Früherer IAEA-Chef ruft zu Wahlboykott in Ägypten auf
publiziert: Mittwoch, 8. Sep 2010 / 07:34 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 8. Sep 2010 / 10:10 Uhr
Der ägyptische Oppositionspolitiker Mohamed el Baradei.
Der ägyptische Oppositionspolitiker Mohamed el Baradei.

Kairo - Der frühere Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) und ägyptische Oppositionspolitiker Mohamed el Baradei hat zu einem Boykott anstehender Wahlen in seinem Land aufgerufen.

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«Wir werden die nächsten Wahlen boykottieren, denn jeder, der an ihnen teilnimmt, handelt gegen den Willen des Volkes», sagte el Baradei der unabhängigen Zeitung «El Schoruk».

Er forderte zudem erneut demokratische Reformen. Um diese durchzusetzen werde er zunächst seine Unterschriftenkampagne fortführen, dann Demonstrationen veranstalten und in einem letzten Schritt zum zivilen Ungehorsam aufrufen.

El Baradei war Anfang des Jahres nach zwölf Jahren an der Spitze der IAEA in Wien nach Ägypten zurückgekehrt. Seitdem fordert er politische Reformen und eine Demokratisierung seines Heimatlandes.

Verfassungsänderungen

Er hat auch angekündigt, bei den für 2011 angesetzten Präsidentschaftswahlen antreten zu wollen, wenn zuvor Verfassungsänderungen vorgenommen werden, die unabhängigen Kandidaten eine Teilnahme ermöglichen.

Diese wird derzeit durch zahlreiche Vorgaben erschwert. Im November stehen noch Parlamentswahlen an.

Das seit 1981 regierende Staatsoberhaupt Husni Mubarak hat sich zu einer erneuten eigenen Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen noch nicht erklärt. Auch Mubaraks als «Kronprinz» gehandelter Sohn Gamal hat sich bislang nicht zu einer möglichen Kandidatur geäussert.

(ade/sda)

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