Frauen gewichten soziale und Umwelt-Anliegen stärker
publiziert: Montag, 5. Feb 2007 / 13:47 Uhr

Bern - Frauen und Männer verhalten sich bei Abstimmungen sehr ähnlich. Frauen gewichten allerdings Umwelt-Anliegen und soziale Argumente stärker als wirtschaftspolitische. Allgemein wächst das Vertrauen in die Regierung wieder leicht.

Frauen und Männer sind auch bei Abstimmungen nicht immer gleicher Meinung.
Frauen und Männer sind auch bei Abstimmungen nicht immer gleicher Meinung.
Diese Schlüsse zieht das Forschungsinstitut gfs.bern in ihrer jüngsten Anlyse «Vox-Trend 2006», einer Nachuntersuchung eidgenössischer Volksabstimmungen. Es untersucht darin speziell das Stimmverhalten nach Geschlecht über einen längeren Zeitraum.

Frauen und Männer, so ein Hauptergebnis der Untersuchung, nehmen etwa in gleichem Mass an Abstimmungen teil. Sie haben «gleich lange Spiesse»: Beide Geschlechter können fallweise mit gleicher Wahrscheinlichkeit Abstimmungen im eigenen Sinn gewinnen.

Ausserdem sind Männer und Frauen sind bei Abstimmungen oft gleicher Meinung. Allerdings schützen Frauen in ihrem Abstimmungsverhalten die Umwelt, den Service Public und Benachteiligte tendenziell stärker und gewichten wirtschaftspolitische Argumente weniger stark als Männer es tun.

Beispielsweise stimmten Frauen dem Gesetz über die Familenzulagen sowie den (verworfenen) Volksinitiativen «Nationalbankgewinne für die AHV» und «Postdienste für alle» stärker zu als Männer. Die Verschärfungen im Asylgesetz sowie das Steuerpaket fanden dagegen bei Männern stärkeren Anklang als bei Frauen.

Beim (abgelehnten) Gegenvorschlag zur Avantiinitative (Zweite Gotthard-Tunnelröhre) stimmten nur 29 Prozent der Frauen mit Ja, aber 46 Prozent der Männer. Auch zeigen Frauen bei Energievorlagen eine Atomenergie-kritischere Haltung als Männer.

Keine markanten Unterschiede gab es bei Fragen über die Behandlung von Sexualstraftätern (Stichwort Verwahrungsinitiative) sowie bei der erleichterten Einbürgerung von Ausländern.

Konservativer als Männer stimmten Frauen bei Vorlagen über Schwangerschaftsabbruch und Mutterschaftsurlaub: Bei letzterem sagten 52 Prozent der Frauen und 61 Prozent der Männer ja.

(li/sda)

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