Lebensqualität auch bei Gesundheit meistens schlechter
Frühchen: Eltern sorgen sich noch um Erwachsene
publiziert: Sonntag, 27. Mrz 2016 / 15:45 Uhr
Die Wissenschaftler verglichen die Wahrnehmung von Eltern, deren Kinder sehr viel zu früh auf die Welt gekommen waren (Bild), mit jener einer Kontrollgruppe von termingerecht geboren Kindern.
Die Wissenschaftler verglichen die Wahrnehmung von Eltern, deren Kinder sehr viel zu früh auf die Welt gekommen waren (Bild), mit jener einer Kontrollgruppe von termingerecht geboren Kindern.

Conventry/Bonn - Eltern von Frühgeborenen machen sich mehr Sorgen über das Leben ihrer erwachsenen Kinder als Mütter und Väter, deren Kinder voll ausgetragen wurden.

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Das haben Forscher der University of Warwick und des Universitätsklinikums Bonn ermittelt. Die in «Pediatrics» veröffentlichten Ergebnisse zeigen auch, dass die Betroffenen der Einschätzung ihrer Eltern zustimmen.

Mit 13 und 26 Jahren befragt

Die Wissenschaftler verglichen die Wahrnehmung von Eltern, deren Kinder sehr viel zu früh auf die Welt gekommen waren, mit jener einer Kontrollgruppe von termingerecht geboren Kindern. Zusätzlich wurde auch die Meinung der Kinder analysiert. Die Teilnehmer und ihre Eltern wurden im Alter von 13 und 26 Jahren befragt. Die Datenerfassung erfolgte im Rahmen der Bayerischen Entwicklungsstudie, die 1985 startete. 260 Kinder, die vor der 31. Schwangerschaftswoche geboren wurden oder weniger als 1.500 Gramm wogen, wurden mit 220 voll ausgetragenen Kindern verglichen.

Laut der leitenden Wissenschaftlerin Nicole Baumann von der University of Warwick legen frühere Studien aus Kanada bereits nahe, dass sich die gesundheitsbedingte Lebensqualität von Frühchen beim Erreichen des Erwachsenenalters verschlechtern kann. Der aktuellen Studie nach kann sich die Lebensqualität bei termingerecht geborenen Kindern beim Erreichen des Erwachsenenalters verbessern. Bei Frühchen bleibe sie jedoch schlechter.

Unterschiedliche Wahrnehmung

Die Wissenschaftler untersuchten Bereiche wie das Seh- und Hörvermögen, die sprachliche und emotionale Entwicklung sowie auch körperliche Geschicklichkeit, die Informationsverarbeitung im Gehirn und das Auftreten von Schmerzen. Es wurden Fragen wie «Kannst Du einen Freund auf der anderen Strassenseite erkennen?» oder «Bis Du glücklich und interessierst Dich für das Leben?» gestellt.

Teilnehmer mit geringerer und auch von den Eltern so wahrgenommenen Lebensqualität waren häufiger arbeitslos, bezogen öfter Sozialleistungen, hatten weniger Freunde und lebten auch seltener in einer Beziehung. Positiv wurde jedoch bewertet, dass die Frühchen nicht der Auffassung waren, dass sich ihre Lebensqualität zwischen dem 13. und 26. Lebensjahr verschlechtert hatte. Ihre Eltern hatten angenommen, dass sich die Lebensqualität vor allem in den Bereichen Schmerzen und Gefühle verschlechtert hatte.

(asu/pte)

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