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Fragezeichen um Federer
publiziert: Freitag, 13. Jan 2012 / 12:49 Uhr / aktualisiert: Freitag, 13. Jan 2012 / 13:37 Uhr
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Roger Federer ist zuversichtlich.
Roger Federer ist zuversichtlich.

Liebend gern würde Roger Federer am Australian Open in Melbourne seinen 17. Grand-Slam-Titel gewinnen, den ersten seit zwei Jahren. Um das Leistungsvermögen des 30-jährigen Schweizers ranken sich aber seit der verletzungsbedingten Aufgabe in Doha Fragezeichen.

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Roger FedererRoger Federer
Klar ist: Roger Federer wird im Melbourne Park an den Start gehen. Die Vorbereitung verlief hingegen nicht im Sinn des Baslers, der am Ende der vergangenen Saison 17 Siege aneinandergereiht hatte. In Abu Dhabi unterlag er in Exhibitions sowohl Novak Djokovic als auch Rafael Nadal; gegen Djokovic verlor er sogar 1:6, 2:6. In der darauffolgenden Woche in Doha begann der Rücken zu zwicken, weshalb Federer vor dem Halbfinal gegen Jo-Wilfried Tsonga aus dem Turnier aussteigen musste. Seither signalisierte er nach den Trainings in Melbourne zwar halbwegs Entwarnung («Dem Rücken geht es von Tag zu Tag besser»); doch erst die Ernstkämpfe nächste Woche werden zeigen, zu welchen Leistungen Federer in der Lage ist.

Vor gut drei Jahren war Federer mit den fast gleichen Problemen konfrontiert worden. Damals musste er wegen Rückenproblemen in Paris-Berçy gegen James Blake Forfait erklären; anderthalb Wochen später begann das Masters in Schanghai. Federer verlor daraufhin in China gegen Gilles Simon und Andy Murray zwei seiner drei Vorrundenspiele und verpasste die Halbfinals. Auch das Australian Open beginnt genau zehn Tage nach dem Forfait in Doha. Die gute Nachricht aber ist: In Melbourne bekommt es Federer in der ersten Woche nicht mit Top-10-Spielern zu tun. Die Auslosung meinte es sogar äusserst gut mit dem Baselbieter. Die ersten Gegner, zuerst ein Qualifikant und danach Eric Prodon (Fr/ATP 96) oder Andreas Beck (De/ATP 98), sollten Federer selbst dann nicht gefährden können, wenn sie über sich hinauswachsen. Und bis zum Drittrundenspiel (möglicherweise gegen Ivo Karlovic oder Jürgen Melzer) bleibt Federer noch eine Woche Zeit, um gesundheitlich alles wieder in den Griff zu bekommen.

Es ist Federer zu wünschen, dass er sich in Vollbesitz der Kräfte der Konkurrenz stellen kann. Das Ende der letzten Saison mit sieben Siegen hintereinander gegen Top-10-Spieler machte klar, dass Federer noch lange nicht abgeschrieben werden darf. Der Schweizer schielt sogar schon wieder in Richtung Nummer 1. Ihm ist aber klar, dass der Weg zurück an die Spitze einzig und allein über Major-Titel führt. Und den letzten gewann er am 31. Januar 2010 in Melbourne gegen Andy Murray (6:3, 6:4, 7:6).

Wawrinka unter Druck

Mit viel kleineren Ambitionen startet Stanislas Wawrinka ins Turnier. Vor einem Jahr liebäugelte Wawrinka in Australien dank neuem Elan und neuem Trainer (Peter Lundgren) mit der Rückkehr unter die Top 10. Mittlerweile ist die Aufbruchstimmung verflogen und der vielgerühmte Trainer entlassen. Dem bald 27-jährigen Romand droht in Australien ein weiteres Abrutschen im Ranking, wenn er den Vorjahresexploit (Viertelfinals) nicht wiederholen kann. Stan Wawrinka startet gegen den Franzosen Benoit Paire (ATP 93), dürfte aber schon in der 2. Runde von Marcos Baghdatis über Gebühr gefordert werden. Der Zypriote, der in Melbourne vor sechs Jahren im Final Federer unterlag, besiegte zuletzt in Sydney den Argentinier Juan Martin Del Potro. Wawrinka hingegen verlor seine letzten beiden Einzel gegen Go Soeda (Jap/ATP 120) in Chennai und gegen Michael Llodra (Fr/ATP 45) an einem Showkampf in Adelaide.

Djokovic in Form

Als Topfavorit startet der Weltranglistenerste Novak Djokovic ins Turnier. Der Serbe gewann in Abu Dhabi mit Siegen über Federer und David Ferrer die Exhibition, an der vier der ersten fünf der Weltrangliste teilgenommen hatten. Auf ein weiteres Vorbereitungsturnier verzichtete Djokovic. Andy Murray (ATP 4) suchte und fand die Frühform in Brisbane; der Schotte möchte endlich sein erstes Grand-Slam-Turnier gewinnen. In den letzten beiden Jahren verlor Murray in Melbourne jeweils erst im Final. Rafael Nadal schlug sich während der Vorbereitung mit Schulterproblemen herum; er kündigte für die Wochen nach dem Australian Open bereits die nächste Pause an. Aus dieser Optik ist es für Federer gewiss kein Nachteil, dass es ihn in die Tableauhälfte des Spaniers verschlug. Novak Djokovic, der an 14 der letzten 16 Grand-Slam-Turniere in die gleiche Tableauhälfte wie Federer ausgelost worden war, befindet sich diesmal mit Andy Murray zusammen in der anderen Sektion der Draw.

Viele Talente bei den Frauen

Bei den Frauen lieferte diese Woche das Turnier von Sydney, an welchem neun der Top 10 gemeldet waren, erste Indizien. Caroline Wozniacki (Dä/1) und Petra Kvitova (Tsch/2) duellieren sich in Australien um die Nummer 1 der Welt. Victoria Asarenka (WTA 3) und Vorjahresfinalistin Li Na (WTA 5), die beiden Finalistinnen von Sydney, erfreuen sich einer ausgezeichneten Frühform. Ausserdem gilt es Vorjahressiegerin Kim Clijsters und Serena Williams zu beachten, die beide auf den Start in Sydney verzichtet hatten, ihre Blessuren aber auskuriert haben.

(bert/Si)

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