Laut Untersuchungsausschuss
Fukushima-Katastrophe war vermeidbar
publiziert: Donnerstag, 5. Jul 2012 / 08:49 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 5. Jul 2012 / 12:17 Uhr
Katastrophe in Fukushima war laut Untersuchungsausschuss vermeidbar.
Katastrophe in Fukushima war laut Untersuchungsausschuss vermeidbar.

Tokio - Ein Ausschuss des japanischen Parlaments ist zum Schluss gekommen: Die Kernschmelze im Atomkraftwerk Fukushima wäre vermeidbar gewesen. Schuld am Ausbruch der Katastrophe tragen in erster Linie der AKW-Betreiber, die Verwaltung und die Regierung.

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In ihrem am Donnerstag veröffentlichten Bericht findet die parlamentarische Untersuchungskommission klare Worte. Der GAU sei zwar eine Folge des Erdbebens vom 11. März 2011 und des darauf folgenden Tsunamis gewesen. Nach ihren Erkenntnissen handle es sich bei der Kernschmelze dennoch um eine «von Menschen verursachte Katastrophe».

Damit widerspricht die Kommission direkt der Darstellung der Betreibergesellschaft Tepco. Sie bezeichnete den beinahe 15 Meter hohen Tsunami wiederholt als «unvorhersehbar». Dies wirke wie eine «Entschuldigung», um «der Verantwortung zu entgehen», kritisierten die Parlamentarier. Denn das Atomkraftwerk von Fukushima sei «verwundbar» gewesen - und das Risiko allen bekannt.

Doch: «Obwohl sie bei zahlreichen Gelegenheiten Massnahmen hätten ergreifen können, unternahmen die Aufsichtsbehörden und die Tepco-Führung absichtlich nichts», heisst es im Bericht. Stattdessen vertagten sie ihre Entscheidungen und ergriffen diejenigen Massnahmen, «die ihnen passten».

Katastrophales Krisenmanagement

Dem Betreiber Tepco wirft die Kommission vor, das Unternehmen habe seine Mitarbeiter nicht ausreichend auf Unfälle vorbereitet und geschult. Auch habe es nicht ausreichend klare Anweisungen vor Ort zum Zeitpunkt der Katastrophe gegeben.

Die Situation habe sich nach der Kernschmelze weiter verschlimmert, weil das Krisensystem der Zentralregierung in Tokio und der betroffenen Behörden versagt habe, heisst es weiter. Die jeweiligen Verantwortlichkeiten und Aufgaben seien unklar gewesen.

Zudem hätten es die Aufsichtsbehörden jahrelang versäumt, geeignete Massnahmen für solche Krisenfälle einzuführen. Dies habe zu dem Chaos bei der anschliessenden Evakuierung der betroffenen Menschen beigetragen. So seien viele Anwohner erst spät über den Unfall informiert worden; andere seien in Gebiete evakuiert worden, die stärker verstrahlt waren als ihre Heimatorte.

«Die Zentralregierung war nicht nur langsam bei der Information der örtlichen Regierungen über den Unfall, sondern versäumte es auch, die Schwere des Unfalls zu vermitteln», urteilte die Untersuchungskommission.

Mehr Kontrolle gefordert

In ihrem umfangreichen Abschlussbericht fordert die Kommission, dass die Politik Konsequenzen zieht. Sie ruft das Parlament auf, die neue Regulierungsbehörde und Reformen der Katastrophenschutzbestimmungen zu überwachen.

(alb/sda)

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Vernunft
verlogen betrogen Schuldzuweisungen die "Kleinen" sollen büssen ! Immer und immer wieder das selbe....
Macht und Geld regiert, wie immer. Humanismus? Sucht ihn!
Kalifornien
aber Hallo !! weit weg ! keine Lebewesen ! Egal !??
MEERFISCH
Atom1

Ich esse gerne Fisch, doch seit Fukushima esse ich keinen Meeresfisch mehr.

In der CH gibt es ausgezeichneten Fisch.

Atom2

Hat schon mal jemand etwas über freie Energie gelesen? Hat es schon jemand probiert?

JP Morgan war ein Geldgeber vom Herrn Tesla. Warum der JP wohl als Geldgeber abgesprungen ist?
Vermeidbar?
Richtig erkannt. Dies zu behaupten ist ein Hohn und eine Frechheit.

Harrisburg war einmalig, Tschernobyl war einmalig, Fukushima war einmalig. Und ich habe noch ein paar ausgelassen.

Atomare Super GAU wird es immer wieder geben solange es AKW gibt. Und das die "neuen" Technologien "sicher" seien ist eine glatte Lüge und Propaganda.

Die Frage ist nur wo zuerst ein weiterer Super GAU stattfinden wird: In Frankreich oder Kalifornien.
Aus egoistischen Gründen wäre mir Kalifornien lieber...
Und die Vernunft bleibt auf der Strecke
Wie lange wird es gehen, bis wieder ein Tsunami ein AKW in Japan zerstört und danach alle wieder behaupten, das wäre zu vermeiden gewesen? Was sehr verwunderlich ist, viele der Atomkraftbefürworter stehen dem Staat äusserst misstrauisch und ablehnend gegenüber. Dieser Atomlobby vertrauen sie trotz den verheerenden Unfällen immer wieder. Es steht fest und ist amtlich dokumentiert, dass die Betreiberfirma Tepco die Hauptverantwortung für die verheerende Katastrophe von Fukushima trägt. Weshalb vertraut man ihr nun wieder und weshalb wohl sollte eine andere Betreiberfirma besser sein? Gerade Japan könnte seine Energie alleine durch Windkraft gewinnen, die Lage des Landes ist dazu ideal. Diese AKW stehen fast ausschliesslich in Küstennähe und sind daher auch ein grosses strategisches Risiko. Warum will man das alles einfach nicht sehen?
Offensichtlich halten sich in Japan die Interessen der Seilschaften zwischen Politik und Wirtschaft an keine Vernunft und gehen über Leichen.

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