Designmuseum mudac
Freitag-Taschen: Recycling ad absurdum
publiziert: Dienstag, 27. Okt 2015 / 16:00 Uhr
Freitag Brüder konzipieren eine eigene Ausstellung.
Freitag Brüder konzipieren eine eigene Ausstellung.

Lausanne - Freitag-Taschen, die wieder zu Lastwagen-Planen werden, Ausstellungsstücke, die man sich borgen kann - die Brüder Markus und Daniel Freitag haben im Designmuseum mudac in Lausanne eine Ausstellung konzipiert, die eine Einstellung reflektiert.

Ausstellungen über die Freitag-Brüder und ihrer seit 1993 in der Schweiz und der ganzen Welt getragenen Taschen gab es schon. Mit einer eigenen Ausstellung begeben sie sich nun auf Neuland und das in Lausanne, wo ihnen das Design-Museum mudac eine Carte Blanche gibt.

In zwei Räumen stossen Besucher im schmucken Museum vis-à-vis der Kathedrale von Lausanne auf vertraute Materialien, Null Didaktik und viele Fragen. Schon früh im Prozess zur Ausstellung holten sich Markus und Daniel Freitag bei den Brüdern Frank und Patrik Riklin Hilfe.

Die St. Galler Künstler-Zwillinge wurden durch ihr ein Jahr lang betriebenes Hotel «Null-Stern» in einem Bunker bei Teufen AR bekannt. Seit deren Schliessung 2010 machten sie immer wieder mit absurden Kunstaktionen von sich reden.

Für die Ausstellung «Freitag ad absurdum» wurde die Idee des Recyclings auf die Spitze getrieben. Die beiden Brüderpaare überzeugten langjährige Besitzer davon, ihre Taschen zurückzugeben. So trafen 100 Taschen aus der Schweiz, aber auch aus Tokio, Wien oder Berlin ein.

Eine LKW-Plane aus 100 alten Freitag-Taschen

Diese 100 Taschen reichten gerade aus, um eine LKW-Plane zu machen, die als bunter Flickenteppich in der Ausstellung zu sehen ist. Die Freitag- und Riklin-Brüder nennen dies «re-recycling» und befanden: Eine LKW-Plane, die nicht auf der Autobahn war, ist keine richtige LKW-Plane.

Also wurde die Plane auf einem Lastwagen angebracht und von St. Gallen mit vielen Zwischenstopps bis nach Lausanne gefahren. Dabei suchte das Quartett das Gespräch mit wildfremden Menschen und gewann neue Ansichten.

Diese Menschen stellten zum Beispiel die Treue von Rasenmähern in Frage - ein typisches Beispiel für die Ausstellung, in welcher das Thema der Besitz- und Zugangsgesellschaft auf intelligente Art und Weise angegangen wird.

Daraus resultierte zum Beispiel eine «re-recycelte» Plane, unter der ein Rasenmäher zur gemeinsamen Nutzung unter Nachbarn versorgt werden kann, aber auch eine Kompost-Schleuder, mit der der Grünabfall direkt aus dem Küchenfenster in den Container katapultiert werden kann.

Ausstellungsobjekte zum Mitnehmen

Bei aller Übertreibung und Ironie schimmert dabei stets die Haltung der Brüder Freitag und Riklin bezüglich Konsum und Verwendung der Ressourcen in unserer Gesellschaft durch.

Einige Rucksäcke können sogar ausgeliehen werden unter der Bedingung, dass man einen ungewöhnlichen Tag verbringt und seine Gedanken darüber niederschreibt. «Man braucht keinen Sack, was man nicht unterwegs ist», hielten die Freitag-Brüder dazu fest.

Im Zentrum des Projektes steht die soziale Interaktion und die Bereitschaft, sich mit einer Haltung auseinanderzusetzen. «Im Prozess ist auch eine gewisse Selbstreflexion», sagte dazu Markus Freitag. Weil das alleine nicht möglich sei, habe man mit den Riklin-Brüder zusammengearbeitet. Was absurd ist, ist dabei Ansichtssache.

Absurdität als Ansichtssache

Wenn man jemandem Plastik, der schon einmal zu Abfall erklärt worden sei, in einer Boutique für 200 bis 300 Franken wieder verkaufe, sei das auch schon relativ absurd, hielt Markus Freitag fest. Genau das mache das Unternehmen jedoch seit 22 Jahren.

Im Zentrum steht der ideelle Wert des Produktes. Auch bleiben die «re-recycelten» Taschen unverkäuflich, auch wenn ein Sammler vielleicht einen hohen Preis dafür zahlen würde. Zu sehen ist die Ausstellung in Lausanne noch bis am 28. Februar 2016.

(sda)

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