Französischer Minister nennt Zustände in Roma-Lager «unerträglich»
publiziert: Montag, 27. Aug 2012 / 13:43 Uhr
Der Innenminister war entzürnt über die Zustände des geräumten Roma-Lagers.
Der Innenminister war entzürnt über die Zustände des geräumten Roma-Lagers.

Évry/Paris - Erneut ist in Frankreich ein Roma-Lager geräumt worden. Am Montagmorgen ging die Polizei in Évry südlich von Paris gegen die illegale Siedlung vor. Dort lebten seit Monaten etwa 70 Personen entlang einer Bahnlinie.

6 Meldungen im Zusammenhang
Der französische Innenminister Manuel Valls, bis Juni Stadtpräsident in Évry, verteidigte das Vorgehen. Er bezeichnete die sanitären Verhältnisse in dem Lager als «unerträglich».

Valls rechtfertigte die Räumung im Sender Europe 1 auch mit dem Sicherheitsrisiko durch die Lage der Roma-Unterkünfte direkt neben einer Bahnlinie. Derartige Räumungen werde es auch weiterhin geben, doch seien die örtlichen Behörden stets aufgefordert, «Lösungen für andere Unterbringungen zu finden».

Valls kündigte an, im September nach Rumänien und Bulgarien zu reisen. «Ich möchte wissen, warum Integrationspolitik in den Ursprungsländern der Roma nicht möglich ist», sagte Valls.

In Sozialunterkunft

Bepackt mit Koffern, Plastiktüten, Kinderwagen und Akkordeons hatten die Roma, darunter auch kleine Kinder, am Morgen ihr Lager in Évry verlassen. Nach Angaben der Betroffenen und von Roma-Hilfsorganisationen sollen die Roma nun möglicherweise für einige Tage in eine Sozialunterkunft.

Der Umgang mit Roma aus Rumänien stösst in Frankreich immer wieder auf Kritik. Nach umstrittenen Räumungen vor einigen Wochen hat sich auch die EU-Kommission der Sache angenommen. Die französische Regierung betont stets, auf rechtlich einwandfreier Basis gegen die Lager vorzugehen.

Der französische Präsident François Hollande hatte im Wahlkampf angekündigt, er wolle mit dem Thema sensibler umgehen als sein Vorgänger Nicolas Sarkozy.

In der vergangenen Woche hatte die Regierung eine besondere Steuer für französische Unternehmer ausgesetzt, die Rumänen oder Bulgaren beschäftigen. Das hatte die EU-Kommission als «eine wichtige Etappe auf dem Weg zur Integration der Roma in Frankreich» begrüsst.

(laz/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
1
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Marseille - Bewohner eines Stadtteils von Marseille haben eine Gruppe von Roma aus ihrem Lager vertrieben und die Reste des Camps in Brand gesetzt. Polizisten rückten ... mehr lesen 2
Die Lager der Romafamilien wurden in Brand gesetzt.
Ein Roma-Lager (Symbolbild)
Rom - Nach einem erlogenen Vergewaltigungsvorwurf einer jungen Italienerin hat eine aufgebrachte ... mehr lesen
Paris - Frankreich hat in dieser Woche wieder Roma abgeschoben: Die Pariser Regierung liess am Montag und Dienstag ein Lager in ... mehr lesen 1
Kinder einer Roma-Familie: Frankreich widerspricht weiterhin internationalem Recht.
Brand (Archivbild).
Rom - Vier Roma-Kinder sind am Sonntag bei einem Brand in einem illegalen ... mehr lesen
Paris - Der Streit zwischen Frankreich und der EU-Kommission um die Abschiebungen von Roma eskaliert: Frankreichs ... mehr lesen
«Meine Geduld hat Grenzen, so richtet man sich nicht an ein grosses Land», sagte Pierre Lellouche. (Archivbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
Der rumänische Präsident Basescu kritisiert die Abschiebung seiner Landsleute.
Bukarest - Vor dem Besuch von zwei ... mehr lesen
Wer sein...
Haus nicht abschliesst, braucht sich über solche Zustände im eigenen Haus nicht wundern.
Einfache Sicherheitstipps gibts auf jedem Polizeiposten.
«Nichts brauche die Türkei so sehr wie das fröhliche Lachen von Frauen.» (Symbolbild)
«Nichts brauche die Türkei so sehr wie das ...
«Fehlende Tugendhaftigkeit»  Istanbul - Der türkische Vize-Regierungschef Bülent Arinc will nicht, dass Frauen in der Öffentlichkeit laut lachen. Das vertrage sich ebenso wenig mit dem Wert der Tugendhaftigkeit wie die Zurschaustellung weiblicher Reize, sagte Arinc laut Zeitungsberichten. 
Erdogan kündigt stärkere Rolle des Staatschefs an Ankara - Zum Auftakt seines Präsidentschaftswahlkampfes hat der ...
Erdogan mag keine Tattoos Istanbul - Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan mag keine Tattoos - und duldet ...
Drei türkische Ehefrauen getötet ... an einem Tag Istanbul - Die Gewalt gegen Frauen in der Türkei hat einen traurigen ...
Nahost  Gaza-Stadt - Die israelische Armee hat am späten Montagabend und in der Nacht zum Dienstag Ziele in Gaza angegriffen. Nach ...   1
Schwere Feuer gegen Gaza
Zehntausende demonstrieren gegen Gaza-Konflikt Jerusalem - In Ost-Jerusalem haben zehntausende Menschen gegen die ...
Völkerrechtler verurteilen Israels «Kollektivstrafe» gegen Gaza Bern - 125 Internationale Völkerrechtsexperten, ... 2
Unklarheit über Feuerpause in Nahost Gaza/Tel Aviv/Paris - Nach der Verkündung einer 24-stündigen Waffenruhe durch die ... 1
Titel Forum Teaser
  • kubra aus Port Arthur 3004
    Irgendwie bekommt man schon das Gefühl, dass da jemand massiv an diesem Kreislauf ... heute 14:48
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2330
    Warum... leben solche Frauen weiter in unsicheren Staaten und nicht Europa? ... heute 12:53
  • Kassandra aus Frauenfeld 917
    Schöne Bescherung! Wir kaufen der EU im Jahre für ca. 110 Milliarden Waren ab. Wir ... heute 12:47
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2330
    Man... darf diesen radikalen Islamisten nicht weiter so halbherzig begegnen ... heute 12:15
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2330
    Der... Gaza-Streifen wird wieder in Schutt und Asche gelegt. Von der Hamas ... heute 11:35
  • LinusLuchs aus Basel 19
    Wer lanciert die Volksinitiative gegen Überwachung? Die weltweit aktiven Überwacher der USA können auf Komplizen in den ... heute 09:41
  • royalbobcat aus Sutz 2
    EU Entscheid CH / Kroatien Der Entscheid ist einfach, Bilaterale Verträge kündigen, besser sofort ... gestern 22:15
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2330
    Viele... Palästinenser sind derart fanatisiert, dass es nicht möglich ist, sie ... gestern 13:37
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DI MI DO FR SA SO
Zürich 11°C 13°C bedeckt, wenig Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen
Basel 11°C 13°C bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen
St.Gallen 13°C 15°C bedeckt, wenig Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen
Bern 15°C 18°C bedeckt, Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Luzern 15°C 18°C bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen
Genf 14°C 19°C bedeckt, Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Lugano 17°C 23°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten