Frau steht wegen Anstiftung des Sohnes zu Mord vor Gericht
publiziert: Dienstag, 24. Jul 2012 / 11:56 Uhr
Die Mutter des Täters wird wegen Anstiftung zu Mord angeklagt.
Die Mutter des Täters wird wegen Anstiftung zu Mord angeklagt.

Bellinzona - Vor dem Geschworenengericht in Bellinzona hat der Prozess gegen drei Personen begonnen, die im Juli 2011 einen 16-jährigen Serben bei der Tötung seines Stiefvaters unterstützt haben sollen. Bei den Angeklagten handelt es sich um die Mutter des jungen Serben, den Verkäufer der Tatwaffe und einen Freund.

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Der Vorfall kam vor rund einem Jahr ans Licht. Am späten Abend des 6. Juli entdeckte die Polizei in einer Wohnung in Bellinzona die Leiche eines 46-jährigen Tessiners. Der Tote war in mehrere Stücke zerteilt worden.

Vor Ort nahm die Polizei den damals 16-jährigen serbischen Stiefsohn des Opfers fest. Er hat die Tat später gegenüber den Ermittlern gestanden. Alarmiert worden waren die Beamten durch einen Freund des Täters.

Der 16-Jährige hatte diesen offenbar darum gebeten, ihm bei der Beseitigung der Leiche zu helfen, die schon mehrere Tage in der Wohnung lag.

Mutter als mutmassliche Drahtzieherin

Vor dem Gericht in Bellinzona wird besonders die Mutter des zur Tatzeit Minderjährigen stark belastet. Sie soll ihren Sohn dazu angestiftet haben, den Tessiner Stiefvater umzubringen.

Ausserdem muss sie sich wegen Veruntreuung und Verstoss gegen das Ausländergesetz verantworten. Unter anderem hob sie direkt nach dem Tod ihres Mannes Geld von dessen Konto ab. Die Serbin, die sich während der Tat in der Heimat aufhielt, wurde erst am 1. September festgenommen.

Einem im Tessin lebenden portugiesischen Strassenhändler wird vorgeworfen, sich der Mittäterschaft bei Mord verantwortlich gemacht zu haben. Nach Ansicht der Tessiner Staatsanwaltschaft verkaufte er dem 16-Jährigen eine Axt, obwohl ihm die finsteren Pläne des Teenagers bekannt waren.

Ausserdem half er ihm gemäss Anklageschrift beim Einkauf von Utensilien, die dazu dienen sollten, nach dem geplanten Mord die Leiche verschwinden zu lassen.

Bei dem dritten Beschuldigten handelt es sich um den 29-jährigen Freund des jungen Serben, der die Polizei alarmierte. Vor Gericht soll geklärt werden, ob er mit seinem Handeln den 16-Jährigen begünstigte.

Der Prozess dauert nach Angaben des Gerichts mindestens zwei Tage. Der Termin der Urteilsverkündigung ist noch nicht bekannt.

(laz/sda)

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Irma Seidl ist Dozentin für Ökologische Ökonomik an der WSL, der ETH Zürich und der Universität Zürich.
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