Führungsstruktur der UNO kollabierte mit dem Erdbeben
publiziert: Freitag, 15. Jan 2010 / 14:26 Uhr / aktualisiert: Freitag, 15. Jan 2010 / 17:25 Uhr

Bern - Die Schweiz verstärkt in Haiti ihre Hilfsequipe. Bis am Abend sollten 32 Schweizer Experten, darunter mehrere Ärzte, in Port-au-Prince sein. Dies sagte der Chef der Humanitären Hilfe, Toni Frisch, vor den Medien in Bern.

11 Meldungen im Zusammenhang

Weitere vier Experten reisen am Samstag ab. Die UNO habe die Schweiz um weitere Fachleute gebeten, darunter Logistiker. Er rechne damit, dass derzeit etwa 40 Schweizer Spezialisten in Haiti gebraucht würden. Ein Team von Medizinern sei bereits beim Albert-Schweizer-Spital in Dechappelles an der Arbeit.

Andere Experten würden für die UNO eingesetzt. Die UNO-Mission in Haiti wurde durch das Beben am Dienstag selbst schwer in Mitleidenschaft gezogen.

«Mit dem Einsturz des UNO-Hauptquartiers in Port-au-Prince ist auch die Führungsstruktur der UNO in Haiti kollabiert», sagte der Leiter der Einsatzzentrale, Hans-Peter Lenz, der am Samstag selbst nach Haiti reisen wird.

Hilfslieferungen stapeln sich

Bei Katastrophen fällt eigentlich der UNO die Aufgabe zu, die internationalen Hilfsmassnahmen zu koordinieren. Erschwerend für die Helfer kommt hinzu, dass die Infrastruktur, darunter das Mobilfunknetz, zusammengebrochen ist.

Zugleich stapeln sich am Flughafen Port-au-Prince die Hilfslieferungen. Die Verteilung der Hilfsgüter bleibe ein Problem, sagte Frisch. Er zeigte sich aber optimistisch, dass die 30 Tonnen Hilfsgüter, die am Mittag in Zürich in Richtung Haiti starteten, die Bedürftigen erreichen werden: Die Schweizer Helfer und ihre Partner vor Ort könnten die Verteilung mittlerweile selbst übernehmen.

87 Schweizer kontaktiert

Das Budget der Schweizer Nothilfe für Haiti beläuft sich auf rund drei Millionen Franken, wie Frisch sagte. Ferner werde der Bund die Vereinten Nationen ebenfalls mit Geldern unterstützen. Nach Angaben der UNO in Genf hat das Welternährungsprogramm (WFP) von Bern bereits 1,2 Mio. Franken erhalten.

Ob beim Erdbeben in Haiti auch Schweizer umgekommen sind, ist weiter unklar. Von den 180 Schweizern in Haiti hätten bis am Morgen 87 kontaktiert werden können, sagte Hans-Peter Lenz von der Humanitären Hilfe der DEZA vor den Medien.

 

(zel/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Fast eine Woche nach dem ... mehr lesen
Die Schweizer Hilfe erreicht allmählich die Opfer der Katastrophe. (Archivbild)
Treffen der Generationen.
Port-au-Prince/Washington - ... mehr lesen 5
Port-au-Prince/Washington - US-Aussenministerin Hillary Clinton ist in Haiti eingetroffen. Sie will dort mit Präsident René Préval sprechen und sich ein Bild von der katastrophalen Lage nach dem Erdbeben machen. mehr lesen 
Bern - Ein Flugzeug mit Schweizer Hilfsgütern für mehr als 10'000 Menschen ist im ... mehr lesen
Eine Gruppe von 41 Spezialisten befindet sich nun in der Region.
US-Soldaten besteigen ein Armee-Flugzeug nach Haiti.
Port-au-Prince/Washington - Nach ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - Beim Erdbeben in Haiti vom ... mehr lesen
Das Budget der Schweizer Nothilfe für Haiti beläuft sich auf rund 3 Millionen Franken.
Port-au-Prince - Während Retter aus ... mehr lesen
Noch immer graben die Menschen mit blossen Händen nach Überlebenden.
In Port-au-Prince wurden durch das Erdbeben ganze Quartiere zersört.
Bern/Port-au-Prince - Nach dem ... mehr lesen
Port-au-Prince - Nach dem ... mehr lesen
Das zerstörte Hauptquartier der UNO in Port-au-Prince.
3 Mio. Menschen sind gemäss Rot-Kreuz-Gesellschaft entweder verletzt oder obdachlos.
Port-au-Prince - Nach dem ... mehr lesen 17
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Fluchtroute auf der Seestrecke zwischen Nordafrika ...
Erschreckende Zahlven von der UNO  Berlin - Bei Bootsunglücken im zentralen Mittelmeer sind in der zurückliegenden Woche nach UNO-Angaben wahrscheinlich mindestens 880 Flüchtlinge umgekommen - und damit weit mehr als ohnehin schon befürchtet. mehr lesen 
Amnesty International berichtet  Kabul - Die Zahl der Binnenflüchtlinge hat sich wegen des Kriegs in Afghanistan in nur drei Jahren mehr als verdoppelt - auf heute 1,2 Millionen Menschen. 2013 hatten die Vereinten ... mehr lesen
Afghanische Binnenflüchtlinge vegetierten unter «abscheulichen Bedingungen gerade so am Rande des Überlebens dahin». (Symbolbild)
353 Millionen Franken für den Asylbereich  Bern - Der Nationalrat hat am Dienstag die Staatsrechnung 2015 sowie die Nachtragskredite zum laufenden Budget deutlich genehmigt. Vor allem die zusätzlichen Kosten für das Asylwesen gaben aber im Rat zu reden. mehr lesen   1
Bei der Erstellung des Zugänglichkeitsplans in Wil werden auch Betroffene miteinbezogen.
Bereits 100 Objekte erfasst  Wil SG - Digitale Stadtpläne sollen künftig Menschen mit einer Behinderung die Orientierung erleichtern. ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/top5.aspx?ID=0&col=COL_3_1
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 9°C 26°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich gewitterhaft
Basel 10°C 28°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen gewitterhaft
St. Gallen 10°C 23°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen gewitterhaft
Bern 9°C 25°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
Luzern 11°C 26°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft gewitterhaft
Genf 14°C 26°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
Lugano 17°C 26°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft anhaltender Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten