Katastrophen-AKW
Fukushima-Leck mit Flüssigglas repariert
publiziert: Mittwoch, 6. Apr 2011 / 07:47 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 6. Apr 2011 / 09:45 Uhr

Tokio - Nach dem tagelangen Auslaufen von stark radioaktiv verseuchtem Wasser ist das Leck an einer Leitung des japanischen Atomkraftwerks Fukushima behoben worden. Dank des Einsatzes von Flüssigglas dringe kein Wasser mehr aus der Leitung des Reaktors 2, teilte die Betreiberfirma Tepco am Mittwoch mit.

6 Meldungen im Zusammenhang
«Die Arbeiter haben um 5.38 Uhr bestätigt, dass kein Wasser aus dem Graben mehr ausläuft», erklärte Tepco in Tokio. Die Abdichtung des Lecks sei gelungen durch die Zufuhr von 1500 Litern Natriumsilicaten, sogenanntem «Wasserglas».

Die Einsatzkräfte vor Ort hatten zunächst versucht, den 20 Zentimeter langen Riss in der Leitung des Reaktors 2 mit Beton zu verschliessen. Dieser Versuch scheiterte ebenso wie der Einsatz einer Mischung aus Kunstharz, Zeitungspapier und Sägespäne.

Durch den Riss an der Leitung waren bereits seit dem Wochenende grosse Mengen radioaktiv verseuchten Wassers ins Meer gelaufen. Das Wasser stammte von den Kühlarbeiten am Reaktordruckbehälter, das sich im Untergeschoss des an den Reaktor angrenzenden Turbinengebäudes gesammelt hatte.

Fischer beunruhigt

Unabhängig von dem Leck an der Leitung des Reaktors 2 hatte Tepco am Montag damit begonnen, 11'500 Tonnen schwach radioaktives Wasser in den Pazifik zu leiten. Die Massnahme sei erforderlich, um Platz für stärker radioaktiv verseuchtes Wasser zu schaffen, hiess es zur Begründung.

Experten machen sich Sorgen, weil das Wasser nicht nur schnell abbaubares Jod 131, sondern auch langlebiges radioaktives Caesium 137 enthalte. Dadurch könnten Meerestiere dauerhaft radioaktiv belastet werden.

Sonderhaushalt für Wiederaufbau geplant

Die japanische Regierung plant derweil zum Wiederaufbau der Katastrophenregion einen ersten Nachtragsetat in Höhe von mehr als drei Billionen Yen (32 Milliarden Franken). Zur Finanzierung sollen zunächst keine neuen Schulden gemacht werden.

Die Regierung plant vielmehr, bereits geplante Ausgaben zu kürzen, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Mittwoch meldete. Unter anderem wird darüber nachgedacht, eine Aufstockung des Kindergelds und die Einführung weiterer gebührenfreier Autobahnen auszusetzen.

Mit dem Sonderetat sollen die Aufräumarbeiten, der Bau von provisorischen Häusern und der Wiederaufbau der Infrastruktur unterstützt werden.

(bert/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Atlanta - Am zerstörten Atomkraftwerk Fukushima 1 will der Betreiber Tepco ... mehr lesen
Arbeiter bei Fukushima: Stahlwände sollen den Pazifik schützen.
Arbeiter in Schutzanzug.
Tokio - Die Arbeiter im zerstörten ... mehr lesen
World Vision In einem der Notlager in der Stadt ... mehr lesen
Endlich schallt wieder Kinderlachen durch Tome.
Tepco pumpt kontaminiertes Wasser ins Meer.
Wien - Ein riesiges Tankfloss, Spezialschiffe, ein Netz im Meer: Mit immer neuen Methoden versuchen die Helfer im Atomkraftwerk Fukushima, verstrahltes Wasser auffangen. Dieses war zum Kühlen ... mehr lesen
Wien - In dem havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi ist auch am Dienstag weiter radioaktiv ... mehr lesen
Aufnahme des havarierten Kraftwerks vom 16. März 2011.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Luftaufnahme des Kernkraftwerks Fukushima.
Tokio - In der havarierten Atomanlage Fukushima gibt es nicht mehr genug Platz für radioaktiv verseuchtes Wasser. Jetzt pumpt die Betreiberin Tepco Teile davon ins Meer. Die ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die örtliche Verwaltung in der Region kämpft mit grossen ...
Mehr als 100'000 Überlebende in Notunterkünften  Kumamoto - Nach der Erdbebenserie in Japan mit mindestens 42 Toten herrscht in den Notaufnahmelagern weiter Mangel an Lebensmitteln. Am Montag harrten noch immer mehr als 100'000 Überlebende in Notunterkünften aus, wie örtliche Medien berichteten. mehr lesen 
Mehr als 40 Tote  Kumamoto - Nach heftigen Erdbeben im Südwesten Japans ist die Gesamtzahl der getöteten Personen auf mindestens 41 angestiegen. Rund 2000 Menschen wurden nach Angaben der Einsatzkräfte verletzt. mehr lesen  
Inselstreit im Ostchinesischen Meer  Tokio - Japans Militär hat in der Nähe umstrittener Inseln im Ostchinesischen Meer eine Radarstation in ... mehr lesen  
Chinas Aktivitäten sollen besser beobachtet werden.
Tsunami-Katastrophe jährt sich  Fukushima - Mit einer Schweigeminute ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 15°C 31°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Basel 17°C 33°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
St. Gallen 15°C 28°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Bern 14°C 31°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Luzern 16°C 30°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Genf 17°C 32°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Lugano 20°C 32°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten