Fritz Strobl überragend
publiziert: Dienstag, 17. Jan 2006 / 15:34 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 17. Jan 2006 / 16:22 Uhr

Die Schweizer hinterliessen im ersten Training zur Hahnenkamm-Abfahrt in Kitzbühel einen starken Eindruck.

Fritz Strobl deklassierte alle. (Archivbild)
Fritz Strobl deklassierte alle. (Archivbild)
Mit Ambrosi Hoffmann (5.), Didier Cuche (8.) und Didier Défago (10.) kamen drei in den Top Ten. Gleichwohl wurden sie von Fritz Strobl deklassiert.

Der 33-jährige Österreicher, schon Hahnenkamm-Sieger 1997 und 2000, fuhr in einer eigenen Liga und distanzierte alle um anderthalb und mehr Sekunden. Michael Walchhofer als Zweiter verlor 1,55 Sekunden, Hoffmann als Fünfter bereits 2,14 Sekunden. «Wahrscheinlich habe ich einige Tore überflogen», flachste der Olympiasieger, der seit seinem Triumph in Salt Lake City 2002 drei Jahre lang nicht mehr gewann -- bis Lake Louise im November dieses Winters. Gleichwohl blieb Strobl mit 1:56,35 Minuten fast fünf Sekunden über seinem eigenen Streckenrekord.

Bierwette

Am Ziel versprach Strobl jenem Journalisten, der die genaue Zeit des Rekords kennt, ein Bier. Keiner wusste es, am nächsten kam ein Agenturjournalist, der um eine Hundertstelsekunde daneben tippte. Strobl war 1997 bei seinem ersten Hahnenkamm-Sieg 1:51,58 gefahren.

So mussten angesichts von Strobls Überlegenheit alle andern Athleten, insbesondere die Schweizer, ihre Klassierungen relativieren. «Eine Sekunde wäre noch dringelegen», meinte Hoffmann, der letzte Schweizer, der in Kitzbühel auf dem Podest stand (Dritter 2004). Er erzielte am Hausberg mit 136,50 km/h das zweithöchste Tempo hinter Strobl (138,20 km/h).

Cuche bei Mini-Comeback überzeugend

Auch Didier Cuche, der letzte Schweizer Sieger in Kitzbühel (1998), überzeugte bei seinem Mini-Comeback und fuhr besonders im Mittelteil stark. «Es ist über Erwarten gut gegangen», freute sich der Neuenburger. «Die Pause hat mir und dem Knie gut getan. Ich konnte mich sogar mal aus der Rücklage aufrichten, ohne Schmerzen zu spüren.» Erstmals seit zwei Jahren war er zuhause in Les Bugnenets wieder einmal frei Ski gefahren. «Bei hervorragenden Schneeverhältnissen», wie Cuche, erst der zweite jurassische Weltklasse-Fahrer seit Georges Schneider in den Fünfzigerjahren, als Werbe-Spot für seine Heimat anfügt.

Bruno Kernen musste sich mit dem 13. Rang begnügen. Dafür prangt der Berner Oberländer fast sechs Meter gross als Audi-Werbeträger auf der gigantischen Zieltribüne - eine besondere Ehre für einen Schweizer in der Skihochburg Österreich. Ein kleiner Makel: Er bekam die Exoten-Startnummer 58. Kernen hat am Hahnenkamm noch keine grossen Stricke zerrissen, obwohl seine technischen Fertigkeiten eigentlich auf diese Piste zugeschnitten wären: einmal Vierter 1999 und zweimal Zehnter - das ist keine überragende Bilanz.

Strecke glasig und extrem anspruchsvoll

Die «Streif»-Abfahrt am Hahnenkamm ist über weite Strecken glasig und extrem anspruchsvoll. Auf Wochenmitte ist aber Schneefall angekündigt, sodass die Verhältnisse wieder radikal wechseln können. Die 66. Hahnenkamm-Rennen beginnen am Freitag mit einem Super-G. Die Abfahrt findet am Samstag statt, der Slalom, mit dem eine Kombination der konventionellen Art errechnet wird, am Sonntag.

Insgesamt werden 520 000 Euro (rund 800 000 Franken) Preisgeld ausgeschüttet, abgestuft bis zum 30. Rang. Der Abfahrts- und der Slalom-Sieger erhalten 65 000 Euro, rund 100 000 Franken. Bei keinem Weltcup-Rennen gibt es mehr zu verdienen.

Resultate:

1. Fritz Strobl (Ö) 1:56,35. 2. Michael Walchhofer (Ö) 1,55. 3. Pierre-Emmanuel Dalcin (Fr) 1,78. 4. Daron Rahlves (USA) 1,98. 5. Ambrosi Hoffmann (Sz) 2,14. 6. Hermann Maier (Ö) 2,18. 7. Kjetil Andre Aamodt (No) 2,19. 8. Didier Cuche (Sz) 2,25. 9. Klaus Kröll (Ö) 2,41. 10. Didier Défago (Sz) 2,51.

Ferner 12. Marco Büchel (Lie) 2,57. 13. Bruno Kernen (Sz) 2,78. 15. Kristian Ghedina (It) 2,91. 28. Bode Miller (USA) 4,22. 42. Konrad Hari (Sz) 5,78. 47. Jürg Grünenfelder (Sz) 6,12. 50. Claudio Sprecher (Lie) 8,65. -- Disqualifiziert: Peter Fill (It) und Aksel Lund Svindal (No).

(fest/sda)

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