Früher Auftakt zur Strassen-WM
publiziert: Donnerstag, 23. Mrz 2006 / 00:28 Uhr

Erstmals seit sechs Jahren erfolgt am Sonntag mit dem GP von Spanien in Jerez der Auftakt zur Strassen-WM bereits im März.

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Im Mittelpunkt des Interesses wird einmal mehr Valentino Rossi (27) stehen, zuletzt fünfmal in Folge Weltmeister in der obersten Klasse.

Die WM 2005 war für Dominator Rossi einmal mehr eine Saison der Rekorde: in 17 Rennen 11-mal gewonnen (und nur in Motegi wegen eines Sturzes nicht auf dem Podium) und total 367 Punkte geholt. Schon Ende September, vier Grands Prix vor Saisonende, hatte der Italiener auf Yamaha seinen insgesamt siebten WM-Titel in neun Jahren im Trockenen.

Obwohl sich Rossi im Winter nicht ausschliesslich dem Motorrad fahren widmete, sondern vielmehr seinen Flirt mit Ferrari intensivierte, mehrere Formel-1-Tests fuhr und Rallyes bestritt, scheint auch heuer kein ernstzunehmender Rivale in Sicht.

«Der Motor ist seit letztem Sommer sehr viel besser geworden. Ich glaube auch, dass wir besser vorbereitet sind als Honda», sagte Rossi, der einzig zu bemängeln hat, dass «wir teilweise Probleme mit unerwünschten Vibrationen hatten.»

Nachdem Rossi und Yamaha während der gesamten Saisonvorbereitung die Schnellsten waren, traten diese Vibrationen anlässlich der offiziellen IRTA-Tests in Jerez unerwartet auf. Deshalb belegte der Weltmeister vor zehn Tagen nur den ungewohnten 11. Rang.

Pedrosa mit MotoGP-Debüt

Mit Rossis Landsmann und Erzrivale Max Biaggi (WM-Debüt 1991), der mangels kompetitivem, neuem Team den Rücktritt gab, sowie dem Brasilianer Alex Barros (1986), der heuer die Superbike-WM fährt, haben sich zwei Urgesteine -- ohne MotoGP- oder 500-ccm-Titel -- verabschiedet.

Dafür sind mit Daniel Pedrosa (Sp) und Casey Stoner (Au) zwei junge «Wilde» in die Königsklasse aufgestiegen. Pedrosa war zuletzt dreimal in Folge Weltmeister. Dem ersten Titel 2003 in der Achtelliterklasse liess er gleich deren zwei bei den 250-ern folgen.

Ob die Erfolgsstory des erst 20-jährigen Katalanen, der als Teenager die besseren Statistiken als Valentino Rossi ausweisen kann, auch in der MotoGP-Klasse ohne Unterbruch anhält, wird sich zeigen.

Pedrosa hat den ganzen Winter nie eine komplette Renndistanz absolviert. «Ich bin zwar durch die vielen Tests stärker geworden, aber ich habe trotzdem noch nicht genug Ausdauer», gibt sich Honda-Werkfahrer Pedrosa selber eher zurückhaltend. Stoner (20) seinerseits hat seine Schnelligkeit vor allem letzte Saison als WM-Zweiter hinter dem Spanier oft bewiesen, doch der Australier stürzt noch zu oft.

Langsame Hondas

Anhand der letztjährigen Resultate müssten Marco Melandri (WM-2., 2 Siege) und Nicky Hayden (WM-3., 1 Sieg) als Hauptkonkurrenten von Superstar Rossi gelten. Doch die Zeiten der beiden Honda-Fahrer in der Vorbereitung lassen diesen Schluss nicht zu.

Der 24-jährige Amerikaner ist wie Pedrosa im Honda-Werkteam, mit der 2006er-Maschine der Japaner ist Hayden aber gar nicht zufrieden: «Was immer wir in den Tests versucht haben, es hat nichts genützt. Wir sind eine Sekunde langsamer als im Vorjahr».

So erstaunt es nicht, dass sich Melandri (23) nicht gross darüber beklagt, dass er nicht über das neueste Werkmaterial verfügt: «Ich glaube nicht, dass ich das neue Motorrad bekommen werde. Ich muss einfach schauen, dass meine Maschine tadellos funktioniert.»

Mit Bestzeiten die positive Überraschung der Testfahrten in Jerez war Ducati mit Loris Capirossi (It) und Sete Gibernau. Der Spanier war nach drei Jahren bei Honda nicht mehr erwünscht und fährt nun eine Desmosedici GP6.

Auch Kawasaki mit den Fahrern Shinya Nakano (Jap) und Randy de Puniet (Fr) ist mit Bridgestone unterwegs und hielt bei den Tests in Andalusien überraschenderweise ganz vorne mit. Honda wie auch Yamaha sind mit Michelin-Pneu unterwegs.

Aprilia im Aufwind

In den beiden kleineren Klassen hat Aprilia im Winter grosse Anstrengungen unternommen, um erstmals seit 2003 wieder einen Fahrer zum WM-Titel zu führen. Durch die Abgänge von Pedrosa, Stoner und De Puniet ist die Ausgangslage bei den 250ern offener als je zuvor.

Den stärksten Eindruck in den Tests hinterliess der Spanier Jorge Lorenzo (Aprilia). Zu beachten gilt es auch Alex De Angelis (San Marino) und Héctor Barbera (Sp), die das gleiche Fabrikat fahren. Aussichtsreichster Honda-Pilot ist Andrea Dovizioso (It), der 125-ccm-Weltmeister von 2004.

Wichtigste WM-Fahrer:
MotoGP (bis 990 ccm): 5 Colin Edwards (USA), Yamaha. 6 Makoto Tamada (Jap), Honda. 7 Carlos Checa (Sp), Yamaha. 10 Kenny Roberts (USA), Honda. 15 Sete Gibernau (Sp), Ducati. 17 Randy de Puniet (Fr), Kawasaki. 21 John Hopkins (USA), Suzuki. 24 Toni Elias (Sp), Honda. 26 Dani Pedrosa (Sp), Honda. 27 Casey Stoner (Au), Honda. 30 José Luis Cardoso (Sp), Ducati. 33 Marco Melandri (It), Honda. 46 Valentino Rossi (It), Yamaha. 56 Shinya Nakano (Jap), Kawasaki. 65 Loris Capirossi (It), Ducati. 66 Alex Hofmann (De), Ducati. 69 Nicky Hayden (USA), Honda. 71 Chris Vermeulen (Au), Suzuki. 77 James Ellison (Gb), Yamaha.

250 ccm: 4 Hiroshi Aoyama (Jap), KTM. 5 Alex de Angelis (San Marino), Aprilia. 19 Sebastian Porto (Arg), Honda. 21 Arnaud Vincent (Fr), Honda. 34 Andrea Dovizioso (It), Honda. 48 Jorge Lorenzo (Sp), Aprilia. 54 Manuel Poggiali (San Marino), KTM. 58 Marco Simoncelli (It), Gilera. 80 Hector Barbera (Sp), Aprilia.

125 ccm: 1 Thomas Lüthi (Sz), Honda. 11 Sandro Cortese (De), Honda. 14 Gabor Talmacsi (Un), Honda. 19 Alvaro Bautista (Sp), Aprilia. 22 Pablo Nieto (Sp), Aprilia. 24 Simone Corsi (It), Gilera. 26 Vincent Braillard (Sz), Aprilia. 32 Fabrizio Lai (It), Honda. 33 Sergio Gadea (Sp), Aprilia. 36 Mika Kallio (Fi), KTM. 55 Hector Faubel (Sp), Aprilia. 60 Julian Simon (Sp), KTM. 63. Mike di Meglio (Fr), Honda. 75 Mattia Pasini (It), Aprilia.

Termine:
Sonntag, 26. März: GP Spanien in Jerez de la Frontera.

Samstag, 8. April: GP Katar in Doha.

Sonntag, 30. April: GP Türkei in Kurtköy.

Sonntag, 14. Mai: GP China in Schanghai.

Sonntag, 21. Mai: GP Frankreich in Le Mans.

Sonntag, 4. Juni: GP Italien in Mugello.

Sonntag, 18. Juni: GP Katalonien in Montmeló bei Barcelona.

Samstag, 24. Juni: GP Holland in Assen.

Sonntag, 2. Juli: GP Grossbritannien in Donington.

Sonntag, 16. Juli: GP Deutschland in Hohenstein-Ernstthal/Sachsenring.

Sonntag 23. Juli: GP USA in Laguna Seca, Kalifornien (nur MotoGP).

Sonntag 20. August: GP Tschechien in Brünn.

Sonntag, 10. September: GP Malaysia in Sepang.

Sonntag, 17. September: GP Australien auf Phillip Island.

Sonntag, 24. September: GP Japan in Motegi.

Sonntag, 15. Oktober: GP Portugal in Estoril.

Sonntag, 29. Oktober: GP Valencia in Valencia.

(von Valentin Oetterli/Si)

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