Frau bleibt trotz Kirchenaustritt katholisch
publiziert: Freitag, 3. Aug 2012 / 15:57 Uhr
Das Schweizerische Bundesgericht.
Das Schweizerische Bundesgericht.

Lausanne - Eine Luzernerin kann aus der katholischen Staatskirche austreten und gleichzeitig katholisch bleiben. Das Bundesgericht hat die Luzerner Kirchgemeinde zurückgepfiffen, die den Austritt der Frau an ein Gespräch mit dem Generalvikar knüpfen wollte.

Die Frau hatte seit 2002 mehrfach den Austritt aus der Katholischen Kirchgemeinde Luzern erklärt. Zuerst legte sich die Kirchgemeinde quer, weil die Frau gleichzeitig katholisch bleiben wollte.

Als das Bundesgericht 2007 in einem Grundsatzurteil entschied, dass man aus der staatskirchlichen Organisation austreten und dennoch weiter der römisch-katholischen Weltkirche angehören kann, unternahm die Frau einen neuen Austrittsversuch.

Die Kirchgemeinde stellte sich aber auf den Standpunkt, dass der Austritt ungültig sei. Der Grund: Die Frau war der geforderten Kontaktaufnahme mit dem Generalvikar des Bistums Basel nicht nachgekommen.

Gespräch keine Bedingung

Das Luzerner Verwaltungsgericht stützte in erster Instanz die Kirchgemeinde. Das Bundesgericht hat nun dieses Urteil aufgehoben und den Austritt bestätigt.

Wer aus der Kirche austritt, entledigt sich laut Bundesgericht der Rechte und Pflichten, die er nach staatlichem Recht der Kirche gegenüber hat. Der Austritt erstreckt sich aber nur auf die Kirche als privat- oder öffentlich-rechtliche Person. Ob der Ausgetretene «weiterhin einer unsichtbaren oder einer rein nach geistlichem Recht verfassten Kirche angehört, ist aus staatlicher Sicht unbeachtlich».

Das Austrittsgesuch der Beschwerdeführerin sei klar und unzweideutig, hält das Bundesgericht fest. Es erfülle alle Voraussetzungen, die nach dem Verfassungsrecht an einen Austritt gestellt werden dürfen. Dass die Frau ein Gespräch mit dem Generalvikar abgelehnt habe, spiele keine Rolle.

Keine Zwangsmitgliedschaft

Die vom Verwaltungsgericht gestützte Forderung der Kirchgemeinde nach einem integralen Austritt aus der Kirche ist nach Sicht der Bundesrichter nicht stichhaltig. Die Religionsfreiheit garantiere die Austrittsmöglichkeit, heisst es im Urteil. Eine Anknüpfung an das kanonische Recht (der Weltkirche) würde einen Austritt verunmöglichen, weil dieses einen solchen gar nicht kennt.

Die Verweigerung des Austritts aus der Staatskirche würde zu einer verfassungswidrigen Zwangsmitgliedschaft für Katholiken führen, die nur die weltliche Organisation der Kirche ablehnen, hält das Gericht fest. Daher ergebe sich kein Recht, den Kirchenaustritt aus der Staatskirche an Bedingungen - wie beispielsweise den Kontakt mit dem Generalvikar - zu knüpfen.

Im Übrigen sei ein Kirchenaustritt auch zulässig, um Steuern zu sparen, heisst es im Urteil. Allerdings wäre ein solcher Austritt rechtsmissbräuchlich, wenn die austretende Person die von der Landeskirche finanzierten Leistungen danach weiter uneingeschränkt beanspruche. Ein solches Verhalten müsste indessen von den Kirchenbehörden nachgewiesen werden.

(alb/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Es handelt sich um «eine der wertvollsten lateinischen Inschriften», die jemals in der Jerusalem gefunden worden sei.
Es handelt sich um «eine der wertvollsten lateinischen ...
Archäologie  Jerusalem - Israelische Archäologen haben einen 2000 Jahre alter Gedenkstein mit lateinischer Inschrift der Öffentlichkeit präsentiert. Der dem römischen Kaiser Hadrian gewidmete Text gibt den Historikern Hinweise auf die Gründe für den Jüdischen Aufstand in den Jahren 132 bis 136. 
Bizarr  Nachdem sich One-Direction-Hottie Harry Styles kürzlich auf einem Bürgersteig in Los Angeles übergab, wurde an der Stelle von Fans nun ein ...  
Auch wenn er sich daneben benimmt, seine Fans scheinen ihn zu vergöttern.
Liam Payne bekommt seltsame Fan-Tweets One-Direction-Star Liam Payne (21) hat zugegeben, dass manche der Nachrichten, die er von seinen Anhängern ...
Liam Payne weiss offenbar nicht jede Fan-Nachricht zu schätzen.
One Direction.
One Direction: Gerührte Fans Viele Fans von One Direction brachen in Tränen aus, als sie heute eine Kostprobe des neuen Songs der Band hörten.
Titel Forum Teaser
Dirk Hebel ist Assistenzprofessor für Architektur am Singapore ETH Centre (SEC).
ETH-Zukunftsblog Sand (Teil 2): nachhaltige Alternativen Der massive Abbau natürlicher Sandvorkommen in ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DO FR SA SO MO DI
Zürich 1°C 3°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 1°C 7°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 3°C 5°C bewölkt, Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern 3°C 10°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 5°C 9°C bewölkt, Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Genf 4°C 12°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Lugano 15°C 20°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten