Belieferung
«Freunde Syriens» beschliessen rasche Militärhilfe für Rebellen
publiziert: Samstag, 22. Jun 2013 / 18:22 Uhr
Die Rebellen in Syrien sollen Militärhilfe erhalten. (Symbolbild)
Die Rebellen in Syrien sollen Militärhilfe erhalten. (Symbolbild)

Doha - Die Gruppe der «Freunde Syriens» hat bei ihrem Treffen in Katar eine Militärhilfe für die Rebellen in Syrien beschlossen. Den Rebellen solle «dringend alles notwendige Material und die nötige Ausrüstung geliefert werden», beschloss die Gruppe am Samstag in Doha.

4 Meldungen im Zusammenhang
Zudem stationierten die USA Kampfjets beim Nachbarn Jordanien. Die USA wollen nach jordanischen Angaben mehr als 5000 Rebellen der Freien Syrischen Armee (FSA) für den Kampf gegen das Assad-Regime ausbilden. Jordanische Militärs erklärten am Samstag, das seit dem vergangenen Jahr laufende Ausbildungsprogramm sei zuletzt erheblich ausgeweitet worden.

Anfangs habe man den Rebellen nur beigebracht, wie man chemische Waffen entdecke und sichere. Inzwischen lernten sie auch, wie man Luftabwehrwaffen und panzerbrechende Raketen bediene.

Die US-Führung hatte Mitte Juni eine umfangreiche militärische Unterstützung für die syrische Opposition verkündet. Zuvor seien letzte Zweifel am Giftgas-Einsatz durch Regierungstruppen ausgeräumt worden. Militärisch waren die Rebellen zuletzt im Kampf gegen die Truppen von Präsident Baschar al-Assad in die Defensive geraten.

Position der Aufständischen stärken

Bei einem Treffen in Katar bekannte sich die Kontaktgruppe der Freunde Syriens am Samstag dazu, vor der geplanten Friedenskonferenz in Genf die Position der Rebellen deutlich zu stärken. US-Aussenminister John Kerry betonte, er hoffe auf eine Verhandlungslösung, obwohl Syriens Präsident Assad auf die Einladung zu der Konferenz mit einer militärischen Offensive geantwortet habe.

Nach den Worten des britischen Aussenministers William Hague, der wie die USA für Waffenlieferungen an die Rebellen eintritt, muss über einen solchen Schritt das Parlament in London entscheiden. Während die USA, Grossbritannien und auch Frankreich darauf dringen, den Aufständischen Waffen zu liefern, verhält sichDeutschland skeptisch bis ablehnend.

In der Abschlusserklärung von Doha hiess es, die Opposition müsse dringend alles nötige an Ausrüstung erhalten, um sich gegen die brutalen Angriffe des Regimes und dessen Verbündeten zur Wehr setzen zu können. Dies solle von jedem Geberland auf seine Weise erfolgen. Sämtliche militärische Unterstützung müsse über den Militärrat der syrischen Opposition laufen.

Amerikanische Jets in Jordanien

Die Rebellen sollten in die Lage versetzt werden, selbst eine "Flugverbotszone" und "Pufferzonen" entlang der jordanisch-syrischen Grenze zu verteidigen, sagte ein jordanischer Armeeangehöriger. Im Zusammenhang mit dieser Strategie dürfte auch die Stationierung von F-16-Kampfjets und Patriot-Luftabwehrraketen in Jordanien zu sehen sein.

Aus dem Pentagon hatte es am vergangenen Wochenende geheissen, man habe nach einem internationalen Manöver in Jordanien auf jordanischen Wunsch hin beschlossen, einige Kampfflugzeuge und Patriot-Raketen in dem Wüstenstaat zu belassen.

Nach Angaben eines jordanischen Militärs hat Washington um das Ausbildungsprogramm für die FSA auszuweiten, in der vergangenen Woche rund 2000 zusätzliche Berater und Ausbilder nach Jordanien geschickt. Das Weisse Haus hatte zu einem Bericht der "Los Angeles Times" über die militärische Ausbildung von Rebellen durch das US-Militär in Jordanien am Freitag nur erklärt: "Wir haben unsere Unterstützung verstärkt."

Von Russland über Umwege an Rebellen

Kriegsgerät bekommen die Rebellen auch aus sunnitischen Staaten. Darunter sind nach Informationen der "New York Times" Waffen aus Beständen des gestürzten libyschen Regimes von Muammar al-Gaddafi. Viele dieser Waffen, die jetzt gegen die von Russland ausgerüsteten syrischen Regierungstruppen eingesetzt würden, seien ursprünglich von Russland an Libyen geliefert worden. Russland ist einer der letzten Verbündeten von Assad.

Für die von Russland und den USA geplante Friedenskonferenz in Genf gibt es noch keinen Termin und auch keine Teilnehmerliste. Das Regime in Damaskus hat seine Teilnahme angekündigt, gleichzeitig aber betont, Assad denke nicht an Rücktritt. Die Rebellen haben ihre Teilnahme an Bedingungen geknüpft, darunter der Rückzug der für Assad kämpfenden Hisbollah-Kämpfer aus Syrien.

(tafi/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Istanbul/Beirut - Aufgebrachte syrische Flüchtlinge haben US-Aussenminister ... mehr lesen
Die Flüchtlinge in Syrien sind verzweifelt.
US-Aussenminister John Kerry
Doha - Die Syrien-Kontaktgruppe will ... mehr lesen
Amman - Die Staatenkontaktgruppe ... mehr lesen
Baschar al-Assad hat keinen Einfluss mehr.
Eine Vorhersage zum Ausgang des Konflikts ist zurzeit nicht mehr möglich. (Symbolbild)
Amman/Beirut - Im syrischen ... mehr lesen
Eines...
ist doch gewiss: Weder die UN noch die G8-Gipfelstürmer werden in absehbarer Zukunft entscheidend dabei mitwirken können, wie es und zu welchem Ende es mit dem syrischen Bürgerkrieg weitergeht. Syrien zerlegt sich unaufhaltsam selbst, ...zu einem Trümmer- und Gräberfeld.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Übung mit 500 Helfern  Mit einem simulierten Attentat im Stade de France ist am Dienstag ein Worst-Case-Szenario für die EM in Frankreich durchgespielt worden. mehr lesen 
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. Versuche von oppositionellen syrischen Kräften, die am Freitag begonnene Offensive zurückzuschlagen, seien gescheitert. mehr lesen   1
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben ... mehr lesen  
Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nahm an der Gedenkfeier teil.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 14°C 24°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Basel 13°C 24°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 13°C 21°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Bern 13°C 21°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Luzern 14°C 23°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Genf 16°C 25°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 17°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft wechselnd bewölkt, Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten