Hollande kann auf Parlamentsmehrheit zählen
Frankreichs Sozialisten feiern historischen Wahlerfolg
publiziert: Sonntag, 17. Jun 2012 / 20:45 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 17. Jun 2012 / 23:27 Uhr
François Hollande.
François Hollande.

Paris - Die Wahlen zur Nationalversammlung haben den französischen Sozialisten mit dem Gewinn der absoluten Mehrheit die grösste Machtfülle ihrer Geschichte beschert. Präsident François Hollande wird nahezu unbeschränkt seine Reformpläne durchsetzen können.

7 Meldungen im Zusammenhang
Hollandes Sozialisten ist mit dem Wahlergebnis vom Sonntag etwas geglückt, was François Mitterrand während 14 Jahren Herrschaft verwehrt geblieben war: Erstmals dominieren die Sozialisten beide Parlamentskammern. Im Senat, der zweiten Parlamentskammer, hat die Linke bereits seit dem Vorjahr die Mehrheit.

Hollande kann damit seine linken Reformpläne ungehindert durchsetzen. Im Ringen mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel um den richtigen Weg aus der Euro-Krise wird er zudem ohne innenpolitische Kompromisse den französischen Kurs vorgeben können.

Steuerreform in der Pipeline

Zu den vordringlichen Projekten Hollandes gehört unter anderem eine umfassende Steuerreform, bei der Spitzenverdiener und Finanzinstitute deutlich stärker belastet werden sollen.

Weitere Projekte sind die Einführung der Homo-Ehe und Änderungen an der Rentengesetzgebung. Das Rentenalter für sehr früh ins Arbeitsleben gestartete Franzosen wurde bereits per Dekret wieder von 62 auf 60 Jahre gesenkt.

Die konservative UMP des am 6. Mai abgewählten Präsidenten Nicolas Sarkozy rutschte massiv ab und wird erstmals seit 2002 wieder auf der Oppositionsbank Platz nehmen müssen. Direkte Verbündete eingeschlossen wird die konservativ-rechte Partei nur noch bei 221 bis 231 Sitzen gesehen. Die rechte Seite verlor damit gut 100 Mandate.

Niederlage für Royal

Der Front National von Marine Le Pen wird erstmals seit 1998 wieder im Parlament vertreten sein. Eines der FN-Mandate fällt an Marion Maréchal-Le Pen, die mit ihren 22 Jahren das jüngste je gewählte Parlamentsmitglied sein wird. Die Enkelin von FN-Gründer Jean-Marie Le Pen schaffte ihre Wahl im Vaucluse. Ihre Tante, FN-Präsidentin Marine Le Pen, verpasste hingegen den Einzug ins Parlament hauchdünn.

Neben Marine Le Pen zählt auch die frühere sozialistische Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal zu den prominenten Wahlverliererinnen. Royal unterlag in La Rochelle als offizielle Kandidatin dem wild kandidierenden Sozialisten Oliver Falorni.

Royal sprach von einem "Verrat", der eines Tages gesühnt werde. Die Lebensgefährtin von Präsident Hollande, Valérie Trierweiler, hatte per Twitter ihren Vorzug für Royals Gegenspieler ausgedrückt und damit einen heftigen Wirbel ausgelöst. Royal war die frühere Partnerin Hollandes. Aus ihrer Beziehung stammen vier Kinder.

 

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Paris - Zehn Monate nach seinem Amtsantritt haben die Franzosen ihrem Staatschef François Hollande ein schlechtes Zeugnis ... mehr lesen 1
Die Wahlversprechen von François Hollande waren sehr hoch gesteckt.
Paris - Nach ihrem klaren Sieg bei der Parlamentswahl haben der französische Präsident François Hollande und ... mehr lesen
Französischer Premier stellt nach Parlamentswahl neues Kabinett vor.
Premierminister Jean-Marc Ayrault soll jetzt eine neue Regierung bilden.
Paris - Nach ihrem klaren Sieg bei der Parlamentswahl bereiten sich die ... mehr lesen 12
Paris - Mit einer historischen Machtfülle gehen die französischen Sozialisten in die nächste Legislaturperiode: Nach dem Präsidentenamt eroberten sie am Sonntag auch die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung. mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Paris - In Frankreich hat die entscheidende Runde der Parlamentswahl begonnen. Die ersten Spitzenpolitiker gingen bereits am ... mehr lesen
Francois Hollande
In der zweiten Runde wird die entgültige Zusammensetzung ermittelt.
Paris - Nach der ersten Runde der Parlamentswahl in Frankreich vom ... mehr lesen
Der Irak-Krieg, den George W. angerissen habe, sei «ein dicker, fetter Fehler» gewesen, rief Trump in der Debatte in South Carolina. (Archivbild)
Der Irak-Krieg, den George W. angerissen ...
US-Wahlen  Greenville - Die republikanischen Präsidentschaftsanwärter haben sich in ihrer neunten TV-Debatte am Samstag den bislang härtesten Schlagabtausch geliefert. Dabei attackierte der umstrittene Milliardär Donald Trump vorab seinen Rivalen Jeb Bush und dessen Bruder Georg W. Bush. 
Jim Gilmore steigt aus Präsidentschaftswahlkampf aus Washington - Jim Gilmore steigt aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur bei den US-Republikanern aus. Das ...
Favoritensieg für Trump und Sanders in New Hampshire Concord - Die zweiten Vorwahlen unter den ...
US-Wahlen  Washington - Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten hat die frühere Aussenministerin Hillary Clinton ihrem Rivalen Bernie Sanders vorgeworfen, mit seinen Plänen den Staat aufzublähen. Die beiden lieferten sich am Donnerstagabend eine weitere TV-Debatte.  
Clinton wirft Sanders unrealistische Politik vor Durham - Hillary Clinton und Bernie Sanders haben sich am Donnerstag eine weitere hitzige TV-Debatte ...
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3730
    Es... könnte durchaus sein, dass der Aufstieg von B. Sanders weitergehen ... heute 11:58
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3730
    Saudi-Arabien... destabilisiert seit mehr als 30 Jahren die Welt. Überall in der Welt ... heute 10:53
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3730
    Jetzt... markiert A. Merkel erst mal die Chefin. Das schuldet sie doch ihrer ... gestern 12:30
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3730
    Das... gereifte Kriegsverständnis von KSA: viele kleine beherrschbare Kriege, ... gestern 09:33
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3730
    islamisten... unterschiedlichster Provenienz haben offensichtlich unnachgiebig bei ... Fr, 12.02.16 19:01
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3730
    Welcome A. Merkel drückt Europa gerade kräftig ihren Refugees welcome-Stempel ... Fr, 12.02.16 17:15
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3730
    Die... sunnitischen Königshäuser wollen weiterhin den Sturz B. al-Assads. Sie ... Fr, 12.02.16 15:19
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3730
    Man... kann nur hoffen, dass nicht auch noch der Libanon und Jordanien zum ... Do, 11.02.16 17:37
 
Wettbewerb
   
Die geladenen Gäste werden eine Fahrt durch den mit 57 Kilometern längsten Bahntunnel der Welt machen.
Gotthard-Basistunnel  Bern - 160'000 Personen haben sich bis zum Ablauf des Wettbewerbs für Fahrkarten in jenen beiden Zügen beworben, die am 1. ...
Eröffnungsfahrt zu gewinnen  Bern - Wer am 1. Juni 2016 in einem der beiden Züge, die den Gotthard-Basistunnel eröffnen, mitfahren will, kann sich nun um Fahrkarten bewerben. ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SO MO DI MI DO FR
Zürich 3°C 3°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall
Basel 2°C 3°C bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall bewölkt, wenig Schneefall
St.Gallen 5°C 6°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Bern 6°C 7°C bewölkt, Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Luzern 4°C 8°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Genf 6°C 7°C bedeckt, Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Lugano 4°C 5°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
mehr Wetter von über 6000 Orten