Weltfrauentag 2016
Frauen, lasst Euch feiern!
publiziert: Dienstag, 8. Mrz 2016 / 15:02 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 9. Mrz 2016 / 08:11 Uhr

Heute feiern wir den internationalen Weltfrauentag. Ein Hoch auf die Erfindungen und revolutionären Geschichten von und für Frauen.

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Der heutige Tag gehört ganz den Frauen. Ob in der Mode, Technik oder Politik, die Damenwelt sorgte schon immer für furore. 

Die Erfindung des Geschirrspülers

Den Geschirrspüler verdanken wir der vermögenden Josephine Cochrane aus Amerika. Die distinguierte Dame ärgerte sich zu oft darüber, dass ihre Bediensteten ständig Geschirr zerbrachen - wollte aber selbst nicht abwaschen. Deshalb baute sie 1883 kurzerhand ein Gerät für den Abwasch. Sie konstruierte dafür Drahtfächer für Teller, Tassen und Untertassen und befestigte diese an einem Rad. Angetrieben wurde das Ganze von einem Motor über den auch Seifenlauge über das Geschirr gegossen wurde.

Frauenstimmrecht in der Schweiz

Das Frauenstimmrecht in der Schweiz, pfff - ein leidiges Thema. Vom Ausland verspottet, führten die Schweizer als letztes europäisches Land das Stimmrecht für Frauen ein. Alle Schweizer? Nur die Innerrhödler weigerten sich bis 1990 «erfolgreich» den Frauen eine Stimme zu geben. Erst ein Gerichtsentscheid zwang die trotzigen Appenzeller in die Knie.

Ist Technik eine reine Männersache? Nein, nicht ganz ...

Die wunderschöne Schauspielerin Hedy Lamarr war ein richtiges Multi-Talent. Denn ohne sie und ihre Erfindung hätten wir heute mächtige Probleme in der Mobilfunktechnik. Die Künstlerin erfand im Jahr 1942 zusammen mit dem Komponisten Georg Antheil das Frequenzsprungverfahren. Die Funksteuerung wird heute noch für GMS-Technik und Bluetooth-Verbindungen genutzt.

Der Pixie-Cut - Frauen lassen Haare

Die bubenhafte Frisur - der Pixie-Cut - wurde in den späten 1950er Jahren berühmt. Die Frauen befreiten sich von langweiligen Klischees und schnitten sich den Pixie. Doch so richtig populär wurde der Haarschnitt mit dem britischen Model Twiggy, die schon mit ihrem androgynen, knabenhaften Aussehen einen frechen Stilbruch provozierte. Die gewagte Frisur ist heute wieder im Trend.

Befreiungsschlag durch Hosen

Die Hose war früher nur den Männern gewährt. Wir Frauen quetschten uns in enge Corsagen und trugen lange, schwere Röcke, welche ganze Gerüste untenrum benötigten. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts entwarf die amerikanische Frauenrechtlerin Amelia Bloomer die luftige Bloomerhose. Coco Chanel war dann die Wegbereiterin und schneiderte dazu passend noch luftige Blusen und lockere Hüte - die textile Freiheit für die Frau.

Halt durch BH's

Der BH wurde in den 1920ern von der New Yorker Schriftstellerin Mary Phelps Jacob erfunden. Vorher trugen die Damen nur ein Leibchen, hatten keinen Halt und die Brustwarzen waren immer sichtbar. In den 1960ern sorgte der BH erneut für furore, da er von femministischen Aktivistinnen als Zeichen für Gleichberechtigung und Freiheit verbrannt wurde. Heute gibt es etliche verschiedene Schnitte und jede Frau hat ihren persönlichen Favoriten.

Maxi, Midi, Mini

1962 kürzte die britische Designerin Mary Quant bei einer Fashionshow die Rocklänge drastisch. Es war ein Protest gegen Coco Chanel, weil sie das Knie als hässlichstes Körperteil der Frau ernannte. Anfangs war die Welt empört, und niemand trug ihn, weil er einfach zu sexy war. Doch in den Swinging Sixties kam sein Hype, denn mutige Frauen wollten provozieren und auffallen. Heute ist er aus fast keinem Kleiderschrank mehr wegzudenken.

Schönheit aus dem Döschen

Die Damenwelt schminkt sich bereits seit 3500 vor Christus. Zu den wichtigsten Utensilien gehören Maskara, Lippenstift und Nagellack. Die Lippen pflegte man sich schon seit je her, zerquetschte Maden und Käfer oder nutze Tierfett für die Feuchtigkeit. Erst 1910 kam Guerlain auf die Idee, den Lippenstift in eine Metallhülse zu stecken. Passend zum Lippenstift produzierten 1948 die Revlon-Brüder den ersten Nagellack in gleichen Farben und ihre Lippenstifte hatten neu einen Schiebemechanismus. Die erste pastenförmige Mascara wurde 1913 vom Chemiker T.L. Williams für seine Schwester Maybel erfunden. Die Idee war ein Riesenerfolg und bald wurde Maybelline gegründet. Heutzutage werden mit Contouring und Highlighting sogar Gesichtsformen neu modeliert.

Die Geburtsstunde des o.b.

Schon in der pharaonischen Zeit benutzten die Frauen wohl eine Art Tampon aus weichen Papyrusblättern. 1931 beantragte der Arzt Earle Cleveland Haas in Colorado einen Patentschutz für den ersten Tampon mit Einführungshilfe, den er ins Leben gerufen hat. Er gab ihm den Namen «Tampax».

Das Prinzip wurde 1947 von Dr. Carl Hahn weiterentwickelt und als o.b. (ohne Binde) auf den deutschen Markt gebracht. Zwei Partner unterstützten den Ingenieur aus Deutschland bei der Revolution des Produkts. Zusammen mit Rechtsanwalt Dr. Heinz Mittag und Dr. Judith Esser, einer Frauenärztin und leidenschaftlichen Schwimmerin, entstand ein wichtiger Hygieneartikel. Neben dem beruflichen Interesse, die Lebensqualität der Frauen zu verbessern, spielten auch persönliche Gründe mit. Dr. Esser suchte nach einer Alternative zu den Binden, die in den 1940er Jahren ausschliesslich erhältlich waren.

Es dauerte einige Jahre bis o.b. als Produkt anerkannt war, da Tampons damals mit vielen Vorurteilen belastet waren und sowieso als Tabuthema galten. Schliesslich gelang der Durchbruch und der o.b. Tampon wurde zu einem erfolgreichen Hygieneprodukt für Damen. Mittlerweile ist er in jeder Handtasche nicht mehr wegzudenken. o.b. vermittelt ein Freiheitsgefühl während der Menstruation, das viele Frauen schätzen.

Die Antibabypille - das Verhütungsmittel, das revolutionierte

Die Antibabypille - die Erfindung, die das 20. Jahrhundert massgeblich prägte. Seit 1960 ist die Pille das meist benutzte Verhütungsmittel der Frau. Bereits fünf Jahre nach der Einführung benutzten 41 Prozent der unter 30-Jährigen die Antibabypille. Mit der Pille ging die Geburtenrate zurück, aber auch die Abtreibungen.

(Barbara Germann, Sabrina Pepic, Krisztina Scherrer/news.ch)

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