Für die SVP ist die Armee ein desolater Haufen
publiziert: Freitag, 8. Aug 2008 / 11:04 Uhr / aktualisiert: Freitag, 8. Aug 2008 / 17:21 Uhr

Bern - Die Schweizer Armee sei in einem desolaten Zustand, sagt die SVP Schweiz: Keine Führung, kein klarer Auftrag, keine Identität und keine Orientierung. Eine Gesamtüberprüfung sei notwendig. Und Bundesrat Samuel Schmid müsse zurücktreten.

Laut SVP eine desolate Truppe: Keine Führung, kein klarer Auftrag, keine Identität und keine Orientierung.
Laut SVP eine desolate Truppe: Keine Führung, kein klarer Auftrag, keine Identität und keine Orientierung.
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Die Missstände im VBS hätten lange vor der Ernennung von Roland Nef zum Armeechef begonnen, sagte SVP-Fraktionschef Caspar Baader (BL) an einer Medienkonferenz in Bern. Es gelte grundsätzlich über die Bücher zu gehen und eine genaue Kosten-Nutzen-Analyse vorzunehmen.

Wie die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrats empfiehlt auch die SVP der Geschäftsprüfungskommission (GPK) dringend eine Untersuchung der «chaotischen Zustände» im VBS. Diese dürfe sich nicht auf die Affäre Nef respektive die Auswahl der höchsten Armeekader beschränken.

Da Bundesrat Schmid die Führung im VBS ungenügend wahrnehme und sich das VBS daher in einem katastrophalen Zustand befinde, wäre der Rücktritt von Bundesrat Schmid «das Beste für die Schweiz», sagte Baader. Die SVP werde Schmid daher konsequenterweise nicht in das Amt des Bundesvizepräsidenten wählen.

SP unterstützt «Trötzelei»

Die SVP werde per Ordnungsantrag die Sistierung der Beratung aller Rüstungskredite und Kredite für militärische Bauten beantragen, solange Schmid im Amt bleibe und die Missstände im VBS nicht behoben seien. Sollte die Sistierung scheitern, prüfe die SVP die Ablehnung aller Kredite.

Die SP erklärte sich umgehend zu einer unheiligen Allianz bereit. «Wenn die Trötzelei der SVP dazu führt, dass wir die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge bodigen können, so soll es uns recht sein», sagte SP-Sprecher Peter Lauener.

Lange Liste von Missständen

Auch Nationalrat Toni Bortoluzzi (ZH) sieht das VBS gegenwärtig in einem besorgniserregenden Zustand. «Die Schweizer Armee ist in wesentlichen Teilen zugrunde gerichtet», sagte er und präsentierte eine lange Liste von Missständen. Konzept und Umsetzung der Armee XXI seien untauglich, die Trennung von Ausbildung und Führung verheerend.

Die Angehörigen der Schweizer Armee wüssten heute kaum noch, was die übergeordneten Aufträge seien und für was sie eigentlich übten. «Dies führt zu Langeweile und tödlichen Team-Building-Anlässen, wie das Jungfrau-Drama oder die verhängnisvolle Bootsfahrt auf der Kander», sagte Bortoluzzi.

Der massive Umbau der Armeelogistik habe zum Chaos bei Kontrolle, Wartung und Reparatur des Materials geführt. Die materiellen Mängel seien so gravierend, dass die Armee im Falle einer überraschenden Krise ihren Auftrag nicht erfüllen könnte. Auch die Bereitschaft der Luftwaffe sei beunruhigend tief.

Schmid: Politische Erpressung

Bundesrat Schmid bezeichnete am Freitag auf der Internetseite des VBS die Forderungen der SVP als «politische Erpressung». Es sei nicht akzeptabel, dass Armee und VBS von einer politischen Partei aus durchsichtigen Gründen als Geisel genommen würden.

Die Armee sei geführt, werde ausgebildet und erfülle ihre Aufträge, schreibt Schmid. Die Forderungen der SVP gefährdeten die Stabilität der Armee und ihren verfassungsmässigen Auftrag.

(bert/sda)

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Frei nach Rowohlt
feinsinniger Humor
... wird leider nur von wenigen Menschen verstanden und leider Gottes befinden sich (vor allem in Ihren und Magnus Augen) mehr dumme Menschen auf dieser Welt, als das der feine Humor was bewirken wird. Sicher, es gibt viele Leute die ihn verstehen und man kann damit auch eine Front aufbauen. Ich denke da an den Humor im Dritten Reich. Dazu las ich ein spannendes Buch. Humor, Satire und Sarkasmus sind starke Waffen (die ich Micheline C-R und ML abspreche) doch wie ich oben ansprach: Die Masse wird es nicht verstehen.

PS: C. Mörgeli mag ich auch nicht besonders...
Comics
Ich danke Ihnen. Denn in Comics stecken oft bessere Wahrheiten als in irgendwelchen "Fach- und Sachbüchern". Trotzdem würde Sie meine kleine Bibliothek wahrscheinlich in Staunen versetzen.
Danke für den Hinweis
Geschätzter Magnus, ich habe die Seite angeschaut und es findet sich viel Interessantes.
Auch zum Thema "Humor und Satire" habe ich in der Geschichte über den 2. Weltkrieg den Hinweis zu "Cabaret Cornichon" und "Pfeffermühle" gefunden, die bewusst gegen die Propaganda des Hitler-Regimes eingesetzt wurden.
Ich finde Humor sehr wichtig und bin überzeugt, dass nur kluge Menschen einen feinsinnigen Humor verbreiten können. Ich denke da an Micheline Calmy-Rey und Moritz Leuenberger, die bekannt sind für ihre Bemerkungen. Vor allem sollte man auch über sich selbst lachen können und nicht nur andere durch den Kakao ziehen.
Die bösartigen Bemerkungen von Christoph Mörgeli über Samuel Schmid (Wenn Charakter ein lebenswichtiges Organ wäre...,) haben aber mit gutem Humor nichts, aber auch gar nichts zu tun, das ist meine Meinung. Und darum macht es mir nichts aus, wenn er auch Opfer der Satire wird.
Seriöse Quelle
Liebe Valerie,
Es gibt auch ganz seriöse Quellen: www.geschichte-schweiz.ch/wohlstandsgesellschaft.html
Ein paar Zitate: "Die rechtspopulistische und rückwärtsgewandte SVP hat das Referendum ergriffen, ist aber vom Stimmvolk am 26.9.2004 deutlich in die Schranken gewiesen worden...."
"Dagegen sind die erdrutschartigen Gewinne der SVP mit ihrem grobschlächtigen Populismus..."
"Dass die SVP mit ihren plumpen Slogans wie "Mehr Schweizer Qualität nach Bern" und nicht umsetzbaren Radikalforderungen...."
Wenn man halt nur Comics liest, versteht man halt in vielen Fällen nur Bahnhof...
Antifaschismus
Antifa kommt von Antifaschismus, was ist daran schlimm? Unterstützen Sie vielleicht den Faschismus????
Ich gehöre keiner Gruppe an, fand den Artikel über Mörgeli dennoch lustig. Wenn Sie sich umschauen würden, könnten Sie sogar noch Lustiges über linke Politiker finden auf diesen Seiten.
Hahaha - Antifa?
Sie posten wirklich einen Link der linksextremen Antifa und finden das noch gut? Das zeigt doch deutlich wo Valerie und Magnus stehen, würde ich mal sagen. Danke für schlagende Beweise (blau auf weiss) ihrer Gesinnung.
Verehrte Valerie
Ich habe keinen Moment an der Wahrheit Ihrer Geschichte geglaubt. Wie Sie diese beim Lesen bereits beurteilt haben, ist einmalig! Sie haben einfach da Herz am richtigen Fleck!
Hab's ein wenig eilig, aber die Seite mit dem Mörgeli habe ich doch noch rasch gelesen. Da ist das, was wir hier schreiben, ja noch ziemlich harmlos.
Bis später!
Zur Erheiterung, aber für SVP-ler nicht geeignet!
Lieber Magnus, danke für die Rosen. Ich hatte trotzdem das dumpfe Gefühl, sie glauben mir nicht ganz, dass es sich so zugetragen hat mit meiner Mörgeli-Erfahrung. Ich kann Ihnen versichern, es war genau so. Eher genieren muss ich mich wohl, dass ich diesen Politiker nicht kannte. Darum wollte ich im WWW nachschauen, wann denn Mörgeli ungefähr die nationale Bühne betreten hat. Bei meiner Suche bin ich dann u.a. auf diese Seite gestossen, die ich Ihnen nicht vorenthalten will.

http://www.antisvp.antifa.net/wordpress/2005/06/15/die-absolut-ganze-w.../

Lachen soll gesund sein und ich habe gelacht.
Viel Vergnügen!
Nomen est Omen
Vom Mörgeli-Mengele-Versprecher Couchepins sprechen wir lieber nicht auch noch. Das fand sogar ich beleidigend :-)

Aber, kann ja sein, dass Mörgeli seines Namens wegen etwas geschädigt ist. Das würde dann auch wieder für andere SVP-Politiker wie Blocher, Bigger, Maurer oder Spuhler passen.
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