Männchen weniger wählerisch
Froschweibchen transportieren nur den eigenen Nachwuchs
publiziert: Dienstag, 15. Mrz 2016 / 14:25 Uhr
Glanzschenkel-Baumsteiger leben in den tropischen Wäldern Südamerikas.
Glanzschenkel-Baumsteiger leben in den tropischen Wäldern Südamerikas.

Wien - Glanzschenkel-Baumsteiger, eine in tropischen Wäldern Südamerikas lebende Pfeilgiftfrosch-Art, tragen Kaulquappen zum nächsten Tümpel. Weibchen bieten diesen Transportdienst nur dem eigenen Nachwuchs an, berichten Forscher im Fachjournal «Animal Behaviour».

Im Widerspruch zu ihrem Namen leben Glanzschenkel-Baumsteiger (Allobates femoralis) in den Bodenregionen tropischer Regenwälder. Die Männchen bewachen dabei grosse Reviere, in denen mehrere Weibchen ihre Eier auf abgefallene Blätter legen.

In diesem trotz hoher Luftfeuchtigkeit trockenen Milieu entwickeln sich innerhalb von drei Wochen Kaulquappen, die dann aber schleunigst zum nächsten Gewässer transportiert werden müssen, um zu überleben. Dieser Transportdienst ist vorwiegend Aufgabe der Männchen, die den Nachwuchs auf dem Rücken zum nächsten Tümpel tragen.

Riskanter Weg zum Tümpel

Weibchen führen diesen Transport nur dann durch, wenn das Männchen in diesem Zeitraum nicht in seinem Territorium ist. Dabei gehen die Tiere einige Risiken ein, etwa auf dem Weg lauernde Fressfeinde. Zudem lassen die Männchen in dieser Zeit ihr Revier ungeschützt zurück und riskieren damit Gebietsverluste an Rivalen.

Eva Ringler von der Universität Wien hat in einer Studie untersucht, ob sich das Verhalten von Weibchen und Männchen unterscheidet und ob sich dieses Risiko lohnt. Das tut es aber nur, wenn es dem Erhalt des eigenen Nachwuchses dient - was wiederum voraussetzt, dass die Frösche ihren direkten Nachwuchs identifizieren können.

Die Forscherin hat dazu drei Versuchsreihen in Terrarien durchgeführt: Im ersten Versuch fanden Weibchen und Männchen nur ein fremdes Gelege vor. Beim zweiten Test gab es eigene und fremde Kaulquappen im Terrarium. Und schliesslich wurden die Positionen des eigenen und des fremden Geleges vertauscht, um zu testen, ob die Tiere das Gelege selbst erkennen oder sich den Ort der Eiablage merken.

Männchen folgen einfacher Regel

Dabei zeigte sich, dass ein Grossteil der Männchen eigene und fremde Gelege transportierten. Offenbar folgen sie dabei der Regel «Mein Revier, meine Kaulquappen» und kümmern sich nicht weiter um eine Differenzierung, jeder wird mitgenommen.

Die Weibchen gingen hier wesentlich differenzierter vor: Fremde Kaulquappen nehmen sie einfach nicht mit. Nur wenn die Wissenschaftler die Position von eigenem und fremdem Gelege tauschten, wurde der fremde Nachwuchs transportiert.

Die Wissenschaftler schliessen daraus, dass sich die Weibchen über Wochen den genauen Ort ihrer Eiablage merken. Wenn sie für die Männchen beim Nachwuchs-Transport einspringen, können sie anhand der Position die richtigen Gelege auswählen.

Weibchen folgen ihrem Orientierungssinn

Aus dem Verhalten leiten die Forscher auch unterschiedliche Kosten-Nutzen-Rechnungen ab: Die Männchen befolgen die einfache Regel, alle Gelege in ihrem Territorium mitzunehmen - schliesslich ist das ihr Revier und sie gehen davon aus, dass der gesamte Nachwuchs von ihnen stammt.

Aus Weibchen-Sicht ist dagegen das Risiko deutlich höher, ein fremdes Gelege zu transportieren und gleichzeitig das eigene liegen zu lassen. Schliesslich könnten auch Artgenossinnen im Territorium des jeweiligen Männchens ihre Eier abgelegt haben. Deshalb verlassen sie sich ganz auf ihren Orientierungssinn.

(arc/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Mehr Menschlichkeit für Tiere.
Seriöser Einsatz für das Wohl der Tiere.
Die Kleinen sind gerade mal so gross wie ein Fünffrankenstück.
Die Kleinen sind gerade mal so gross wie ein ...
Sensationeller Zuchterfolg  Goldau SZ - Im Natur- und Tierpark Goldau SZ sind erstmals zwei Europäische Sumpfschildkröten zur Welt gekommen. Die wohl im Herbst geschlüpften Tiere wurden am Samstag von einem Pfleger entdeckt. 
Zwischen 550 und 820 Gramm  Martigny VS - Zehn Bernhardiner-Welpen haben in der Fondation Barry in Martigny VS vor ...
Die kleinen Fellknäuel werden mit Flaschen gefüttert, um die Mutter zu entlasten.
Der 70 Kilogramm schwere Hund wurde dem Papst nach der Audienz auf dem Petersplatz vorgestellt. (Archivbild)
Schweizer Delegation stellt dem Papst Bernhardinerhund vor Bern - «Magnum», ein prächtiges Exemplar von einem Bernhardinerhund und Nachfahre des berühmten «Barry», ist am ...
Mufflons sind Wildschafe.
Jöh  Der Baby-Boom bei den Mufflons läutet jeweils den Frühling im Zoo Basel ein. Zurzeit ...  
Titel Forum Teaser
Die Rega war im Dauereinsatz.
Unglücksfälle Drei Rega-Einsätze innert 14 Stunden Im Kanton Basel-Landschaft kam es in den letzten rund ...
Wir setzen uns für die Verbesserung der Qualität von Tierheimen und Tie ...
 
Wettbewerb
   
Die Alp Grosser Mittelberg im Justistal.
Viel Glück  Die Alpsaison steht vor der Tür. Damit Wanderfreunde den Weg zu den schönsten Alpbeizli finden, haben wir ein Gewinnspiel parat.
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zur Premiere von «The First Avenger: Civil War» verlosen wir zwei Fan-Pakete mit jeweils zwei Kinoeintritten.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 7°C 21°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Basel 10°C 21°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 6°C 18°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
Bern 4°C 21°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 8°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Genf 5°C 18°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 12°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten