Schweizer sind ratlos
Fortpflanzungsmedizin überfordert das Volk
publiziert: Donnerstag, 29. Okt 2015 / 07:21 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 29. Okt 2015 / 08:53 Uhr
Die Umfrage über Fortpflanzungsmedizin sorgte zum Teil für Ratlosigkeit. (Symbolbild)
Die Umfrage über Fortpflanzungsmedizin sorgte zum Teil für Ratlosigkeit. (Symbolbild)

Bern - Eine Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer steht der Fortpflanzungsmedizin eher ratlos gegenüber. Das zeigt eine Umfrage, welche die Zeitung «reformiert» in Auftrag gegeben hat. Pragmatischer ist man dagegen, wenn es um Abtreibung geht.

6 Meldungen im Zusammenhang
«Die Fortpflanzungsmedizin überfordert die Menschen»: Dieser Aussage stimmten 58 Prozent der Befragten eher oder voll zu, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage hervorgeht. Das Meinungsforschungsinstitut Demoscope befragte dazu Mitte September 1003 Personen. 35 Prozent fühlen sich eher nicht oder überhaupt nicht überfordert.

Eine knappe Mehrheit (51 Prozent) findet, die Fortpflanzungsmedizin ermögliche den Menschen kein besseres Leben. 58 Prozent der Befragten sehen Kinderlosigkeit zudem nicht als Krankheit, die geheilt werden müsste.

Im Konkreten erachten 58 Prozent der Befragten das Verbot der Leihmutterschaft in der Schweiz als richtig, 35 Prozent würden Leihmütter erlauben. Weniger eindeutig ist die Lage beim Thema Eizellenspende: 46 Prozent sind dagegen, 43 Prozent dafür.

Keine Chance hätte Geschlechterselektion: 86 Prozent finden es richtig, dass künstlich gezeugte Embryonen nicht nach Mädchen und Junge ausgewählt werden dürfen. 10 Prozent wollen das erlauben.

Männer und «Social Freezing»

Das vorsorgliche Einfrieren von Eizellen ohne medizinischen Grund, sondern zum Aufschub des Kinderwunsches, auch als «Social Freezing» bekannt, lehnen 67 Prozent ab. Sehr oder eher gut finden es 27 Prozent. Dabei sticht hervor, dass Männer dem Thema zugeneigter sind als Frauen: 31 Prozent der Männer finden es eher gut, hingegen nur 17 Prozent der Frauen. Bei den ablehnenden Antworten ist der Prozentsatz der Männer stets tiefer als jener der Frauen.

Dass gleichgeschlechtliche Paare in der Schweiz keine Kinder zeugen lassen dürfen, finden 55 Prozent der Befragten richtig - 37 Prozent würden es erlauben. Bei den 15- bis 24-Jährigen finden Leihmütter und künstlich gezeugte Kinder für Homosexuelle dagegen eine Mehrheit.

Offen zeigen sich die Befragten zudem beim Thema Abtreibung: 79 Prozent sind der Meinung, Eltern sollen selber entscheiden können, ob sie ein behindertes Kind abtreiben wollen. 17 Prozent sehen das nicht so. Eine Mehrheit (52 Prozent) findet zudem nicht, dass das neue Gesetz Behinderte diskriminieren würde.

Derzeit läuft die Referendumsfrist zum revidierten Fortpflanzungsmedizingesetz. Diese dauert bis am 10. Dezember. Vorgesehen ist, das Verbot der Präimplantationsdiagnostik (PID) aufzuheben, die Anzahl Embryonen, die pro Zyklus erzeugt werden dürfen, von drei auf maximal zwölf zu erhöhen und das Aufbewahren von Embryonen zu erlauben.

(sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Der Frauenkörper als Verhandlungsort von Politik oder über die Illusion, als Frau frei zu sein.
Dschungelbuch «Köln» wird medial als Metapher als «neue» Diskussion behandelt. Dies hat System. «Neu» ist medial «relevant», «neu» veraltet ... mehr lesen
Die EVP will verhindern, dass die Präimplantationsdiagnostik (PID) «willkürlich und unbegrenzt angewendet werden darf und unzählige Embryonen vernichtet werden können.»
Bern - Das Stimmvolk wird voraussichtlich über das Fortpflanzungsmedizingesetz befinden. Das überparteiliche Komitee hat die nötigen Unterschriften für ein Referendum ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Wenn das Erbgut nicht untersucht wird, sollen drei Embryos in vitro gezeugt werden dürfen, sonst maximal acht.
Bern - Der Ständerat hat seinen Widerstand gegen Chromosomen-Tests an im Reagenzglas gezeugten Embryos aufgegeben. Künftig soll ein Embryo vor der Einpflanzung in den Mutterleib auf ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit ...
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, will ein überparteiliches Komitee aus den Reihen der SVP, CVP und EDU das Referendum ergreifen. mehr lesen 3
Falsche Sichtweise  Selbst wenn sie hohe Steuerabgaben leisten müssen, leben reiche Amerikaner grösstenteils weiter in ... mehr lesen  
In den vergangenen Jahre haben von knapp 500'000 Einkommensmillionären nur 12'000 pro Jahr den Bundesstaat gewechselt.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 3°C 3°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregenschauer stark bewölkt, Regen
Basel 4°C 5°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen stark bewölkt, Regen
St. Gallen 1°C 2°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich stark bewölkt, Regen
Bern 2°C 2°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregenschauer stark bewölkt, Regen
Luzern 4°C 3°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregenschauer stark bewölkt, Regen
Genf 4°C 4°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregenschauer stark bewölkt, Regen
Lugano 2°C 6°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten
 
 
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/seminar.aspx?ID=311&lang=de