von Rolf Bichsel, Paris
French Open: Agassi musste beissen
publiziert: Montag, 3. Jun 2002 / 20:40 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 4. Jun 2002 / 07:13 Uhr

Paris - Turnierfavorit Andre Agassi stand beim French Open in Paris knapp vor dem Aus im Achtelfinal. Patty Schnyder ist im Doppel in der 3. Runde. Myriam Casanova steht bei den Juniorinnen im Achtelfinal.

Andre Agassi spielt seine ganze Routine aus.
Andre Agassi spielt seine ganze Routine aus.
Agassi benötigte gegen Überraschungsmann Paul-Henri Mathieu (ATP 103) allerdings eine Regenpause und fünf Sätze bis zum Sieg. Erstmals seit Wimbledon 1995 sind an einem Grand-Slam-Turnier in der zweiten Turnierwoche keine Schweizer mehr im Einzel vertreten. Immerhin lichteten sich am Montag die Reihen der Turnierfavoriten nicht weiter, nachdem am Sonntagabend Lleyton Hewitt und Gustavo Kuerten am Ende ihres Parcours angelangt waren.

Zwei Favoriten in Not

Zwei Favoriten standen indes im fünften Satz mit dem Rücken zur Wand: Andre Agassi lag gegen den französischen Newcomer Paul-Henri Mathieu zuerst mit 4:6, 3:6, 0:2 und später im fünften Satz mit 1:3 und zweimal Breakball in Rückstand. Agassi vermochte das Blatt aber ebenso noch zu wenden wie Juan-Carlos Ferrero, der gegen den Gaucho Gaston Gaudio die Sätze eins und drei nach vergebenen Satzbällen jeweils im Tiebreak verlor und im fünften Satz zweimal mit einem Break (0:2 und 1:3) zurücklag.
Herrliches Tennis

Die Partie von Agassi gegen den jungen Publikumsliebling Paul- Henri Mathieu war das bislang mitreissendste Spiel des Turniers und beste Werbung fürs Männer-Tennis. Vor dem French Open hatte Mathieu noch an keinem Grand-Slam-Turnier eine Runde überstanden. Er trat öfter an Challenger-Turnieren als auf der ATP-Tour an -- und selbst dort nur mit sporadischen Erfolgen. Zwei Knieoperationen im Alter von 16, als er in Florida bei Bollettieri tranierte, bremsten die sportliche Entwicklung. Vor zwei Jahren gewann Mathieu in Paris das Juniorenturnier, zwei Jahre später gelang ihm nun auch bei den Grossen der Durchbruch. Mathieu: "Hoffentlich habe ich in Roland- Garros meine Karriere lancieren können. Vorwürfe muss ich mir keine machen. Beinahe hätte ich den Goliath Agassi erledigt. Dass es nicht reichte, lag am Ende nur an der Erfahrung."

Willkommene Regenpause für Agassi

Hilfreich war für Andre Agassi indes auch die kurzen Regenpause nach dem zweiten Satz, die es ihm ermöglichte, gemeinsam mit Coach Darren Cahill (Gstaad-Sieger 1989) über die Taktik zu gehen.
Nach dem Fünfsatz-Sieg in gut drei Stunden kamen Erinnerungen auf an 1999, als Agassi das French Open hatte gewinnen können. Damals drehte er im Final gegen Andrej Medwedew ebenfalls einen 0:2-Satzrückstand noch um. Und auch vor drei Jahren drohten die Achtelfinals zur Endstation zu werden, als Agassi gegen Carlos Moya mit 5:7, 1:4 (zwei Breaks Rückstand) zurücklag.

In den Viertelfinals trifft Agassi am Mittwoch zum allerersten Mal auf Juan Carlos Ferrero. Der 22-jährige Spanier aus Valencia erreichte bei seinen ersten beiden French-Open-Teilnahmen jeweils die Halbfinals und scheiterte 2000 und 2001 am späteren Sieger Gustavo Kuerten. Ferrero erreichte die Viertelfinals, obwohl er vor einer Woche gesundheitlich angeschlagen (Knie, Knöchel) ins Turnier gestiegen war. Gegen Gaudio konnte er aber erstmals seit längerem wieder schmerzfrei spielen. Ferrero: "Meine Form ist zwar noch nicht zu hundert Prozent da, aber immerhin schon wieder bei etwa 80 Prozent. Und es geht von Tag zu Tag besser."

Patty Schnyder im Doppel weiter

Patty Schnyder ist nach ihrer Niederlage gegen Jennifer Capriati zumindest im Doppelturnier eine Runde weitergekommen. Schnyder gewann mit der Italienerin Rita Grande das Zweitrunden-Doppel gegen die als Nummer 13 gesetzten Amanda Coetzer/Lori McNeil (SA/USA) 4:6, 6:3, 7:5. Im Achtelfinal treffen Grande/Schnyder auf Matevzic/Zaric (Sln/Jug).

Myriam Casanova in den Achtelfinals

Bei den Juniorinnen erreichte die Ostschweizerin Myriam Casanova mit einem 6:2, 6:2 über Eugenia Linetskaja (Russ) die Achtelfinals vom Mittwoch. Die Bernerin Romina Oprandi dagegen verlor ihr Erstrundenspiel gegen die Deutsche Anna-Lena Groenefeld mit 3:6, 2:6.

(ba/sda)

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