Gerettet
Für sechs leidgeprüfte Löwen beginnt ein neues Leben
publiziert: Freitag, 4. Jul 2014 / 13:42 Uhr / aktualisiert: Freitag, 4. Jul 2014 / 14:25 Uhr
Erste Erkundigungstour in der neuen Heimat.
Erste Erkundigungstour in der neuen Heimat.

Zürich/Johannesburg - Am Dienstag war es für Kongo, Nora, Neida, Simba, Pregan und Gyspy endlich soweit: Die sechs Löwen aus der kürzlich von «Vier Pfoten» übernommenen Rettungsstation FELIDA konnten ihre Reise vom niederländischen Nijeberkoop (Friesland) nach Südafrika antreten.

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Um dies zu ermöglichen, arbeiteten «Vier Pfoten» Logistiker und Tierpfleger eng mit einem erfahrenen Team aus zwei deutschen und einem niederländischen Tierarzt zusammen. Trotz des Zeitdrucks und den schwierigen örtlichen Bedingungen (enge dunkle Innenkäfige) gelang es den Experten, die Tiere der Reihe nach zu narkotisieren, medizinisch zu untersuchen und anschliessend in eigens dafür vorgesehen Transportkisten zu «verladen». Von FELIDA ging es per Truck nach Amsterdam, wo die Tiere per Cargo Maschine nach Johannesburg geflogen wurden. Dort wurden sie schliesslich vom hiesigen «Vier Pfoten» Team empfangen und ins Grosskatzenrefugium LIONSROCK in der Provinz Freistaat gebracht.

Bewegte Vergangenheit

Alle sechs Tiere haben eine bewegte Vergangenheit. Bevor sie in die Auffangstation «Stichting Pantera» (das heutige FELIDA) kamen, mussten sie im Zirkus Kunststücke vorführen oder ein trauriges Dasein in Zoos fristen. Der stattliche elfjährige Kongo und seine gleichaltrigen Schwestern Nora und Neida wurden von ihrem früheren Trainer in die Rettungsstation gebracht, als er sie nicht mehr für seine Zirkus-Show nutzen konnte. Simba und Pregan, beide sieben Jahre alt, wurden in einem Zoo in Deutschland geboren und 2012 in die Rettungsstation überführt. Pregan hat keine Mähne, weil er kastriert wurde. Gypsy musste besonders leiden: Gemeinsam mit ihrem früheren Gefährten Romany (der letztes Jahr verstarb) wurde sie 2009 aus einem heruntergekommenen rumänischen Zoo gerettet. Die elfjährige Löwin hat verkürzte Knochen und kann somit nicht richtig laufen.

Ein tiergerechtes Leben

Unter afrikanischer Sonne erwartet die sechs Löwen nun ein tiergerechtes Leben - insgesamt leben in LIONSROCK bereits 86 Löwen und 14 Tiger, entsprechend ihrer natürlichen Bedürfnissen. Heli Dungler, Präsident und Gründer von VIER PFOTEN wohnte der gestrigen Freilassung der Löwen bei: «Es war wieder ein ganz besonderer Moment für unser Team. In den Niederlanden hatten Kongo, Nora und Neida gerade einmal 130m2 Platz. Hier in LIONSROCK geniessen sie ein Areal von einem Hektar, das ihren Bedürfnissen gerecht wird».

Auch Simba und Pregan wurden gestern erfolgreich in ihr neues Zuhause entlassen, das sie jetzt erkunden können. Gypsy bezog ein 2500m2 grosses Special Care Gehege, das sich nahe der neuen Klinik befindet. Aufgrund ihrer körperlichen Behinderungen wird sie weiterhin alleine leben. «Das trockene, warme Klima wird Gypsys Knochen und Gelenken sehr gut tun», freut sich Dungler. Alle Neuankömmlinge stehen nun unter laufender Beobachtung durch das LIONSROCK Team und einer niederländischen Tierpflegerin, die «ihre» Schützlinge nach Südafrika begleitete.

Ein derartiger Transfer bedarf viel an Planung und Erfahrung. «Sicherheit für Mensch und Tier steht bei uns im Vordergrund», so Robert Hengl von «Vier Pfoten», der die Aktion koordinierte. «In FELIDA arbeitete ein Tierärzte-Team rund um Dr. Frank Göritz (Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung), die Veterinäre waren parallel im Einsatz. Die Narkose der Löwen muss tief genug sein, darf aber nicht allzu lange andauern, da die Tiere beim Transport wieder wach sein müssen». Um Atmung und Kreislaufwährend der Narkose und Aufwachphase stabil zu halten, erhielten die Tiere Sauerstoff und Flüssigkeit per Infusion. Ein mobiles blutchemisches Labor vor Ort ermöglichte zudem eine sofortige Analyse der Nieren- und Leberwerte der mitunter 300kg schweren Patienten.

In FELIDA wird die internationale Tierschutzorganisation nun weitere Massnahmen treffen, um die Situation der verbleibenden Grosskatzen langfristig zu verbessern. Die Station wurde vor circa 20 Jahren als «Stichting Pantera» gegründet, über die Jahre hinweg wurde das Projekt jedoch stark vernachlässigt. Im Oktober 2013 konnte «Vier Pfoten» die Station übernehmen. Geplant ist, FELIDA in eine Transitstation für Grosskatzen umzuwandeln, die den Standards von «Vier Pfoten» für Tierschutz und Sicherheit entspricht, sowie jenen Grosskatzen, die nicht mehr transportfähig sind, eine dauerhafte Unterbringung zu ermöglichen. In FELIDA befinden sich nun noch zwei weitere Löwen, 15 Tiger, ein schwarzer Jaguar, ein afrikanischer Leopard sowie eine Bengalkatze.

 

(li/Vier Pfoten)

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