
28.-
Nach weiteren Produkten zu "Nashorn" suchen
Mehr Menschlichkeit für Tiere
Seriöser Einsatz für das Wohl der Tiere
Die Nase ist eine sehr empfindliche Stelle am Körper.
Die Nase ist eine sehr empfindliche Stelle am ...
TIR kritisiert Gerichtsentscheid  Im Rahmen eines Strafverfahrens gegen einen Landwirt kam das Zürcher Obergericht am 28. Oktober 2014 zum Schluss, dass das Einsetzen eines Nasenrings bei einer Kuh nicht als Tierquälerei zu werten sei. Nach Ansicht der Stiftung für das Tier im Recht (TIR) liegt dem Entscheid allerdings eine fehlerhafte Auslegung des Tierquälereitatbestandes der Misshandlung zugrunde. 
Züchter der Walliser Kampfkuh «Schakira» kommt mit Verwarnung davon Sitten - Im seit zwei Jahren schwelenden Rechtsstreit zwischen dem Oberwalliser ...
Auslöser des Streits war ein umstrittenes Urteil der Jury beim kantonalen Finale vom 6. Mai 2012 in Aproz VS. (Symbolbild)
Neu entdecktes Lebewesen heisst wie toter Rockstar  Alviniconcha strummeri: so der Name einer neu endeckten Tiefseeschnecke. Die Wissenschaftler benannten das stachelige Lebewesen ...
Luchse wurden lückenlos erforscht.
Aktivität der Raubkatzen  Neuschönau - Jahrelang hat ein internationales Forscherteam die Aktivitäten von Luchsen nahezu lückenlos überwacht. Die Analyse zeigt: ...  
Mocken, die rocken.
Typisch Schweiz Der 5er Mocken Der 5er Mocken bzw. 10er Mocken bzw. aktuell 20er Mocken ist die vielleicht ...
Ertappt, Sie suchen noch Weihnachtsgeschenke?
Shopping Verspätet mit der Geschenkssuche? Sie hatten auch in diesem Jahr wieder keine Zeit um tolle Weihnachtsgeschenke zu kaufen? Sie sind ein Wiederholungstäter und haben deshalb jedes Jahr erneut den ...
Hässige Weihnachten weil alles erledigt ist.
Jürg Zentner gegen den Rest der Welt.
Jürg Zentner
Barrikaden in Berlin, Mai 1929: Vom Crash zur Katastrophe war es kein langer Weg.
Regula Stämpfli seziert jeden Mittwoch das politische und gesell- schaftliche Geschehen.
Regula Stämpfli
Wut und Angst trifft auf schwammiges Lavieren: «PEGIDA»-Protest in Dresden (15. 12. 2014)
Patrik Etschmayers exklusive Kolumne mit bissiger Note.
Patrik Etschmayers
Staats und Parteichef Xi Jinping (mit Ehefrau Peng Liyuan): Zieht das langfristige Träumen dem Tagespolitischen Albträumen vor.
Peter Achten zu aktuellen Geschehnissen in China und Ostasien.
Peter Achten
Haus der Religionen: Prestigeprojekt mit dem Ziel die Verflechtung von Staat und Religion zu stärken.
Skeptischer Blick auf organisierte und nicht organisierte Mythen.
Freidenker
Wir setzen uns für die Verbesserung der Qualität von Tierheimen und Tierschutzprojekten im In- und Ausland ein.
Übrigens: Hier könnte auch Ihr Unternehmen gefunden werden.
Erfassen Sie zuerst Ihr kostenloses Firmenporträt! Mit dem Firmenporträt präsentieren Sie Ihr Unternehmen und Ihre wichtigsten Dienstleistungen schnell und einfach auf dem wichtigsten KMU-Marktplatz der Schweiz.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
Seite3.ch
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich 5°C 6°C leicht bewölkt leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Basel 5°C 8°C bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
St.Gallen 6°C 10°C leicht bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Bern 6°C 11°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Luzern 7°C 14°C leicht bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Genf 7°C 12°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Lugano 2°C 12°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten