Fujimori gibt auf und ruft in Peru Neuwahlen aus
publiziert: Sonntag, 17. Sep 2000 / 08:28 Uhr

Lima - Knapp vier Monate nach seiner umstrittenen Wiederwahl hat Perus Präsident Alberto Fujimori überraschend seinen Rücktritt angekündigt und Neuwahlen ausgerufen. Damit zog er am Samstag die Konsequenzen aus einem Korruptionsskandal in seiner Regierung.

Die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen sollten schnellstmöglich ausgerichtet werden, sagte Fujimori am Samstag in einer im Radio übertragenen Ansprache. Zu diesem Ergebnis sei er nach «langem Überlegen» gekommen. Er selbst stehe als Kandidat nicht zur Verfügung, ergänzte der 62-Jährige. «Ich will für die Peruaner kein Problem darstellen.»

Dutzende Menschen kamen nach der Ansprache vor den Präsidentenpalast und feierten Fujimoris Ankündigung von Neuwahlen. «Die Diktatur ist gefallen», riefen sie.

Fujimori war zuvor durch Bestechungsvorwürfe gegen seinen Geheimdienstchef Vladimiro Montesinos schwer unter Druck geraten. Hintergrund ist ein Video, das von einer rechten Oppositionspartei einem Kabelsender zugespielt worden war. Es zeigt Montesinos bei der Übergabe von rund 12 000 Dollar an einen oppositionellen Parlamentsabgeordneten.

Die Opposition warf Fujimori daraufhin vor, den Parlamentarier für das Regierungslager «gekauft» zu haben. Sowohl die Opposition als auch Mitglieder von Fujimoris Regierungspartei und die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) forderten die Entlassung oder Festnahme von Montesinos.

Fujimori kündigte in seiner Ansprache die Auflösung des Geheimdienstes an. Ein Sprecher des Präsidenten dementierte Gerüchte, wonach es einen Staatsstreich gegeben habe und Fujimori festgenommen sei. Der Staatschef soll sich im Präsidentenpalast aufhalten.

Der Präsident rief nach der Veröffentlichung des Videos sein Kabinett zu einer Krisensitzung zusammen. Montesinos wies die Anschuldigungen zurück und erklärte, bei dem Treffen sei über den Kampf gegen die Drogenmafia gesprochen worden.

Der US-Botschafter in Peru, John Hamilton, forderte von Fujimori «klare und energische» Massnahmen, um die Vertrauenskrise zu beenden. Die OAS verlangte, den umstrittenen Geheimdienstchef zu entlassen. Die Organisation halte die von der Opposition vorgebrachten Vorwürfe für «so schwerwiegend, dass schnelles Handeln nötig» sei.

(sda)

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