«Wir müssen uns schützen»
Fortschreitende Isolation von Ebola-Ländern
publiziert: Samstag, 23. Aug 2014 / 16:46 Uhr
Geschlossene Grenzen. (Symbolbild)
Geschlossene Grenzen. (Symbolbild)

Genf/Monrovia - Die von Ebola betroffenen Länder Westafrikas werden von anderen Staaten der Region zunehmend isoliert. Die Elfenbeinküste beschloss am Freitag, die Grenzübergänge nach Guinea und Liberia zu schliessen. Zuvor hatte bereits der Senegal die Grenze zu Guinea dicht gemacht.

8 Meldungen im Zusammenhang
Der Ministerpräsident der Elfenbeinküste, Daniel Kablan Duncan, begründete die Massnahme in einer Fernsehansprache damit, das Land müsse sich vor der Ebola-Epidemie schützen. Südafrika hatte kürzlich ein Einreiseverbot für Nicht-Südafrikaner verhängt, die aus den vier betroffenen Ländern Guinea, Liberia, Sierra Leone und Nigeria einreisen wollen.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden bis vorigen Mittwoch 1427 Ebola-Tote gemeldet. Am 19. und 20. August seien aus den vier Ländern 142 neue bestätigte und Verdachtsfälle sowie 77 Todesfälle gemeldet worden. Demnach wurden bislang insgesamt 2615 bestätigte und Verdachtsfälle gemeldet.

Die Zahlen deuten darauf hin, dass Liberia das am schwersten betroffene Land ist: Hier wurden bisher 1082 Erkrankungen und 624 Tote registriert. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Wie viele Menschen in der Region bislang an dem Virus gestorben sind, ist offenbar kaum abzuschätzen.

UNO schickt zusätzliche Hilfe

"Dieser aussergewöhnliche Ausbruch erfordert eine beispiellose Reaktion in allen Dimensionen", sagte David Nabarro, Ebola-Koordinator des UNO-Generalsekretärs. Als Reaktion auf die Zuspitzung der Lage wollen die Vereinten Nationen die Hilfe deutlich ausweiten.

Zusätzliche internationale Experten und Helfer sowie Hilfsgüter sollen nach Liberia geschickt werden, um die dortigen Gesundheitseinrichtungen zu unterstützen, kündigte Nabarro am Freitagabend bei einer Pressekonferenz in der liberianischen Hauptstadt Monrovia an.

Zudem sollen weitere Krankenbetten geliefert werden. In einigen Teilen Liberias, darunter Monrovia, sei die Gesundheitsversorgung praktisch zum Erliegen gekommen.

Infizierte versteckt

Die WHO geht davon aus, dass die Bekämpfung der Ebola-Epidemie Monate lang dauern kann. Das Ausmass der Epidemie sei auch deshalb unterschätzt worden, weil viele Infizierte von ihren Familien versteckt wurden.

Die Menschen seien davon ausgegangen, dass es für Ebola sowieso keine Heilung gebe und es für die Todkranken besser sei, wenigstens zu Hause sterben zu können, heisst es in einer in Genf veröffentlichten Mitteilung.

Kliniken und Labors seien in den betroffenen Ländern meist völlig überfordert, viele Gesundheitseinrichtungen zudem geschlossen worden. "Die Angst hält die Patienten fern und treibt das medizinische Personal in die Flucht", erklärte die WHO.

(bert/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Paris/Genf - Bei der Ebola-Epidemie ... mehr lesen
Angst vor dem Virus.
Monrovia - Der Ebola-Erreger hat sich ... mehr lesen
Der Erreger konnte eindeutig nachgewiesen werden.
Die Anstrengungen müssen noch verstärkt werden. (Symbolbild)
Monrovia - Die Vereinten Nationen ... mehr lesen
Dakar - Die Ebola-Epidemie ... mehr lesen
Ebola Opfer
Weitere Artikel im Zusammenhang
In den Ebola-Gebieten Westafrikas droht eine humanitäre Krise. (Symbolbild)
Berlin - Den Ebola-Gebieten in ... mehr lesen
Die Bewohner von West Point traf die Massnahme am Mittwoch völlig unvorbereitet. (Symbolbild)
Paris - Um die Ebola-Epidemie unter ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere Forschungsprojekte und einem grösseren Forscherkreis zur Verfügung.
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere ...
Medizinische Forschung  Bern - Das Inselspital nimmt mit der «Liquid Biobank Bern» das derzeit modernste Tiefkühllager für Blut und andere flüssige Bioproben in der Schweiz in Betrieb. Die Biobank soll zur wichtigen Forschungsressource für massgeschneiderte Medizin werden. mehr lesen 
Erhöhtes Osteoporose-Risiko  Trondheim - In den letzten Wochen der Schwangerschaft gehört die Weitergabe von Kalzium an den Fötus zur Förderung der Knochenentwicklung zu den wichtigen Vorgängen. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 6°C 22°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Basel 8°C 23°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 7°C 19°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Bern 5°C 21°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 7°C 22°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Genf 9°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 9°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten