Freispruch für Basler Polizisten
publiziert: Freitag, 17. Nov 2006 / 13:48 Uhr

Basel - Das Basler Appellationsgericht hat zwei Polizisten vom Vorwurf des Amtsmissbrauchs und der Körperverletzung freigesprochen.

Die Fans suchten bei der Polizei Hilfe. (Archivbild)
Die Fans suchten bei der Polizei Hilfe. (Archivbild)
Die Beamten hatten nach einem FCB-Match zwei junge Männer festgenommen, die sich hilfesuchend an sie gewandt hatten.

Vom Strafgericht wurden die Polizisten im Mai 2005 zu zehn sowie drei Tagen Gefängnis bedingt wegen Amtsmissbrauchs und, im Falle des einen Polizisten, wegen einfacher Körperverletzung verurteilt.

Das Appellationsgericht hob die Schuldsprüche nun aber auf: Es erachtete den Nachweis für die Übergriffe als nicht erbracht.

Hilfe gesucht

Die jungen Männer, zwei Brüder, waren am 9. August 2003 nach einem Spiel des FC Basel gegen den FC Aarau von andern Jugendlichen angegriffen worden und hatten bei der Polizei Hilfe gesucht.

Dabei kam es aber zu einer Eskalation zwischen den heute 27- und 23-jährigen Hilfesuchenden und den Polizisten.

Schliesslich wurden die beiden jungen Männer zur Personenkontrolle festgenommen.

Der ältere Bruder warf danach der Polizei vor, er sei gewürgt und zu Boden geworfen worden. Der Jüngere gab an, er sei an den Haaren zum Polizeiauto gezogen und mit einem Tritt traktiert worden.

Vorwürfe bestritten

Die zwei Polizisten bestritten jedoch die Vorwürfe und sagten, sie seien bei dem Zwischenfall auf einem Basler Platz massiv beschimpft worden. Zudem habe sich der eine junge Mann einfach auf den Beifahrersitz eines Polizeiautos gesetzt.

Dass die Festnahme berechtigt war, blieb unbestritten. Die Appellationsgerichtspräsidentin äusserte in der mündlichen Urteilsbegründung aber Verständnis für die Brüder: Sie hätten sich von der Polizei nicht ernstgenommen gefühlt und massiv Angst gehabt.

Der eine sei zudem gewürgt worden, und der andere scheine «relativ ruppig» ins Polizeiauto geladen worden zu sein.

Die Beweislage sei jedoch dünn, sagte die Präsidentin. Die Vorwürfe stützten sich auf ein Arztzeugnis und die Aussagen der Brüder sowie eines Zeugen.

(rr/sda)

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