Frauen werden per Gesetz weltweit diskriminiert
publiziert: Freitag, 7. Mrz 2008 / 15:39 Uhr

Genf - UNO-Menschenrechtskommissarin Louise Arbour hat zum Weltfrauentag an diesem Samstag kritisiert, dass es in fast allen Ländern immer noch Gesetze gebe, die Frauen diskriminieren.

Louise Arbour fordert von den Staaten eine schnelle Anpassung der Gesetze. (Archivbild)
Louise Arbour fordert von den Staaten eine schnelle Anpassung der Gesetze. (Archivbild)
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«Die Staaten kommen ihren Versprechen nicht nach, sie zu ändern oder abzuschaffen», heisst es in einer Erklärung Arbours vom Freitag. Vor dem 60. Jahrestag der Verkündung der Menschenrechte durch die UNO sei es beschämend, dass viele Frauen nicht von diesen Rechten profitierten.

Zu den Missständen zählt Arbour die Tatsache, dass noch nicht alle Staaten der Welt sexuelle Gewalt als Straftat im Gesetzbuch verankert haben.

Zudem würden in einigen Staaten die entsprechenden Gesetze nicht korrekt angewendet. Vergewaltigung in der Ehe sei in 53 Staaten noch nicht als Verbrechen anerkannt.

Diskriminierung jenseits des Gesetzes

Aber auch jenseits des Strafgesetzbuches gibt es laut Arbour noch Diskriminierungen.

So dürften Frauen in einigen Ländern ihren Mädchennamen nach der Heirat nicht behalten, nicht erben oder kein Land besitzen.

Auch der Zugang zu Bildung oder zu Arbeitsplätzen im öffentlichen Dienst bleibe ihnen teilweise verwehrt.

Auch in der Schweiz ein Thema

In der Schweiz wird die Gewalt an Frauen anlässlich des Weltfrauentages ebenfalls thematisiert.

Obwohl die Frauenhäuser in der Schweiz und in Liechtenstein im Mittel lediglich zu 70 Prozent ausgelastet seien, müssten immer noch viele Schutz suchende Frauen abgewiesen werden, meldet die Dachorganisation der Frauenhäuser Schweiz und Liechtenstein (DAO).

Dies habe mehrere Gründe. Zuwenig Platz ist nur einer davon, wie die DAO meldet. Weitere Ursachen seien Differenzen unter Kantonen bei der Finanzierung von Aufenthalten oder zu wenig Personal, um schwer Traumatisierte zu betreuen.

(rr/sda)

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