Frauen dürfen doch nicht kandidieren
publiziert: Samstag, 22. Jan 2005 / 20:33 Uhr

Teheran - Entgegen anderslautender Meldungen werden Frauen von der Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl im Iran doch ausgeschlossen. Es gebe keine neue Auslegung der Verfassung, sagte der Sprecher des konservativen Wächterrats.

Die Frauen bleiben im Iran weiter von einer Kandidatur zur Präsidentin ausgeschlossen.
Die Frauen bleiben im Iran weiter von einer Kandidatur zur Präsidentin ausgeschlossen.
2 Meldungen im Zusammenhang
Wenige Stunden zuvor hatte das staatliche Fernsehen berichtet, der Wächterrat habe beschlossen, dass Frauen sich im Juni zur Wahl stellen dürften. Dies mit der Begründung, dass der Schlüsselbegriff rejal in der Verfassung geschlechtsneutral sei.

Der Wächterrat überwacht die Konformität aller Gesetze und Regierungsbeschlüsse mit dem Islam. Sein Sprecher, Gholamhossein Elham, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur IRNA, dass mit dem Wort rejal weiterhin nur Männer bezeichnet würden. Es gebe keine neue Auslegung.

Unterschiedliche Sprachauslegung

Im Arabischen bedeutet rejal die Männer, im Persichen dagegen werden mit dem Wort allgemein Persönlichkeiten aus der Politik umschrieben. In der iranischen Verfassung heisst es: Der Präsident ist aus den Reihen der politischen und religiösen ´rejal´ zu wählen.

Die Präsidentschaftswahl im Iran ist für den 17. Juni geplant. Präsident Mohammed Chatami darf nach zwei Amtszeiten nicht noch einmal kandidieren.

Seit der islamischen Revolution 1979 gab es keine Ministerin im Iran; Chatami machte aber Massumeh Ebtekar zur Vize-Präsidentin, zuständig für die Umwelt. Im Parlament sitzen zur Zeit elf Frauen.

(mo/sda)

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